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Nighthawks – Metro Bar ( LP Releasedate: 20.03.2026)

Das Duo NIGHTHAWKS hatte mit seinem Debut ”Citizen Wayne” für eine kleine Sensation gesorgt: Selten war ein „newcoming act“ (auch noch aus deutschen Landen) im Bereich des Groove Jazz derart erfolgreich, selten waren sich Medien und Publikum über die herausragende Qualität einer Neuerscheinung derart einig. Natürlich verbergen sich hinter dem nächtlichen Namen zwei alte Hasen: Produzent und Bassist Dal Martino und Trompeter Reiner Winterschladen sind beide gefragte Musiker in der europäischen Jazz- und Pop-Szene.
Als NIGHTHAWKS sind sie die im Amt bestätigten Spezialisten für coole Grooves und atmosphärische Samples, über denen die klare Stimme einer einsamen Trompete Geschichten aus der Großstadt intoniert — mal schneidend artikuliert, mal sehnsuchtsvoll gehaucht. Wer der Musik des Duos auch nur wenige Momente seiner Aufmerksamkeit widmet, wird nachvollziehen können, warum Martino und Winterschladen für ihr erstes gemeinsames Duo-Projekt seinerzeit diese programmatische Bezeichnung gewählt haben – inspiriert durch das berühmte gleichnamige Gemälde von Edward Hopper aus dem Jahre 1941. (Sie wissen schon; das Bild mit den drei Leuten am Tresen hinter dem großen erleuchteten Fenster, an der Ecke einer ansonsten komplett dunklen Straße.) Der Begriff “Nighthawks” beschreibt im englischen Sprachgebrauch nämlich Menschen, die in der Nacht aufgehen, statt darin einzugehen. Anders als die gleichermaßen sprichwörtliche “Nachteule” (die es im Englischen auch gibt) sitzt der typische Nighthawk aber nicht bloß großäugig in der Gegend rum; ihn – oder sie – treibt der Hunger um. Nighthawks sind auf der Jagd nach Beute, nach jenen Erlebnissen oder Begegnungen auf der anderen Seite des Sonnenuntergangs, die ihre Nächte besser machen als manch anderer Leute Tage.
So auch Martino und Winterschladen:
Das Gros der Aufnahmen zu dem Debutalbum “Citizen Wayne” musste – aufgrund der zahlreichen anderen Verpflichtungen der beiden – damals tatsächlich des Nachts entstehen. Denn Dal Martino war (und ist) nicht nur als Bassmann für Bühne und Studio begehrt (u.a. arbeitete er mit Wolf Maahn, Culture Cross, Jaki Liebezeit u.v.a.); außerdem ist er auch gefragter Produzent für Film- und Werbemusik. Permanenter Betrieb in seinem Studio ließ ihm genausowenig freie Zeit wie Reiner Winterschladen – der seinerseits als Profimusiker aktiv war. Er war festes Mitglied der NDR-Big Band und er spielte zuvor bei etlichen anderen namhaften Jazz-Formationen wie z.B. dem European Jazz Ensemble, der Manfred Schoof Big Band u.a., aber auch für populäre Bands wie Blue Box, Me & The Heat, Unknown Cases, Rausch u.v.a.
Die Idee für Aufnahmen im Duo kam den beiden bei einer gemeinsam wahrgenommenen Auftragsproduktion für ein Filmprojekt, die alle Beteiligten als höchst befriedigend erlebten. Der Entschluss, das Potential der Arbeit zu zweit weiter auszuloten, war schnell gefasst; und fortan nutzten Martino und Winterschladen jede Atempause, um die neue affaire à deux voranzubringen. Wie gesagt, häufiger deutlich nach Einbruch der Dunkelheit. So produzierte Dal Martino im heimischen Studio Tracks vor und präsentierte sie dann – bei sich bietender Gelegenheit – Reiner Winterschladen, der darüber seine Melodielinien legte und/oder improvisierte; man hörte, überarbeitete, beschloss Änderungen, re-arrangierte, suchte, fand. Alles entstand sozusagen im freien Fall.
Dieses bewährte Verfahren wurde dann auch für das zweite Album “Metro Bar” wieder herangezogen. War “Citizen Wayne” eine wohlkalkulierte Vermengung von augenzwinkernden Verweisen auf das Genre des Italo-Western [bzw. dessen musikalischen Übervater Ennio Morricone (“Spiel Mir Das Lied Vom Tod” u.v.a.)] und der Vertonung nächtlicher Großstadt-Impressionen, so wurde “Metro Bar” eher ein rein urbaner Soundtrack. Urban, das bedeutet vielleicht (überwiegend) “cool”; jedoch keinesfalls “kalt”.
Einige der Tracks gehen immer noch “direkt ins Herz”: Wenn Winterschladen bei Titeln wie “Joker Sleeps” [2] mit seiner Trompete das karge Thema des Stückes intoniert, dann kann es weniger hartgesottenen Naturen durchaus geschehen, dass ihnen davon der gefühlsduselige Pumpmuskel überläuft – oder sogar die Augen. Doch; es gibt noch Melodien, die sowas bewirken können. Aber auch jenseits von emotionalem Turbulenztraining hat “Metro Bar” eine Menge zu bieten. Wenn das Nachtleben ein Film wäre, in dem Sie eine tragende Rolle spielen, dann ist hier endlich frische Musik für Ihren Auftritt: Tracks wie “Tomorrow Evening” oder “Think Positive” sind die perfekte Begleitung für den Weg in die nächste ‘Club Night’ , “Direction Downtown” beschwört das Ambiente eines gutbesuchten Etablissements zur Blue Hour herauf, und “Nightflight” versetzt Sie ohne Umweg mitten in die schwüle Atmosphäre eines Quentin Tarrantino-Movies.
Bilder von der inneren Leinwand; konzentriert und aufgearbeitet für die Aufführung im Kopf des Hörers. Kino für die Ohren. Keine Frage : Mit ihrem zweiten Album setzten die NIGHTHAWKS damals zu einem neuerlichen Höhenflug durch den neonerleuchteten Nachthimmel über Ihrer Metropole an.
Veröffentlicht auf der Intuition-Master-Serie gibt es den Klassiker, von den mittlerweile sehr vielen Alben von Nighthawks, als Doppel-LP ( Orange-Black Edition) in einer 180 Gramm-Pressung.
Live Termine:
29. Apr 2026 – Leverkusen, Scala Club
30. Apr 2026 – Karlsruhe, Tollhaus
