Manu Katché – Third Round

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Manu Katché – Third Round

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ECM_2156_web(VÖ: 19.03.10; ECM) Neue Runde, anderes Spiel. Auf seinem dritten Album für ECM präsentiert Manu Katché eine komplett neue Band, einen veränderten Sound: Elf durchlässig entspannte Stücke zwischen minimalem Funk, elegantem Pop und Jazz-Feeling. Der dezente aber grundsolide Druck, den die Perkussionsarbeit des Leaders gemeinsam mit Pino Palladinos punktgenauem Bass ausübt, inspiriert das gesamte Ensemble. Natürliche Harmoniefolgen tragen so eingängige wie zwingende Melodien. Die Stimmung schwankt zwischen träumerisch und tänzerisch, sucht eine imaginäre Schnittmenge zwischen Katchés langjährigen Bandchefs Jan Garbarek und Sting.
„Wenn ich meine Songs schreibe, habe ich die Musiker im Hinterkopf“, sagt der Drummer und Komponist. Als Gastgeber der populären ARTE-Musikshow „One Shot Not“, in der er seine Gäste häufig bei spontanen Jam-Sessions begleitet, hat er sein Sensorium für die speziellen Stärken bestimmter Musiker noch weiterentwickelt. „Als ich den Kollegen vor der Aufnahme die Demos mit den Noten dazu präsentierte, erkannten sie manches Eigene wieder. Ohne sie imitieren zu wollen, habe ich ihnen die Sachen förmlich in die Finger geschrieben.“ Wie osmotisch die Stücke solche Anregungen aufnehmen, ist schon am klaren und dichten Bandsound zu spüren, der das Konzept seiner beiden früheren ECM-Alben konsequent weiter entwickelt. „Ich sehe meinen musikalischen Werdegang als Kontinuum“, meint der Franzose, dessen Familie von der Elfenbeinküste stammt. Nach dem klassischen Studium am Pariser Konservatorium und Lehrjahren in Bands von Popstars wie Sting und Peter Gabriel erschien vor fünf Jahren sein Debüt als Leader bei ECM, bei dem er mit Jazz-Größen wie Jan Garbarek, Tomasz Stanko und Marcin Wasilewski zusammenarbeitete. „Diesmal wollte ich wirklich etwas Anderes machen. Sobald man auch elektronische Texturen einbringt, um die Musik zum Fließen und Schweben zu bringen, kommt auch alles andere in Bewegung.“

„Third Round“ entstand im Dezember 2009 im Studio La Buissonne in Südfrankreich mit einem internationalen „Dreamteam“, wie es Katché begeistert ausdrückt: Den Pianisten Jason Rebello, schon Anfang der Neunzigerjahre Lichtgestalt der jungen Londoner Jazzszene, kannte Manu von den gemeinsamen Touren mit Sting. Auch Pino Palladino, dessen lupenreiner Groove die A-List des modernen Popgeschäfts – von D’Angelo bis John Mayer – versorgt, spielt mit Manu bei Sting, mittlerweile seit fünfundzwanzig Jahren. Kami Lyle aus Boston, Massachusetts, in unseren Breiten eher eine Neuentdeckung, ist für Manu eine alte Bekannte. „Ich habe vor über zehn Jahren auf einem ihrer Alben gespielt. Sie ist eine gute Trompeterin, und sie singt mit dieser wunderbaren Stimme –wie ein kleines Mädchen oder wie eine naive Joni Mitchell. Trotzdem hat sie diesen Tiefgang, den ich in vielen afrikanischen Stimmen erkenne.“ Die beiden Norweger Tore Brunborg und Jacob Young schließlich hatte der Leader über die „Labelfamilie von ECM“ kennengelernt. „Uns alle verbindet großes Vertrauen, Spaß und Lachen – und das zählt mehr als alles andere“, so Katché. „Es war mir wichtig, mit genau diesen Musikern zu arbeiten, obwohl es schwierig war, drei Tage zu finden, an denen wir alle Zeit hatten. Ich hätte jeden anrufen können: ‚Okay, hier ist das Material, fangen wir an.’ Aber das reicht nicht.“ Nicht umsonst bezeichnet sich Katché als „absoluten Perfektionisten“. Was damit gemeint ist, erschließt sich beim Hören sofort: Perfekt ist hier vor allem die Balance. Schon „Swing Piece“ lebt von der klanglichen Weite des Pianos und dem satten Tenor von Tore Brunborg, unterstützt von einem dieser tiefgreifenden Grooves, die sich so nur durch das Zusammenspiel von Katché und Palladino ergeben. „Une larme dans ton sourire” ist zwar die französische Übersetzung eines Songs von Meshell Ndegeocello („A Tear And A Smile“) und eine bewusste Hommage an die amerikanische Sängerin und Bassistin. Dennoch klingt die Komposition der Ballade nach originärem Katché. „Springtime Dancing“ mit der sensiblen Rhythmusgitarre von Jacob Young weckt nicht nur im „Manha de Carnaval“-Zitat des Klaviersolos brasilianische Reminiszenzen. Sogar das melancholische „Stay With You“, gesungen und getextet von Kami Lyle – schon bei den ersten Worten wird klar, was Manu Katché an ihrer Stimme fasziniert – fügt sich organisch ins Gesamtkonzept. Ohnehin haben die Kompositionen eine sehr vokale Qualität. „Die Melodien sind auskomponiert, aber im Studio lasse ich gern Raum für Variation. Wenn etwas Unerwartetes passiert – und seien es nur Kleinigkeiten – bin ich glücklich. Die Noten sind die Basis, nicht mehr. Nach der dritten Probe im Studio sah ich plötzlich, wie Manfred Eicher im Kontrollraum seine Arme bewegte, und da wusste ich, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Er erkennt immer den richtigen Moment. Wenn er sagt ‚Hör dir das mal an’, heißt das so viel wie ‚Mir gefällt es. Wenn es dir auch gefällt, sind wir fertig.’ Es ist großartig, so einen Produzenten zu haben.“ Dass der Leader, ohnehin ein Meister der Zurückhaltung, sich beim abschließenden „Urban Shadow“ komplett der Stimme enthält und nur seine Komposition sprechen lässt, wirkt wie ein diskretes Statement: Es ist eben ein sehr gelassenes Spiel, das hier in die dritte Runde geht …

MANU KATCHÉ steht für Telefon-Interviews zur Verfügung. Koordination über Q-rious music: marcel.westphal@qrious.de / Tel.: [+49] (+221) 500 859-11

MANU KATCHÉ wird am 18.03. (gegen 0:00 Uhr) mit seiner Band in der arte-Sendung „One Shot Not“ Stücke aus dem aktuellen Album spielen.

Manu Katché drums
Tore Brunborg soprano and tenor saxophones
Jason Rebello piano, Fender Rhodes
Pino Palladino bass

Kami Lyle vocal, trumpet
Jacob Young guitars

Recorded December 2009
Studios La Buissonne, Pernes-les-Fontaines
Engineers: Gérard de Haro, Nicolas Baillard
Cover Photos: Arne Reimer
Design: Sascha Kleis
Produced by Manfred Eicher

An ECM Production

Produced by Manfred Eicher

ECM 2156
[44:38]

P 2010 ECM Records GmbH
© 2010 ECM Records GmbH

www.ecmrecords.com