DAVID ORLOWSKY UND SINGER PUR – Jeremiah

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DAVID ORLOWSKY UND SINGER PUR – Jeremiah

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Orlowsky_jeremiah (Sony Classical, VÖ: 20.08.2010)
Für sein neues Projekt “Jeremiah” hat sich der junge Klarinettist und ECHO Klassik – Preisträger David Orlowsky mit „Singer Pur“ – Deutschlands bekanntestem Vokalensemble und zweifachem ECHO Klassik Gewinner – zusammengetan. David Orlowskys charakteristische Klangsprache fügt sich als zusätzliche Stimme in den Ensembleklang von Singer Pur ein, wird Teil des Klangs, bricht aus ihm aus und spielt mit den schwebenden Klangerweiterungen die sich aus der Reibung der unterschiedlichen und doch verwandten Klangfarben ergeben.

Im Mittelpunkt stehen drei der Klagelieder des Jeremiah von Giovanni Pierluigi da Palestrina. Die Klagelieder, in denen die Zerstörung der heiligen Stadt Jerusalem im Jahre 586 v. Chr. betrauert wird, geben in hochstehender hebräischer Dichtkunst tiefe religiöse Empfindungen wieder. Palestrinas Musik, die sich in der Textausdeutung sehr zurückhaltend zeigt, wird durch das Hinzufügen der Klarinette stimmlich erweitert. Die improvisatorischen, neu entstandenen Zwischenspiele Orlowskys, in denen auch Musik der Gegenwart einfließt, geben der sphärisch-jenseitigen Musik einen Hauch von Erdung und verweisen unmittelbar auf den wöchentlichen Ritus der jüdisch-orthodoxen Tradition, in dem die Texte Jeremias an der Klagemauer Jerusalems rezitiert werden.
Dieser Musizierhaltung gegenübergestellt sind die von Matan Porat arrangierten Vokalwerke Carlo Gesualdos. Klangästhetische Aspekte wie das Experimentieren mit Klangfarben, das Ein- und Ausblenden von einzelnen Stimmen und die damit verbundenen dynamischen Spannungsbögen beleben die ausdrucksstarken Responsorien Gesualdos zusätzlich in expressiver Weise.
Als kompositorischer Vertreter der Gegenwart stellt Matan Porat dem poetischen, die Liebe besingenden “Tota pulchra es” aus dem Hohelied Salomos, das der Totenmesse der römisch-katholischen Tradition zugehörige “Lux aeterna” für Vokalensemble und Klarinette gegenüber.