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Thimo Niesterok – No More Detours (Releasedate: 06.11.2026)

Thimo Niesterok – “No More Detours”
„Es ist Zeit für neue Geschichten!“ So stimmt der in Köln lebende Trompeter Thimo Niesterok auf sein Album „No More Detours“ ein, das am 06.11.2026 auf dem Label Radius Records Cologne erscheint. Wer im Jahre 2026 swingende Musik spielt, muss nicht Nostalgiker:in sein. Niesterok, der mit seinen knapp 30 Jahren bereits zu den gefragtesten Solist:innen dieser Stilistik zählt, beweist das eindrucksvoll: Die Musik von „No More Detours“ hat ihre Wurzeln zwar in der Ära des Swing und Mainstream Jazz, lebt aber gänzlich im Hier und Jetzt – vor allem dank Niesteroks eigenen Kompositionen.
Diese „neuen Geschichten“ sowie 3 Jazz-Standards hat der Bandleader gemeinsam mit einem der renommiertesten Trios des Landes eingespielt: Jerry Lu (Piano), Stefan Rey (Kontrabass) und Niklas Walter (Schlagzeug). Das Ergebnis: ein Album, das die ganze Bandbreite von stürmischem Up Tempo Swing bis zu träumerischen Balladen in vielfältigen Klangfarben ausspielt – ein Muss für eingefleischte „Straight-Ahead-Jazz-Fans“ wie auch für Neulinge im Jazz.„Ein bisschen weniger Zer-Denken, dafür mehr Geradlinigkeit im besten Sinne – das ist die Stimmung, in der das Titelstück „No More Detours“ entstanden ist“, erklärt Thimo Niesterok. „Die Bestimmtheit und Leichtigkeit, die ich spüre, wenn das Gedankenkarussell einmal stillsteht, klingen in diesem Stück wieder – und letztlich auch im gesamten Album.“ Was zweifelsohne im Titelstück erklingt, sind zwei federleichte Solos von Niesterok am Flügelhorn und Jerry Lu am Piano, sowie ein kraftvolles Schlagzeugsolo von Niklas Walter über diesen Jazz-Samba.
Den Auftakt macht jedoch zunächst eine blitzstarthafte Version des Jazz-Klassikers „This Can’t Be Love“ von Richard Rodgers. Nach halsbrecherisch-swingenden Solos von Thimo Niesterok und Jerry Lu, die bereits die hohe musikalische Klasse zeigen, in der sich dieses Album bewegt, folgt ein packender „Chase“ („Tradings“) zwischen Trompete, Klavier und Schlagzeug, bevor Niesterok das Schlussthema übernimmt und das Stück nicht weniger energiegeladen endet, als es begonnen hat.
Mit „Stumbling In Style“ wechselt die Stimmung schlagartig: Eine im Medium-Tempo gehaltene Komposition, inspiriert von der eigentümlichen Eleganz eines Kleinkinds, das laufen lernt – „mit Stolpern und Schwanken, aber mit Stil“, wie Niesterok beschreibt. Im Mittelpunkt steht hier unter anderem Stefan Rey am Kontrabass, der mit einem ausgedehnten Chorus zeigt, wie virtuos man auf diesem Instrument solieren kann.
Nach dem Titelstück „No More Detours“ folgt die zentrale Ballade des Albums: „The Entire Ocean In A Drop“. Hier beschränkt sich Komponist Thimo Niesterok zunächst auf die Darbietung des Themas, das mit vier starken Viertelnoten einen ungewöhnlich intensiven Auftakt erlebt, undlässt so Raum für ein überragendes Solo von Jerry Lu. Spätestens hier beweist der ebenfalls in Köln ansässige Pianist durch seine klangliche Eleganz und Tiefe, warum er einer der gefragtesten Musiker der Szene ist. Der Titel der Komposition geht zurück auf ein bekanntes Zitat des Mystikers Rumi: „Du bist nicht nur ein Tropfen im Ozean. Du bist der gesamte Ozean in einem Tropfen“, einem Plädoyer für die untrennbare Verbundenheit aller Wesen und Dinge.
„Corner Pocket“ ist die sicherlich eindeutigste Verneigung in Richtung der Jazz-Tradition, die das Album bereithält: 1955 von Basie-Gitarrist Freddie Green geschrieben, wird dieser Song vor allem durch die legendäre Aufnahme des Count Basie Orchestras auf dem Album „April In Paris“ von 1957 berühmt – natürlich mit Green an der Gitarre. Auf eben diese Aufnahme bezieht sich auch die Adaption, die Niesterok und seine Band auf „No More Detours“ zum Besten geben, mit elegant swingenden Solos des Trompeters und von Stefan Rey am Kontrabass. In eine ganz andere Klangwelt entführt „The Things You Don’t Yet Know About“: bluesgefärbt, mit einer gewissen Schwere und einem enormen Spannungsbogen, der sich immer wieder auf- und abbaut, um seinen Höhepunkt in der Coda zu erreichen. Hier bringt es Thimo Niesterok mit Hilfe des Plungers (Dämpfer) fertig, die Trompete eher nach einer klagenden menschlichen Stimme klingen zu lassen als nach einem Blechblasinstrument. Was die Musik hier einfängt und sich im Titel widerspiegelt, umreißt Niesterok in folgenden Worten: „Kurz nach der Geburt unseres Kindes ist mir bewusst geworden, wie wenig dieses kleine Wesen noch von dem weiß, was das Leben mit sich bringt – von den Möglichkeiten wie von den Herausforderungen. Was für ein besonderer Zustand: der Welt völlig unvoreingenommen zu begegnen! Wenn diese Herausforderungen ein mulmiges Gefühl heraufbeschwören, dann also (zu Recht noch) bei den Eltern – genau das ist in diese Komposition eingeflossen.“ Hervorzuheben ist hier Schlagzeuger Niklas Walter, der mit seinem Besen-Solo unter Beweis stellt, dass Schlagzeug-Solos auch piano eine unglaubliche Energie haben können.
Mit „Some of These Days” schuf Shelton Brooks 1910 einen Hit, der schnell von unzähligen Künstler:innen in der frühen Jazzwelt aufgegriffen wurde. Über die Harmonien dieses Standards
(und mit Bezug auf die zweite Textzeile „You’ll miss me honey“) hat Thimo Niesterok „You’ll Never Miss Me“ geschrieben: eine Bebop-Nummer mit virtuosem Thema, dem sich Trompete und Klavier unisono annehmen. Nach den Solos folgt ein fulminantes Frage-Antwort-Spiel zwischen Tutti-Riffs, bei der das Quartett fast an eine kleine Big Band erinnert, und dem Bassisten Stefan Rey, der ein weiteres Mal mit seiner hohen solistischen Kunst glänzt.
Das Album schließt mit einem Jazzstandard: Jerome Kerns „Look For The Silver Lining“. Leicht und swingend gehalten, mit einem an Clark Terry erinnernden Flügelhorn-Sound und einer an simpler Schönheit kaum zu übertreffenden Einleitung von Jerry Lu am Klavier, scheint „Silver Lining“ hier die Spannung auflösen zu wollen, die durch die beiden vorangegangenen Titel aufgebaut worden ist. Und tatsächlich ist diese Komposition aus dem Jahre 1916, auch wegen ihrer hoffnungsstiftenden Botschaft des „Silberstreifs am Horizont“, eine gern gespielte Zugabe bei Thimo Niesteroks Konzerten.
„No More Detours“ zeigt, dass der swingende Straight-Ahead-Jazz nicht mehr nur „eine nächste Generation“ hat, sondern eine Reihe neuer Hauptakteure, die sich sowohl ihrer musikalischen Tradition bewusst sind, als auch neue, eigene Klänge in die Welt setzen. Das Album erscheint am Freitag, den 06.11.2026 auf Radius Records Cologne und ist als CD sowie auf allen gängigen Streamingplattformen verfügbar.
Single Release:
09.10.2026 – 1. Single „This Can’t Be Love“
23.10.2026 – 2. Single „The Entire Ocean In A Drop“
Wer mehr erfahren möchte, kann auf www.thimo-niesterok.de unter „Gedanken“ Thimo Niesteroks Essay lesen, in dem er sich mit der Frage der Aktualität und dem „künstlerischen Wert“ von Swing & Co. in der heutigen Zeit auseinandersetzt.
Kurzbiografie
Thimo Niesterok (*1996) ist eine der herausragenden Stimmen der jungen deutschen Jazzszene und fasziniert als Trompeter nicht nur durch außergewöhnliche Musikalität, sondern auch durch
seine Leidenschaft für Swing und Mainstream Jazz. Bereits während seines Studiums an der Hochschule für Musik und Tanz Köln brachte ihn seine Konzerttätigkeit unter anderem nach Indien und Südkorea und als Preisträger des Kobe Jazz Street Awards zweimal nach Japan. Seine Musik ist bereits auf mehreren eigenen Alben veröffentlicht: Das Debütalbum „First Clambake“ erschien 2017, gefolgt von „Two Talkin’ Horns“ im Jahr 2019, einem gemeinsamen Projekt mit der Posaunen-Legende Dan Barrett (USA). 2023 erschien sein Album „Stepping Forward“ auf dem traditionsreichen deutschen Label MONS Records, das vielfach positiv besprochen worden ist. Im Laufe seiner Karriere arbeitete Niesterok mit namhaften Künstler:innen wie Dan Barrett, Scott Hamilton, Engelbert Wrobel, Chris Hopkins, Emil Mangelsdorff, Rossano Sportiello, Thilo Wagner, Joscho Stephan, Frank Roberscheuten sowie dem Glenn Miller Orchestra u.v.m. zusammen.
Tracklist:
1. This Can’t Be Love
2. Stumbling In Style
3. No More Detours
4. The Entire Ocean In A Drop
5. Corner Pocket
6. The Things You Don’t Yet Know About
7. You’ll Never Miss Me
8. Look For The Silver Lining
ALL COMPOSITIONS BY THIMO NIESTEROK,
EXCEPT (#1 RICHARD RODGERS;#5 FREDDIE GREEN;#8 JEROME KERN)
THIMO NIESTEROK TRUMPET /FLUGELHORN
JERRY LU PIANO
STEFAN REY BASS
NIKLAS WALTER DRUMS
Webseite: www.thimo-niesterok.de
Instagram: https://www.instagram.com/thimo_niesterok_jazz/
