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Sade Mangiaracina – Prayers (Releasedate: 07.08.2026)

Mit Prayers veröffentlicht die italienische Pianistin, Komponistin und Arrangeurin Sade Mangiaracina ihr bislang ambitioniertestes Werk. Die Musikerin zählt zu den herausragenden Stimmen der jungen italienischen Jazzszene und verbindet in ihrem dritten Album für T?k Music kompositorische Raffinesse, emotionale Tiefe und eine außergewöhnliche künstlerische Sensibilität.
Prayers ist ein Doppelalbum, das sich der universellen menschlichen Sehnsucht nach dem Spirituellen, dem Transzendenten und dem Unsagbaren widmet. Die fünfzehn Kompositionen kreisen um das Bedürfnis des Menschen, eine Verbindung zum Göttlichen oder Übernatürlichen herzustellen – eine Erfahrung, die Menschen in Momenten der Freude ebenso begleitet wie in Zeiten der Unsicherheit, des Verlustes oder der Hoffnung. Aus dieser Thematik entwickelt Mangiaracina ein vielschichtiges musikalisches Narrativ, in dem Rhythmus, Poesie und Melodie zu einer eindrucksvollen Klangreise verschmelzen.
Das Werk entstand in zwei getrennten Aufnahmesessions mit unterschiedlichen Besetzungen und entfaltet dadurch bewusst kontrastierende Perspektiven auf das zentrale Thema.
Der erste Teil präsentiert sich hell, energetisch und rhythmisch fokussiert. Neben Sade Mangiaracina am Klavier wirken ihre langjährigen Weggefährten Marco Bardoscia am Kontrabass und Gianluca Brugnano am Schlagzeug mit, die bereits auf den Vorgängeralben „Le Mie Donne“ und „Madiba“ zu hören waren. Ergänzt wird das Trio durch das Quartetto Alborada mit Anton Berovski, Sonia Peana, Nico Ciricugno und Piero Salvatori. Gemeinsam entsteht eine Musik voller Dynamik, Ausdruckskraft und leidenschaftlicher Intensität.
Der zweite Teil schlägt eine deutlich introspektivere und lyrischere Tonalität an. Hier begegnet Mangiaracina dem Trompeter Luca Aquino, einem der prägenden Künstler des T?k-Music-Katalogs, sowie dem Kontrabassisten Salvatore Maltana, der mit diesem Album sein Debüt für das Label gibt. Die Klangsprache wird offener, kontemplativer und kammermusikalischer. Das Quartetto Alborada fungiert erneut als verbindendes Element und verleiht dem gesamten Werk eine klangliche Kontinuität sowie zusätzliche emotionale Tiefe.
Musikalisch bewegt sich Prayers zwischen zeitgenössischem Jazz, mediterranen Einflüssen und kammermusikalischen Strukturen. Komposition und Improvisation treten in einen fein austarierten Dialog und eröffnen atmosphärisch dichte Klangräume, die sowohl von südlicher Wärme als auch von nordischen Klangfarben geprägt sind. Die beiden Ensembles spiegeln unterschiedliche Facetten von Mangiaracinas musikalischer Sprache wider und verdeutlichen die außergewöhnliche Bandbreite ihres kompositorischen Denkens.
Der erste Teil eröffnet mit „My Prayer“ und entfaltet unmittelbar eine Klangwelt von großer spiritueller Intensität. Im weiteren Verlauf greifen Stücke wie „Journey to Aya Sophia“, inspiriert von Istanbul und seiner kulturellen Vielschichtigkeit, oder die erste Single „Dreamers“ unterschiedliche Aspekte des Themas auf. „Dreamers“ wird von einem eindrucksvollen Video des Regisseurs Antonio Messana begleitet, das im Archäologischen Park von Selinunt entstand und den Schauspieler Fabrizio Ferracane in der Hauptrolle zeigt. Kompositionen wie „Jerusalem“, „Rak’ah“ und „Abbà“ verweben religiöse, kulturelle und poetische Bezüge zu einem komplexen musikalischen Geflecht. Der zweite Teil richtet den Blick stärker nach innen. Stücke wie „A Piedi Nudi“, „Il Dio delle Piccole Cose“, „Ho’Oponopono“ und „Una Supplica nel Muro“ entfalten eine zunehmend verdichtete, kontemplative Dramaturgie. Mit „Cristiano“, einer sehr persönlichen Widmung an den Sohn der Komponistin, findet das Album seinen berührenden Abschluss. Klavier, Trompete und Kontrabass treten hier in einen offenen, sensiblen Dialog von großer Transparenz und emotionaler Unmittelbarkeit. Alle Kompositionen stammen aus der Feder von Sade Mangiaracina, mit Ausnahme des berühmten „Oración del Remanso“ des argentinischen Liedermachers Jorge Fandermole sowie der Stücke „Il Dio delle Piccole Cose“ und „Carnera“, die von Salvatore Maltana beziehungsweise Luca Aquino komponiert wurden.
Mit Prayers legt Sade Mangiaracina ein geschlossenes und künstlerisch vielschichtiges Werk vor, das weit über klassische Jazzkonventionen hinausgeht. Es verbindet musikalische Forschung, spirituelle Fragestellungen und erzählerische Kraft zu einem ebenso persönlichen wie universellen Statement und zählt zweifellos zu den bedeutendsten Arbeiten ihrer bisherigen Karriere.
„“Prayers” is my way of expressing the need of every human being to relate, at least once in his/her life and for some reason, with the divine or with what is abstract and intangible.“
