David Frühwirth – Shostakovich Transcriptions

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David Frühwirth – Shostakovich Transcriptions

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N 67-076_web (Crystal Classics, VÖ: 01.01.2013)
So dankbar Dmitri Schostakowitsch die Pianisten mit Kammermusik-Literatur bedacht hat, sahen sich die russischen Geiger von ihrem Giganten doch stets etwas stiefmütterlich bedient mit seiner einzigen späten Sonate op. 134 von 1968. Selbst sein großer Gegenpol Prokofieff hatte da – dank Umarrangierung einer Flötensonate – mehr Recitalstoff produziert. Also lag es nahe, Arrangements von Werken anderer Besetzung für Violine und Klavier zu verfassen. Manche dieser Bearbeitungen haben sich einigermaßen im Konzertleben etabliert, andere sind – wenngleich nicht minder in der Qualität – ziemlich unbekannt geblieben und können daher hier erstmals auf CD präsentiert werden.

Ganz grob betrachtet, teilt sich Schostakowitsch’s Schaffen in zwei große Hauptblöcke: die großen ernsten Werke einerseits – die Symphonien, Streichquartette, Solokonzerte, Sonaten –, die ihn unzweifelhaft als einen der überragenden Schöpfer des zwanzigsten Jahrhunderts ausweisen; und die vielen leichteren Kompositionen wie Film- und Schauspielmusiken, Ballette und kleineren Orchestersuiten, die gleichfalls durchgehend höchstes Karat besitzen; dazwischen die Opern, die in der suggestiven Bizarrerie der ‘Lady Macbeth’ ihren frühen Gipfel fanden. Schostakowitsch’s leichtere Musik ist zwar sehr populär (man denke nur an den Walzer aus der 2. Jazz-Suite), doch im kritischen Ansehen steht sie deutlich hinter seinen großformatigen Schöpfungen zurück. Auf vorliegendem Album erfährt sie nunmehr eine Verwandlung in reine Kammermusik und beweist damit – vergleichbar den bekannten Transkriptionen von Prokofieff-Balletten – ihren zeitlosen Charme jenseits ihres ursprünglichen Zwecks.
Vorgestellt werden hier die Arbeiten von drei Transkripteuren, unter welchen der 1937 geborene Oistrach-Schüler Grigorij Feigin der prominenteste ist. Feigin, hochrangiger Virtuose der russischen Schule, hat die acht Nummern aus Schostakowitsch’s drei großen Ballettmusiken ‘The Golden Age’ op. 22 (Das goldene Zeitalter, 1929 – 1930) ‘The Bolt’ op. 27 (Der Bolzen, 1930 – 1931) und ‘The Limpid Stream’ op. 39 (Der klare Strom, 1934 – 1935) ohne Effekthascherei sehr wirkungsvoll umgesetzt, und besonders seine ‘Reminiszenz’ betitelte Fantasie über Motive aus der Oper ‘Lady Macbeth des Mzensker Kreises’ op. 29 (1930 – 1932) besticht mit der bemerkenswerten Qualität, weniger Paraphrase oder Potpourri zu sein als vielmehr einer psychologischen Dramaturgie zu folgen, die wie eine ‘symphonische Synthese’ anmutet.
Der eminente Geigenpädagoge Konstantin Fortunatov (1915 – 1996) hat mit einer Serie von einfachen ‘Albumstücken’ gleichfalls sehr ansprechende, geigerisch dankbare Arrangements vorgelegt, und nichts weniger gilt für die hier vorgestellte Fassung der sehr beliebten und eingängigen Romanze aus der Musik zum Film ‘The Gadfly’ op. 97 (Die Stechfliege, 1955) des in den USA lebenden Briten Donald Fraser (geb. 1947), der neben seiner Tätigkeit als Komponist immer wieder als erfolgreicher Bearbeiter hervorgetreten ist.
Es stellte sich durchaus als anspruchsvolle Aufgabe heraus, die recht lose Abfolge kleiner Stücke zu einem dramaturgisch schlüssigen Ganzen zu formen, und so haben wir uns entschieden, die Reihenfolge der Stücke, die von den einzelnen Arrangeuren für den jeweiligen Kontext gewählt wurde, als Teile eines zusammenhängenden Gesamtkonzepts neu festzulegen. Das Zentrum dieses Konzepts bildet das einzige größer angelegte Werk, die ‘Reminiszenz’ über ‘Lady Macbeth’. Diese wird von beiden Seiten unmittelbar flankiert von der zauberhaften Romanze aus dem Ballett ‘Limpid Stream’ in den beiden tonartlich unterschiedlichen Fassungen von Feigin und Fortunatov, deren beide Suiten denn auch in ihrer internen Abfolge umgestellt wurden. Der Rahmen des gesamten Albums, sozusagen einer Scherzbetitelung Sergiu Celibidaches folgend als “Ouverture und Fermerture”, bilden die beiden Fassungen der schwärmerischen ‘Gadfly’-Romanze von Fraser und Fortunatov.

Christoph Schlüren

»David Frühwirth verdanken wir eine intensiv lyrische, geigerisch prachtvoll verfeinerte und leidenschaftlich makellose Aufführung von Egon Wellesz’ Violinkonzert« schreibt Stereo Play über den Geiger David Frühwirth.
Der in Salzburg geborene Geiger David Frühwirth hat sich in der internationalen Musikszene bereits einen Namen gemacht. Viele internationale Pressestimmen trugen ihm hohes Lob ein. Bereits 2004 spielte David Frühwirth bei den Salzburger Festspielen ein erfolgreiches Recital-Debut und Maestro Valery Gergiev hat ihn im Mozartjahr nach St. Petersburg eingeladen, um mit dem Mariinsky Orchestra Mozart drittes Violinkonzert und eine Uraufführung zu spielen.
David Frühwirth konzertierte als Solist und Kammermusiker in vielen bekannten Konzerthallen wie Carnegie Hall und Lincoln Center NY, Konzerthaus Wien, Liederhalle Stuttgart, Concertgebouw Amsterdam, Großes Festspielhaus Salzburg, Herkulessaal München und Gewandhaus Leipzig. 2011/12 wurde er für Konzerte auf weitere bedeutende Bühnen eingeladen, u.a.: Musikverein Wien, Wigmore Hall London, Mozarteum Salzburg, Paris Centre Pompidou, Prinzregententheater München, sowie “Zeitkunstfestival” Berlin und “Toledo Music Festival”. Ferner gab er 2010 sein Debut in Peking mit dem CNSO (Dirigent Gabriel Feltz).
Er ist regelmäßiger Gast bei bedeutenden Musik Festivals, wie Edinburgh Festival, Gstaad Music Festival, Frühlings-Festival Budapest, Schleswig-Holstein, Cheltenham Festival, Davos Festival, Cappenberg Musik Festival, Richard-Strauss-Tage und Münchner Opern-Festspiele (Festspiel+).
Die Orchester, mit denen er bereits zusammenarbeitete sind, u.a. Mariinsky Orchester, Mozarteum Orchester Salzburg, Yomiuri Symphonie Orchester Tokio, RSO Berlin, Wiener Kammerorchester, Dortmunder und Nürnberger Philharmoniker, Janacek Philharmonia, Slowakische Staatsphilharmonie und Liszt Kammerorchester unter Dirigenten wie Valery Gergiev, Alexander Lazarev, Hubert Soudant, Toshiyuki Kamioka, Johannes Wildner, Michael Hofstetter, Arthur Fagen, Philippe Auguin und Theodor Guschlbauer.
David Frühwirth ist mehrfacher Preisträger bei nationalen und internationalen Wettbewerben. Aber auch Kammermusik ist auch ein wichtiger Bestandteil seines musikalischen Weges. So spielte er bereits mit herausragenden Kollegen wie Ivry Gitlis, Pinchas Zukerman, Herbert Schuch, Jörg Widmann, Julius Berger, Mihaela Ursuleasa, Tatjana Masurenko, Henri Sigfridsson, Claudio Bohórquez, Milana Chernyavska, Mirjiam Contzen, Ingolf Turban, Prof. Wen-Sinn Yang und Adrian Brendel zusammen. Seit 2006 ist er auch erster Geiger des “Klenze” Streichquartetts in München.
Als Interpret durchforstet David Frühwirth die Musikliteratur mit großer Begeisterung nach vergessenen Werken und hat somit in den letzten Jahren viele Werke aus der Taufe gehoben und zahlreiche Werke uraufgeführt. Dies führte auch zu zahlreichen CD Aufnahmen bei folgenden Labels: Crystal Classics, Capriccio, OEHMS Classics, Hungaroton, Real Sound und EDA. Sein Doppel-Album “Trails of Creativity” erhielt die Auszeichnungen “Editors Choice” im Fono Forum und im Grammophone Magazin.
Er arbeitete als Musiker mit Komponisten wie Alfred Schnittke, Jörg Widmann, David Noon, Sarah Nemtsov, Olga Potchikina, Graham Waterhouse und Marcello Nisinmann zusammen.
David Frühwirth begann seine Ausbildung am Salzburger Mozarteum u. a. bei den Professoren Paul Roczek, Jürgen Geise und dem legendären Virtuosen Ruggiero Ricci und setzte sein Studium bei dem bekannten Pädagogen Zakhar Bron an der MHS in Lübeck fort, wo er 20-jährig sein Diplom machte. Für weitere Postgraduate Diplomas wurde er dann von Pinchas Zukerman an die Manhatten School of Music für drei Jahre nach New York eingeladen, wo er auch die Zusammenarbeit mit den Kammermusikpädagogen wie Jaime Laredo und Isidore Cohen genoss. Seit vielen Jahren unterrichtet David Frühwirth regelmäßig zahlreiche Meisterkurse in Österreich, Holland und England. Er bekam außerdem 2004 den “Millennium Award” in London verliehen und erteilte Lecture-Recitals an der Menuhin School of Music und an der Oxford University.
David Frühwirth spielt auf der “ex-Brüstlein” Stradivari aus dem Jahre 1707, die ihm die Österreichische Nationalbank großzügiger weise zur Verfügung gestellt hat.
Die ukrainische Pianistin Milana Chernyavska hat schon eine weltumspannende Karriere aufgebaut und sich als eine der hervorragendsten Pianistin unserer Zeit etabliert. Überdies musiziert Sie regelmäßig mit den bemerkenswertesten Instrumentalisten Ihrer Generation zusammen. Ihre Kritiker überschlagen sich mit Lobpreisungen und selbst kein Geringerer als Alfred Brendel urteilte über Sie mit den Worten “Um das Glück des Ganzen handelt es sich, wenn man Milana Chernyavska lausche”.
Mit sieben Jahren spielte Sie schon ihr erstes Konzert im Großen Saal der Philharmonie in Ihrer Heimatstadt Kiew. Auch dort erhielt Milana Chernyavska 1994 die wichtigste staatliche kulturelle Auszeichnung “Verdiente Künstlerin der Ukraine” vom Präsidenten der Ukraine persönlich überreicht. Milana Chernyavska’s Laufbahn führte in den folgenden Jahren zu den bekanntesten und renommiertesten Festivals auf allen Kontinenten der Erde. Sie ist regelmäßiger Gast beim Lucern Festival, Rheingau Festival, Schleswig-Holstein Musikfestival und bei den Festspielen Schwetzingen. Die Pianistin ist außerdem in den bedeutendsten Musikzentren wie Concertgebouw Amsterdam, Suntory Hall Tokio, Münchner Herkulessaal, Wigmore Hall London sowie der Carnegie Hall New York aufgetreten.
Ihre hervorragenden künstlerischen Leistungen wurden schon von Kinderschuhen an mit zahlreichen Preisen bei internationalen und nationalen Wettbewerben anerkannt. Unter anderem bekam Sie den 1. Preis beim Nationalen “Lisenko” Klavierwettbewerb (Kiew 1988), 1. Preis beim Internationaler Klavierwettbewerb “Pierre Lantier” (Paris 1994), 3. Preis beim Internationalen Kammermusikwettbewerb “Vittorio Gui” (Italien) und die Goldmedaille beim Internationalen “Wladimir und Regina Horowitz” Klavierwettbewerb (Kiew 1994).
Zurückkommend zu Ihren Kammermusikpartnern zu denen auch Julia Fischer, Lisa Batiashvili, Sebastian Klinger, Maximilian Hornung, Daniel Müller–Schott, Susanna Yoko Henkel, David Frühwirth, Yamei Yu, Arabella Steinbacher und das Vogler Quartett zählen, um nur ein paar zu nennen, hat Milana Chernyavska bereits zahlreiche CD Einspielungen bei den bekannten Labels wie EMI, Sony, Naxos, Claves, Divox, Avie Records und Ars Musici vorliegen. Diese wurden auch schon mehrmals mit internationalen Preisen ausgezeichnet. Sie hat ebenfalls mit dem “Milander Quartett” ihr eigenes Klavierquartett gegründet, welches sich durch besonderes persönliches Profil aus der Masse hervorhebt.
Als Solistin hat sie mit zahlreichen renommierten Orchestern konzertiert und 2010 ist bei dem schweizer Label “Divox” eine Solo-CD mit Werken von Schumann auf den Markt erschienen. Die vielseitige Künstlerin hat sich auch als Professorin einen Namen gemacht und unterrichtet an der Hochschule für Musik und Theater in München und ist zudem als Professorin an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz berufen worden. Ihre Studenten führt Sie meisterlich zu Erfolgen, und kann sich mit Ihrer Doktorarbeit über den “Wertungs- und pädagogischen Aspekt der Interpretationstheorie” auch als Musikwissenschaftlerin profilieren.
Mit Auszeichnung beendete Sie 1990 ihr Studium am Staatlichen Tschaikowsky Konservatorium in Ihrer Heimat bei Prof. W. Sagaidachny. Es folgten Meisterkurse bei bekannten Professoren und berühmten Pianisten wie A. Brendel, D. Bashkirov, W. Krainev, S. Perticarolli, B. Bloch, D. de Rosa, A. Lonquich, und A. Satz. Von 1995 bis 1998 absolvierte sie erfolgreich ein Meisterklassenstudium bei Prof. M. Höhenrieder und Prof. G. Oppitz an der Hochschule für Musik in München. Diese Stadt ist auch seit vielen Jahren zu Ihrer Heimat geworden, von der aus Sie Ihren verschiedentlichen künstlerischen Projekten nachgeht.