THE BIRD AND THE BEE – Interpreting the Masters Vol.I: A Tribute to Daryl Hall And John Oates

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THE BIRD AND THE BEE – Interpreting the Masters Vol.I: A Tribute to Daryl Hall And John Oates

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BirdBee_Interpreting_Cover (EMI / Blue Note, VÖ: 03.09.2010)
Großartige und anspruchsvolle Popmusik zu machen, kann schwieriger sein als es klingt. Das Duo the bird and the bee, bestehend aus Sängerin Inara George und dem Multi-Instrumentalisten und Grammy-nominierten Produzenten Greg Kurstin, wissen das nicht nur durch die Arbeit an ihrem eigenen Material für ihre Alben “the bird and the bee“ (2007) und “Ray Guns Are Not Just The Future“ (2009), sondern auch durch gelegentliche Abstecher in die Kataloge anderer Songwriter. So haben sie bereits Songs wie “How Deep Is Your Love” von den Bee Gees und den Klassikern “Tonight You Belong To Me” und “Autumn Leaves” ihren Stempel aufgedrückt. Mit “Interpreting The Masters Volume 1: A Tribute to Daryl Hall and John Oates“ widmen die Beiden zwei Künstlern, die einen besonderen Platz in ihren Herzen einnehmen, fast ein komplettes Album.

Wie der Titel schon vermuten lässt, sind die Gefühle des Duos für Hall & Oates ohne Augenzwinkern und absolut ernst gemeint. Ihre Liebe zu deren Musik ist ehrlich. “Das ist überhaupt nicht ironisch gemeint”, betont Kurstin. “Sie sind großartige Songwriter und es sind großartige Songs“. Und er muss es wissen, denn “Rock ‘n Soul, Pt. 1: Greatest Hits“, die Hall & Oates Compilation von 1983, steckte über ein Jahr lang in Kurstins Autoradio. “Ich kriege von dieser Platte nie genug.“ Zunächst spielten the bird and the bee den Song “I Can’t Go For That“ bei ihren Konzerten. Schließlich beschlossen sie, sich an einem kompletten Hall & Oates Album zu versuchen. Letztendlich nahmen sie zwar nicht alle zwölf Songs von “Rock ‘n Soul“ neu auf, aber die acht ausgewählten Songs – einschließlich den 70er Hits “Sara Smile” und “She’s Gone” – sind allesamt wunderbar gereift.
Es ist allerdings ein großer Unterschied, ob man einen vertrauten Refrain mitsummen kann oder einen bekannten Top 40 Hit in seine Einzelteile zerlegt und komplett neu zusammenfügt. Für “Interpreting The Masters“ mussten die überraschend komplexen Lieder von Hall & Oates vorsichtig entschlüsselt werden; besonders da the bird and the bee den Charakter der Originale erhalten und sie nicht völlig von innen nach außen kehren wollten. Achten Sie auf das Händeklatschen und die verführerischen Keyboardklänge auf “I Can’t Go For That” oder die diffuse Interpretation von “Rich Girl”. the bird and the bee holen diese Songs in ihr eigenes Universum und ihre Interpretationen sind weit entfernt von Blue-Eyed Soul. Dennoch bleiben die Grundzüge erhalten.
“Coversongs sind immer eine Herausforderung”, sagt Kurstin. “Man will sich natürlich unterscheiden und etwas Neues einfließen lassen.” Aber es soll nicht so weit verändert sein, dass die ursprüngliche Emotion des Songs zerstört wird. “Wir hätten in die exakt entgegengesetzte Richtung gehen und fröhliche Songs zu traurigen machen können. Aber das wollten wir nicht. Diese Songs haben etwas, das wir lieben und das wollten wir erhalten.“
Das Material selbst ist natürlich sehr stark. Aber the bird and the bee geben auch zu, dass ihre Gefühle durch Nostalgie geprägt sind: „Diese Musik war einfach immer da – im Auto und im Radio“, erinnert sich Kurstin an seine Jugend zurück. Die Beiden tauchten vollkommen in die Songs von Hall & Oates ein und in die Gefühle, die diese hervorriefen. Dann konzentrierten sie sich auf den energiegeladenen Opener „Heard It On The Radio“, dem einzigen eigenen Stück auf dem Album. „Das war unser Versuch, einen 80er Jahre Popsong zu schreiben, da wir gerade in dieser Stimmung waren“, erklärt George. Mit der federnden Basslinie und dem bittersüßen Gesang passt diese Rückbesinnung an FM-Radio Hits perfekt zu den dann folgenden Interpretationen.
Die beiden Musiker haben die Instrumentierung auf bekannten Songs wie „Kiss On My List“ und „Private Eyes“ stark reduziert und schaffen so mehr Raum für die Wendungen in den Harmonien und Gesangsmelodien. So drangen sie ins Innere der Songs vor, was ihre Wertschätzung für die Originalaufnahmen nur noch steigerte. „Daryl Hall ist ein fantastischer Sänger“, sagt Inara George. „Ich wollte versuchen, die Songs genau wie er zu singen und sie sind wirklich schwierig.“ Aber ihre Hartnäckigkeit zahlte sich aus, wie man auf „One On One“ und „Sara Smile“ hört, wo ihre Stimme ganz im Vordergrund steht und inspiriert von den drei-oder vierteiligen Harmonien der Originale großzügig Gesangsspuren hinzugefügt wurden.
the bird and the bee schließen nicht aus, vielleicht weitere Alben zu anderen Künstlern zu machen. Ihre nächste Priorität ist allerdings, ein neues Album mit eigenen Kompositionen zu schreiben und aufzunehmen. Bis dahin können die Fans auf “Interpreting The Masters Volume 1“ einen neuen Blickwinkel auf ihr Schaffen erhalten. Genießt das Album im Autoradio, aber auf eigene Gefahr!