Riccardo Del Fra – Moving People (Releasedate: 19.10.2018)

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Riccardo Del Fra – Moving People (Releasedate: 19.10.2018)

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„Moving People“ – It’s about empathy“
Gedanken zur Migration der Menschen/Völker, zur Menschheit in ihrer Verletzbarkeit und ihrer gleichzeitig
einzigartigen Lebenskraft, zur Empathie und dem ANDEREN uns gegenüber, der uns bewegt, stehen im Zentrum
des Projektes Moving People.

Riccardo Del Fra war knapp neun Jahre lang Chet Bakers Bassist, spielte aber auch unter anderem mit Johnny Griffin,
Bob Brookmeyer, Dizzy Gillespie, Art Blakey, Barney Wilsen, Dave Liebman, Kenny Wheeler und Lee Konitz. Nach
dem Erfolg seines letzten Albums „My Chet My Song“, kehrt Riccardo Del Fra mit einem Album zurück, das mit
beeindruckenden und packenden Kompositionen aufwartet. Für deren Umsetzung hat er eine Reihe inspirierter und
versierter Solisten um sich versammelt, die grenzenloses Musikverständnis eint. Unterschiedliche Generationen und
etliche Nationen sind in Del Fras derzeitiger Band vertreten.

Aus Amerika stammen der überragende Gitarrist Kurt Rosenwinkel mit seinem inspirierenden Spiel und Drummer
Jason Brown, dessen kraftvolle Grooves geradezu ansteckende Energien aufweisen. Feuer liefert der deutsche
Saxofonist Jan Prax. Ausdrucksstark und freisinnig schmückt der polnische Trompeter Tomasz Dabrowski seinen Platz
neben dem poetisch und subtil klingenden französischen Saxofonisten Rémi Fox aus. Der Pianist Carl-Henri Morisset
klingt in seinem Tastenspiel derweil geheimnisvoll-erfinderisch.
„Moving People“ ist ein lyrisches Album – tief, kraftvoll und gleichsam feinfühlig. Die Kompositionen sind
anspruchsvoll gestaltet, bieten jedoch sattsam Platz für Improvisationen und erzählen von der Reise hin zu einem
besseren Leben, zur Hoffnung und der Kraft des Lebens.

Riccardo Del Fras Musik bewegt und nimmt an die Hand. Sein Kontrabass singt gefühlsbetont, umarmt sinnlich und
lässt die Solisten seines Ensembles leuchten.

01. Moving People (Riccardo Del Fra)
Menschen, die alles hinter sich lassen, um überleben zu können, hoffen, irgendwo ein neues Leben zu finden.
Die fesselnde, kleine Melodie am Anfang des Stückes, entwickelt sich langsam zu einem Fünf-Schläge-Muster, das
mittels schrittweisem Aufbau und Wiederholung allgegenwärtig wird. Die Melodie wird von Interludien voller
farbenprächtiger Harmonien und energetisch-rhythmischer Muster bereichert.

02. Ressac (Riccardo Del Fra)
Es geht um die Bewegung des Meeres, wenn es seine Wellen an Strände spült. Das französische Wort „Ressac“ liest
sich rückwärts „Casser“, was „zerbrechen“ bedeutet. Dieses Stück wurde nicht von Postkarten aus den
Sommerferien inspiriert. Viel mehr geht es um die gebrochenen Herzen, die das schreckliche Bild eines leblosen
Kindes am Strand sehen. Drei Solisten bestimmen diese Mini-Suite: Ein freier und herzensbrechender Trompeter.
Dann singt, in einem ruhigeren Moment, der Kontrabass ein sanftes Lied. Im letzten Teil bilden neue Harmonien die
Leinwand für Piano-Improvisationen, bevor das Hauptthema modifiziert und gestrafft erneut einsetzt.

03. The Sea Behind (Riccardo Del Fra)
Ein explizit zu verstehender Titel. Die See liegt hinter einem, vor einem liegen Zweifel und Hoffnung.
Kurt Rosenwinkels Gitarre und Rémi Fox’ Sopransaxofon teilen sich in beinahe singender Form die Melodie. Ihre Soli
verschmelzen zu einer leuchtenden Einheit.

04. Children Walking (Through A Minefield) (Riccardo Del Fra)
Kinder, Minen, Krieg. Das Stück wurde so entworfen wie die Musik zu einem imaginären Zeichentrickfilm, in dem
Kinder über ein Feld toben, reden und schreien. Plötzlich gibt es eine Explosion. Das (kleine) Zitat des dritten Satzes
der 6. Symphonie Beethovens steht hier um das Bild Europas wachzurufen, über dem ein großes Fragezeichen hängt.

05. Around The Fire (Riccardo Del Fra)
Brennendes Holz und Furcht ist hier das Image. Es ist tiefe Nacht und die einzigen leuchtenden Lichter sind das Rot
des Feuers und das Weiß der Augen.

06. Ephemeral Refractions (Riccardo Del Fra)
Es geht um optische Effekte, die in Musik übersetzt werden. Aber es ist auch eine Metapher für die vergängliche und
sich ändernde Betrachtung eines Objekts, sei es real oder nur in der Vorstellung existent. Und auch eine Metapher
für Gefühle die sich ändern, wenn sie durch die Augen eines Anderen gesehen werden.

07. Wind On An Open Book II (Riccardo Del Fra)
Ein sanfter, aber beständiger Wind schlägt die Seiten eines offenen Buchs um. Die bereits gelesenen Seiten tauchen
plötzlich wieder vor den Augen auf, aber sie erscheinen jetzt anders, neu, weil die folgenden Seiten uns schon neue
Informationen brachten. Der zweite Teil des Themas erscheint als umgewandelte Melodie, mit einem neuen Tempo,
das von seiner rhythmischen Entsprechung stammt und Raum für den symbiotischen Austausch zwischen
Rosenwinkels Gitarre und Prax’ Sopransaxophon schafft.

08. Street Scenes (Riccardo Del Fra)
Ein expliziter Titel für ein freudiges und sprudelndes Stück, das laut und jubelnd, voller Bilder und konstantem
Wechselspiel steckt.

09. Movin People – Epilogue (Riccardo Del Fra)

10. Cieli Sereni (Riccardo Del Fra)
Ein klarer Himmel. Der Kontrabass wird hier zur Gitarre. Alles steckt im Titel. Erwartungen und Hoffnungen.

Tourdaten:
31.10.2018 Paris, La Gare
15.11.2018 Karlsruhe, (Veranstalter ist der Jazzclub Karlsruhe, Venue tba)
16.11.2018 Hannover, Pavillon
17.11.2018 Berlin, Piano Salon
22.11.2018 Metz, Les Trinitaires
29.11 – 01.12. 2018 Paris, Sunside
16.12.2018 Gap, Théatre Le Quattro
01.02.2019 Neuburg an der Donau, Birdland
02.02.2019 Paris, Radio France
05.04.2019 Bourg sur Gironde
19.04.2019 Kopenhagen, Montmartre
25.04.2019 Heilbronn, Cave 61
27.04.2019 Schwerin, Festival Schwerin
11.05.2019 Lausanne, Chorus