{"id":16957,"date":"2023-05-15T15:32:02","date_gmt":"2023-05-15T13:32:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.qrious.de\/?p=16957"},"modified":"2023-05-15T15:32:02","modified_gmt":"2023-05-15T13:32:02","slug":"konstantin-dupelius-knowledge-releasedate-23-06-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.qrious.de\/en\/konstantin-dupelius-knowledge-releasedate-23-06-2023\/","title":{"rendered":"Konstantin Dupelius &#8211; KNOWLEDGE (Releasedate: 23.06.2023)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-16938\" src=\"http:\/\/www.qrious.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/KonstantinDupelius_Knowledge_Album_Cover-web-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.qrious.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/KonstantinDupelius_Knowledge_Album_Cover-web-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.qrious.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/KonstantinDupelius_Knowledge_Album_Cover-web-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.qrious.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/KonstantinDupelius_Knowledge_Album_Cover-web-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.qrious.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/KonstantinDupelius_Knowledge_Album_Cover-web-190x190.jpg 190w, https:\/\/www.qrious.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/KonstantinDupelius_Knowledge_Album_Cover-web-645x645.jpg 645w, https:\/\/www.qrious.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/KonstantinDupelius_Knowledge_Album_Cover-web-345x345.jpg 345w, https:\/\/www.qrious.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/KonstantinDupelius_Knowledge_Album_Cover-web-180x180.jpg 180w, https:\/\/www.qrious.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/KonstantinDupelius_Knowledge_Album_Cover-web-600x600.jpg 600w, https:\/\/www.qrious.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/KonstantinDupelius_Knowledge_Album_Cover-web-100x100.jpg 100w, https:\/\/www.qrious.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/KonstantinDupelius_Knowledge_Album_Cover-web.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00c3\u00bcr sein erstes Solo-Album <strong>KNOWLEDGE<\/strong> hat sich KONSTANTIN DUPELIUS mehrere Wochen lang in einen eigens organisierten Silent Retreat in die Oberlausitz begeben. Ganz nah am Wald und fernab von zivilisatorischen St\u00c3\u00b6rger\u00c3\u00a4uschen, in den Studios seiner Kollegen und Freunde Falk Sch\u00c3\u00b6nfelder, Leo Sch\u00c3\u00b6ning und Chris Fischer, entstanden 10 Kompositionen als Antworten auf gro\u00c3\u0178e Fragen und als Ergebnis von Klang- und Kompositionsforschung.<\/p>\n<p>Neben der klassischen Klaviermusik, die besonders in den beiden Solo-Klavierst\u00c3\u00bccken Intermezzo &amp; Prelude sowie in den Rekompositionen klassischer Klavierwerke (2512 &amp; The Tempest) ma\u00c3\u0178gebliche Inspirationsquelle war, ist die Musik seines Albums stark beeinflusst von elektronischem und experimentellem Sounddesign (Lacrimosa for Sarajevo &amp; Air), von Samples und Rhythmen aus Togo und Kongo (La Famille) und von sinfonischen Kompositionen mit nostalgisch-d\u00c3\u00bcsterem Prog-Touch (A Delicate Balance &amp; Dank &amp; Waves).<\/p>\n<p>Mit dem Release startet Konstantin damit, seine Musik auch als Solo-K\u00c3\u00bcnstler, abseits der Theater- und Festivalkollaborationen, auf die B\u00c3\u00bchne zu bringen. Mit Klavier, moog Synthesizer, Laptop, Ableton Live Controller, E-Cello und der eigenen Stimme l\u00c3\u00a4dt er das Publikum ein, gemeinsam in seine eigenartigen Klangfarben abzutauchen und mit auf die Suche nach der inneren KNOWLEDGE der Natur zu gehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>LACRIMOSA FOR SARAJEVO<\/strong><\/p>\n<p>Sarajevo ist meine absolute Lieblingsstadt. Keine andere Stadt hat mir bisher dasselbe Gef\u00c3\u00bchl von Liebe, Energie, Sch\u00c3\u00b6nheit und Verr\u00c3\u00bccktheit vermitteln k\u00c3\u00b6nnen. Jedes Jahr muss ich dort hin, wenigstens um meine Sarajevo-Batterien aufzuladen, und um weiter einzutauchen in die vielen Geschichten, Kultur, Musik und Natur in und rings um die Stadt. Aber wenn ich an Sarajevo denke, denke ich auch an die Traurigkeit die \u00c3\u00bcber dieser Stadt wie eine Wolke der Depression liegt. An die Frustration meiner Sarajevaner, die jedes Jahr berichten, es w\u00c3\u00bcrde immer noch schlimmer. An die nicht aufh\u00c3\u00b6rende Abwanderung ins Ausland, die \u00c3\u00b6konomische Stagnation und an die segregationistische, nationalistische Politik, die diese Stadt und das gesamte Land Bosnien-Herzegowina seit mehr als 30 Jahren zerst\u00c3\u00b6rt. Meine Komposition LACRIMOSA FOR SARAJEVO ist Ausdruck dieser Traurigkeit, der Tr\u00c3\u00a4ne, die ich stets f\u00c3\u00bcr Sarajevo weinen muss.<\/p>\n<p>F\u00c3\u00bcr eine Stadt voller Kultur, Lebendigkeit und Verr\u00c3\u00bccktheit, in der aus jeder Stra\u00c3\u0178enecke ein s\u00c3\u00bc\u00c3\u0178er Saft voller Kreativit\u00c3\u00a4t, Interkulturalit\u00c3\u00a4t und Inspiration quillt, der seit 30 Jahren aber von menschenfeindlichen Ideologien vergiftet wird.<\/p>\n<p>Es ist eine Tr\u00c3\u00a4ne f\u00c3\u00bcr alle meine Freunde und Kollegen in dieser Stadt, die ihr Potenzial und das Potenzial der Stadt nicht voll erleben d\u00c3\u00bcrfen und vielleicht auf lange Sicht nie erleben werden. Und es ist eine Tr\u00c3\u00a4ne f\u00c3\u00bcr alle, die im Krieg und der fast 4 Jahre langen Belagerung der Stadt zwischen 1992 und 1995 ihr Leben, ihre Familienmitglieder, ihre Freunde und das Vertrauen in die Menschheit verloren haben.<\/p>\n<p>Als ich 2017\/18 wegen eines Musiktheaterprojekts auf Recherche nach Bosnien reiste, erz\u00c3\u00a4hlte mir der Professor f\u00c3\u00bcr elektronische Musik der Musikakademie in Sarajevo, dass sein bis heute bewegendstes Konzerterlebnis das Konzert war, das das Philharmonische Orchester von Sarajevo 1994 w\u00c3\u00a4hrend des Krieges in der bereits zerst\u00c3\u00b6rten Vje\u00c4\u2021nica, dem heutigen Rathaus von Sarajevo, unter der Leitung von Zubin Metha spielte. Auf dem Programm stand Mozarts Requiem. Es war f\u00c3\u00bcr ihn nicht deshalb so bewegend, weil die musikalische und interpretatorische Qualit\u00c3\u00a4t des Konzerts besonders hoch gewesen sei, nein, weil trotz und w\u00c3\u00a4hrend des Krieges, w\u00c3\u00a4hrend der Belagerung der Stadt, das Bed\u00c3\u00bcrfnis nach Kunst, nach Musik, nach Zusammenkunft und Erleben von Gemeinschaft so hoch war, dass Ereignisse wie dieses Konzert alles andere bis heute \u00c3\u00bcberschatten. Ganz \u00c3\u00a4hnlich erz\u00c3\u00a4hlen es mir auch meine Freunde und Kollegen aus der Stadt, dass die Konzerte und Parties w\u00c3\u00a4hrend der Belagerung Sarajevos, egal ob Punk, Klassik oder Theater, die intensivsten Erlebnisse ihres Lebens waren.<\/p>\n<p>Inspiriert von diesen Gespr\u00c3\u00a4chen und von Mozarts Requiem habe ich LACRIMOSA FOR SARAJEVO Anfang 2018 zun\u00c3\u00a4chst im artistic research unseres Theaterprojekts in S\u00c3\u00bcdtirol komponiert, und dann mit meinem Freund <strong>Nedim Zlatar<\/strong>, Schlagzeuger und Produzent aus Sarajevo, in Sarajevo ausproduziert und vollendet. Die Klaviermelodie ist ein Zitat aus dem Lacrimosa aus Mozarts Requiem, das ich reharmonisiert habe und anhand dessen ich frei \u00c3\u00bcber die neuen Harmonien improvisiere. Der zweite Teil der Komposition basiert auf demselben Material, diesmal aber mit der Unterst\u00c3\u00bctzung von Nedim Zlatar am Schlagzeug, der die Tr\u00c3\u00a4ne f\u00c3\u00bcr Sarajevo bis zum dramatischen Schrei steigert. Es ist bis heute die Komposition, mit der ich mich am Meisten identifiziere, weshalb ich mich auch dazu entschieden habe, ein Musikvideo zu drehen &#8211; und das musste nat\u00c3\u00bcrlich in Sarajevo passieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>A DELICATE BALANCE<\/strong><\/p>\n<p>A DELICATE BALANCE ist eines dieser St\u00c3\u00bccke, zu denen mich mein Silent Retreat in der Oberlausitz am Rande des Waldes und fernab von zivilisatorischen St\u00c3\u00b6rger\u00c3\u00a4uschen besonders inspiriert hat. Es handelt von der wohl gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178ten Bedrohung der Menschheit, von der Zerst\u00c3\u00b6rung der Natur durch den Menschen und vom menschengemachten Klimawandel. Es erz\u00c3\u00a4hlt von bereits jetzt sp\u00c3\u00bcrbaren Auswirkungen, fehlenden Ernten in Europa, brennenden W\u00c3\u00a4ldern in Kalifornien, sterbenden Fischen im Ozean, anhaltenden D\u00c3\u00bcrren in Ostafrika.<\/p>\n<p>Das Zitat von Harrison Ford, das die Komposition umrahmt, ist simpel und naiv, und genau das hat mich daran begeistert. Genauso naiv wie wir Menschen glaubten und glauben, die Natur kontrollieren und beherrschen zu k\u00c3\u00b6nnen, dass Zivilisation und Mobilit\u00c3\u00a4t, Fortschritt und Wohlstand, wie wir sie im globalisierten Kapitalismus verstehen, uns an das Ziel einem vollends erf\u00c3\u00bcllten Leben bringen, genauso simpel und naiv antwortet uns die Natur darauf, dass das nur im Zusammenleben mit ihr geht.<\/p>\n<p>\u00e2\u20ac\u017eNature doesn\u00e2\u20ac\u2122t need people, people need nature.\u00e2\u20ac\u0153<\/p>\n<p>Wir leben in ewigem Zusammenhang mit allen Lebewesen um uns herum. Egal f\u00c3\u00bcr wie zivilisiert wir uns halten, f\u00c3\u00bcr wie besser gestellt wir Menschen uns gegen\u00c3\u00bcber allen anderen Lebewesen empfinden, die Natur wei\u00c3\u0178 wie es wirklich ist, sie hat ihr inneres Knowledge, dass alles Leben in einer delicate balance zusammenlebt, und wir uns nur gemeinsam und gegenseitig im Leben unterst\u00c3\u00bctzen k\u00c3\u00b6nnen, wenn wir uns dieser Balance bewusst sind. Ger\u00c3\u00a4t die Balance au\u00c3\u0178er Kontrolle, zerst\u00c3\u00b6ren wir uns gegenseitig, Natur und Mensch. In meiner Besch\u00c3\u00a4ftigung mit westafrikanischen Naturreligionen begeisterte mich vor allem die Demut, die dort gegen\u00c3\u00bcber der Natur ausge\u00c3\u00bcbt wird. \u00c2\u00a0Die Haltung, dass das, was die Natur einem gibt, auch zur\u00c3\u00bcckgegeben werden muss, durch Dankbarkeit und ein f\u00c3\u00bcr die Natur und die Pflege der Natur gelebtes Leben.<\/p>\n<p>Aufgrund dessen habe ich mich in der Recherche zum Schreiben des Textes von A DELICATE<\/p>\n<p>BALANCE mit afrikanischen Weisheiten rings um Natur und Mensch besch\u00c3\u00a4ftigt, und einige davon teils im Original, teils leicht abgewandelt in meinen Text eingebaut. Musikalisch habe ich versucht, die fragile und delikate Balance der Natur in verschiedenen, fein aufeinander bezogenen Rhythmen und sich \u00c3\u00bcberlagernden Pattern darzustellen.<\/p>\n<p>Der grundlegende Beat des St\u00c3\u00bccks ist ein 12\/8 Takt, dem aber ein sich permanent wiederholendes S-O-S Morsezeichen-Motiv im 9\/8 Takt im Bass zugrunde liegt. Dar\u00c3\u00bcber setzt sich zun\u00c3\u00a4chst ein Synthesizer im 7\/8 Takt, sp\u00c3\u00a4ter ein pr\u00c3\u00a4gnantes Gitarren-Motiv im 4\/4 Takt duolisch gegen\u00c3\u00bcber den Achteln des Grundbeats. Weitere Synthesizer-Stimmen verdichten sich polymetrisch und schlie\u00c3\u0178lich legt sich im kathartischen Mittelteil eine elegische Melodie \u00c3\u00bcber alle anderen Instrumente, die als einzige Instanz konkreten Bezug zum Grundpuls nimmt.<\/p>\n<p>Die Komposition funktioniert nur, wenn sich alle Stimmen bewusst dar\u00c3\u00bcber sind, was die anderen Stimmen gerade machen, und dass sobald sie aus der Reihe tanzen, das gesamte Gef\u00c3\u00bcge ins Schwanken ger\u00c3\u00a4t. Und so sollten auch wir Menschen wieder lernen, mehr den verschiedenen Stimmen der uns umgebenden Natur zuzuh\u00c3\u00b6ren, um von unserer \u00c3\u0153berheblichkeit abzukommen und uns bewusst zu werden um die Delicate Balance und\u00c2\u00a0 das Knowledge der Natur.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>AIR<\/strong><\/p>\n<p>AIR l\u00c3\u00b6st in mir das Gef\u00c3\u00bchl von Ekstase, Freiheit und transzendentaler Erf\u00c3\u00bcllung aus. Bezogen auf mein ganzes Album ist es die lang ersehnte Erl\u00c3\u00b6sung aus der Dunkelheit. W\u00c3\u00a4hrend sich alle St\u00c3\u00bccke davor mit d\u00c3\u00bcsteren Thematiken, d\u00c3\u00bcsteren Melodien, Beats und Harmonien auseinandergesetzt haben, lichtet sich mit dem dazugeh\u00c3\u00b6rigen Klavierst\u00c3\u00bcck PRELUDE der Himmel, und endlich scheint mit AIR die Sonne! Air ist die erste und einzige Komposition in einer Dur-Tonart auf meinem Album, und zwar so rein wie nur m\u00c3\u00b6glich, in C-Dur.<\/p>\n<p>Die Sehnsucht nach Erl\u00c3\u00b6sung aus Klimaungerechtigkeit, Zerst\u00c3\u00b6rung und Missachtung von Natur, Segregation und Nationalismus, Kolonisierung und Zerst\u00c3\u00b6rung von Kultur und Familien, Einsamkeit, Haltlosigkeit, Identifikationslosigkeit \u00e2\u20ac\u00a6 all das findet endlich Erl\u00c3\u00b6sung und zwar in Natur und ganz besonders in der Luft. Die Luft ist zentrales Element dieser Komposition. Alles beginnt mit einem aufgenommenen Ventilator-Sound, der sich mehr und mehr in Effekten aufl\u00c3\u00b6st und schlie\u00c3\u0178lich als Musik in Synth-Pad und Bass transformiert wieder auftritt und die Komposition bis zum Ende bestimmt. Rings um diese \u00e2\u20ac\u017eklingende Luft\u00e2\u20ac\u0153 gesellen sich nach und nach Klavier, Synthesizer, Trommeln und weitere aus den Ventialtor-Samples generierte Melodien.<\/p>\n<p>Eine epische, langgezogene Akkordfolge etabliert sich als Hymne an die Natur, an die Luft und aber auch an Erde und Wasser, an das Wissen der Natur und die Heilkraft der Natur. Die Akkordfolge wiederholt sich wie ein Mantra, wird mit immer ekstatischer sprudelnden Instrumenten angereichert, bis sie in transzendentaler Erf\u00c3\u00bcllung f\u00c3\u00b6rmlich in den Himmel fliegt, umgeben von aller Sch\u00c3\u00b6nheit der Natur.<\/p>\n<p>Auch zu dieser Komposition entstand von Lamia \u00c5\u00a0abi\u00c4\u2021 aus Sarajevo ein Musikvideo. Es erz\u00c3\u00a4hlt die Erl\u00c3\u00b6sung aus Dunkelheit in Bildern aus den W\u00c3\u00a4ldern Bosnien-Herzegowinas, die nach langen Monaten des Winters und der Dunkelheit ihre Arme wieder gen Sonne und Fr\u00c3\u00bchling ausstrecken, getragen von der sie umgebenden Luft. Der Titel birgt au\u00c3\u0178erdem eine kleine Referenz zu meiner Liebe zur klassischen Musik. Air &#8211; eine\u00c2\u00a0 sehr alte musikalische Gattung einer einfachen, liedhaften Arie (daher auch der Name Air, abgeleitet von Aria), aber eben instrumental, ohne Gesang &#8211; besonders bekannt geworden durch die ber\u00c3\u00bchmte Air on a G String von Johann Sebastian Bach. Und so ist auch mein Musikst\u00c3\u00bcck in diesem Geiste eine Air, ein einfaches Lied, in dem die Instrumente der Luft singen und als Hymne an die Natur die h\u00c3\u00b6chsten Gef\u00c3\u00bchle ausl\u00c3\u00b6sen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00c2\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>LA FAMILLE<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00c2\u00a0<\/strong>Zur Komposition LA FAMILLE hat mich mein zweimonatiger Aufenthalt in Togo in Westafrika inspiriert &#8211; und ganz besonders war es der bildende K\u00c3\u00bcnstler und Voodoo-Priester Ak\u00c3\u00a9 O\u00e2\u20ac\u2122lokan, durch den ich intensive, augen- und seelen\u00c3\u00b6ffnende und mitunter auch bis heute r\u00c3\u00a4tselhafte Erfahrungen machen durfte. Ak\u00c3\u00a9 nahm mich mit in seine Communities, auf Prozessionen und zu Ritualen. Ich durfte einige Dinge mit meinem Field-Recorder aufnehmen und so bilden die gesammelten Melodien und Rhythmen aus dieser Zeit die Grundlage von LA FAMILLE.<\/p>\n<p>Ak\u00c3\u00a9 erz\u00c3\u00a4hlte mir viel von seinem Knowledge, doch am Pr\u00c3\u00a4gendsten f\u00c3\u00bcr mich war, dass sich die Motive von Familie und Natur durch all seine Weisheiten zogen. \u00e2\u20ac\u017eWe are one Family\u00e2\u20ac\u0153 &#8211; und das nicht nur auf die gesamte Menschheit auf der Erde bezogen, sondern auf alles Lebende der Erde, auf die gesamte Natur.<\/p>\n<p>Wir geben und wir nehmen, und wir sollten uns dieser Balance immer bewusst sein. Schon die Geburt ist eine Gabe der Natur, die uns dazu verpflichtet, ihr etwas zur\u00c3\u00bcckzugeben.<\/p>\n<p>Was aber ist passiert in Afrika, bzw. was hat der wei\u00c3\u0178e Mann, und so einer bin ja auch ich, in Afrika genommen und was hat er gegeben? Er hat haupts\u00c3\u00a4chlich gepl\u00c3\u00bcndert, und tut das bis heute. Zur Kolonialzeit war das vor allem das Pl\u00c3\u00bcndern von Menschenleben als Sklaven, von Rohstoffen in unfairen Handelsbedingungen, von Kulturgegenst\u00c3\u00a4nden, die heute in europ\u00c3\u00a4ischen Museen zweckentfremdet ausgestellt sind, von Kultur und sozialen Systemen im Namen der so heiligen westlichen Zivilisation, von Weisheit und Knowledge im Namen der \u00c3\u00bcber alles stehenden christlichen Bibel. Alle Regionen in Afrika, die ich bis heute besucht habe, k\u00c3\u00a4mpfen bis heute mit den \u00c3\u0153berresten der Zerst\u00c3\u00b6rung durch den Kolonialismus &#8211; und noch viel schlimmer, der Kolonialismus setzt sich in abgewandelter, \u00c3\u00a4u\u00c3\u0178erlich milderer Form fort. Zum Beispiel auf brutale Weise im Kongo, wo westliche Gro\u00c3\u0178konzerne hochwertige und f\u00c3\u00bcr die Produktion elektronischer Ger\u00c3\u00a4te unabdingbarer Mineralien quasi umsonst und auf Kosten vieler Leben abbauen bzw. abbauen lassen. Seit 1996 bis heute hat sich der Kongokrieg im Osten der Demokratischen Republik Kongos nie zu einem wirklichen Frieden hin entwickelt. Die Millionenstadt Goma am Kivusee hat bis heute eine n\u00c3\u00a4chtliche Ausgangssperre und Siedlungen ringsum werden regelm\u00c3\u00a4\u00c3\u0178ig von militanten Gruppen \u00c3\u00bcberfallen, von denen viele ihre Waffen durch den Verkauf von illegal abgebauten Mineralien an westliche Exporteure finanzieren. Das Blut dieser \u00c3\u0153berf\u00c3\u00a4lle befindet sich also \u00c3\u00bcbertragen in all unseren Laptops, Smartphones, Tablets, E-Autos, E-Scootern, Batterien \u00e2\u20ac\u00a6<\/p>\n<p>In meiner Komposition LA FAMILLE war es mir ein Anliegen diese Transformation vom urspr\u00c3\u00bcnglichen Afrika zum heutigen, durch den Einfluss des wei\u00c3\u0178en Mannes besch\u00c3\u00a4digten und von den anhaltenden Auswirkungen des Kolonialismus gepr\u00c3\u00a4gten Afrika musikalisch darzustellen. Das urspr\u00c3\u00bcngliche Afrika, naturbezogen und familienbezogen &#8211; sicherlich nicht konfliktfrei, aber mit deutlich stabileren Werten und Kulturen ausgestattet &#8211; ist zu Beginn der Komposition zun\u00c3\u00a4chst in Original-Aufnahmen und Original-Rhythmen aus Togo zu h\u00c3\u00b6ren. Nach und nach setzt nun die westliche Invasion ein, zun\u00c3\u00a4chst gut gemeint in einer jazzy-weirden Akkordfolge mit einem etwas zu westlich-komplex geratenen Drumgroove, aber immer noch tanzbar und von Wert. Ein Synthesizer setzt sich auf den Groove und greift die Melodie aus einem der Samples aus dem Anfangsteil auf, verfremdet sie allm\u00c3\u00a4hlich und steigert sich in eine immer wildere Extase, die letztendlich die Melodie vollkommen zerst\u00c3\u00b6rt und in entstellter und aggressiver Form in der Reprise noch einmal wiedergibt. Was am Ende \u00c3\u00bcbrig bleibt ist ein traumatisiertes R\u00c3\u00bcckbesinnen auf die urspr\u00c3\u00bcnglichen Rhythmen, aber ohne die eigentliche Durchschlagskraft und ohne Halt gebende Melodie. Beendet wird das St\u00c3\u00bcck von einem Zitat des Friedensnobelpreistr\u00c3\u00a4gers von 2018, Denis Mukwege, der sich seit Jahrzehnten f\u00c3\u00bcr die Aufdeckung und Bestrafung sexueller Kriegsgewalt im Ostkongo einsetzt. Wir k\u00c3\u00b6nnen heute im Zeitalter allweit verf\u00c3\u00bcgbarer Medien nicht mehr behaupten, von diesen Grausamkeiten, die von westlichen Konzernen unterst\u00c3\u00bctzt, direkt und indirekt mitfinanziert werden, nichts gewusst zu haben. Und wir sollten uns alle beim Kauf des n\u00c3\u00a4chsten Smartphones, LapTops, E-Scooters oder E-Autos Gedanken machen, ob wir diese Maschinerie weiter unterst\u00c3\u00bctzen wollen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00c2\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Biografie<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00c2\u00a0<\/strong>Urspr\u00c3\u00bcnglich hat KONSTANTIN DUPELIUS mal Klavier studiert, ganz klassisch. Und noch urspr\u00c3\u00bcnglicher waren da die Anf\u00c3\u00a4nge als 11-j\u00c3\u00a4hriger naiv-ambitionierter Techno-Produzent. Oder die Rockband in den Mid-Teenies, Orchester, Chor &amp; Cello \u00e2\u20ac\u00a6 Der Ursprung von Konstantins musikalischer Sprache ist vielfarbig und hat zahlreiche Abzweigungen in seiner Biografie erfahren. Heute spielt Konstantin nach wie vor klassische Konzerte, er besch\u00c3\u00a4ftigt sich mit Improvisation, Musik aus verschiedensten Genres, elektronischer Musikproduktion, Musik vom Balkan und aus Ostafrika, Theatermusik und Komposition f\u00c3\u00bcr klassisches Ensemble.<\/p>\n<p>So zum Beispiel in der Oper \u00e2\u20ac\u017e1000 Kraniche\u00e2\u20ac\u0153 bei den Salzburger Festspielen (Komposition gemeinsam mit Gustavo Strau\u00c3\u0178, ausgehend von japanischen Volksliedern), in Schauspielmusiken am Stadttheater Freiburg (Nathan der Weise) oder ITZ T\u00c3\u00bcbingen (u.a. Wie ein zarter Schillerfalter), mit seinem Lied- und Musiktheater-Duo OMG Schubert, mit dem er die Werke und den Stellenwert klassischer Musikkultur hinterfragt (u.a. Schauspiel Hannover, Detect Classic Festival, Hidalgo M\u00c3\u00bcnchen), in eigenen internationalen Musiktheater-Produktionen mit dem Kollektiv The Grey Stories (u.a. Festival MESS Sarajevo, Ubumutu Arts Festival Kigali), oder in Kollaborationen mit u.a. dem Ensemble Recherche, Bundesjugendballett, Kai Schumacher, beim PODIUM Esslingen oder beim Kommen und Gehen Festival Oberlausitz.<\/p>\n<p>Die gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178te Inspirationsquelle seiner Musik ist nach wie vor klassische Musik, aber sie muss weiterentwickelt werden, in eine moderne Klangsprache \u00c3\u00bcbersetzt werden. Das jedenfalls ist die Quintessenz aus 7 Jahren Klavierstudium, dass Musik nur lebt, wenn sie st\u00c3\u00a4ndig weitergedacht und weiterentwickelt wird, egal wie alt, egal wie traditionsbehaftet, egal wie museal das Konzertleben strukturiert ist. Um das klassische Klavier bilden nun Synthesizer, Laptop, E-Cello und die eigene Stimme eine Klangburg, in die Konstantin abtaucht und nach musikalischen Antworten auf gro\u00c3\u0178e Fragen des Lebens sucht. Nach dem Ausweg aus der Einsamkeit der modernen Welt, nach Dekolonisierung und der Frage, wie viel Kultur der wei\u00c3\u0178e Mann in der Welt geraubt und unwiederbringbar zerst\u00c3\u00b6rt hat, nach Auswegen aus Krieg, gesellschaftlicher Spaltung, Klimaungerechtigkeit, nach Inspiration und spiritueller Verbundenheit in der Natur \u00e2\u20ac\u00a6<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/konstantin-dupelius.de\/\">https:\/\/konstantin-dupelius.de\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/konstantindupelius\/\">https:\/\/www.instagram.com\/konstantindupelius\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/artist\/2V5MTk7fBggTdnyO7uRAwn\">https:\/\/open.spotify.com\/artist\/2V5MTk7fBggTdnyO7uRAwn<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; F\u00c3\u00bcr sein erstes Solo-Album KNOWLEDGE hat sich KONSTANTIN DUPELIUS mehrere Wochen lang in einen eigens organisierten Silent Retreat in die Oberlausitz begeben. 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