[:de]Stefano Di Battista – Morricone Stories ( Releasedate: 02.04.2021)[:en]Stefano Di Battista – Morricone Stories (Releasedate: 02.04.2021)[:]

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Eine moderne Hommage an Ennio Morricone:

Ennio Morricones Filmmusiken nehmen sich, verbunden mit abwechslungsreichen, szenischen Bildern, wie eine endlose Schatzkiste an kreativem Denken aus. Sie sind außerdem so vielseitig, als ob sie nur darauf warteten, erforscht, novelliert und wiederentdeckt zu werden. Die Stücke der Komponistenlegende wären gleichermaßen unterhaltsam und vollkommen wiedererkennbar, wenn sie von einem bulgarischen Chor oder einem Okarina-Quintett aufgeführt würden. Bringt man den Jazz hingegen ins Spiel, erschließt man Morricones Musik eine ganz neue Welt und bringt zusammen, was genau passen will, weil seine Kompositionen und die freie Musik auf natürliche Weise vielleicht sogar eine unvermeidliche Partnerschaft eingehen sollen. Das liegt zum Teil an einem charakteristischen Merkmal von Morricones Musik: hochgefühlvolle Melodien werden in Texturen von intelligenten Harmonien platziert, was auch den Jazz kennzeichnet – insbesondere, wenn er von jemandem wie Stefano Di Battista gespielt wird.

Der Saxofonist macht sich die Themen Morricones zu Eigen und spielt mit ihnen wie mit einem magischen Stoff.

Morricones Kompositionen schaffen spezielle und mysteriöse Musik, die auf beinahe unerklärliche Weise unseren Seelen erfüllt. Stefano Di Battista empfand zum Glück keine Verpflichtung dazu, sich während der Konzeption seines neuen Albums „Morricone Stories“ ausschließlich an Morricones berühmtesten Filmmusiken, also jenen Scores zu orientieren, die fest im kollektiven Gedächtnis verankert sind. Teilweise wählte Stefano bewusst weniger bekannte Themen, oder besser gesagt Melodien kaum bekannter oder vergessener Filme aus wie „Veruschka“ oder „What Have You Done To Solange?“ (deutscher Titel: „Das Geheimnis der grünen Stecknadel“).

Sein Motiv: Tiefer im Repertoire graben, in dem es immer noch viel zu entdecken gibt, um daran zu erinnern, dass Morricone Soundtracks zu mehr als 500 Filmen lieferte, von denen heute gerade mal eine Handvoll bejubelt werden.

Die Stücke auf „Morricone Stories“ wurden von Stefano gleichsam präzisiert, veredelt und perfekt in Jazz-Standards umgewandelt. Natürlich bereiten sie den Zuhörern das Vergnügen, Themen, die man in und auswendig kennt, neu zu entdecken, wie das swingende und geistreiche Thema aus dem Filmdrama „Metti, Una sera a cena“ oder die Melodie des Spaghetti Westerns „The Good, the Bad and the Ugly“. Letzteres erfand Stefano als duellierende Improvisation neu. Das Saxofon nimmt sich darin der kurzen Hast an Noten an, die vom Ruf eines Coyoten inspiriert wurden, bevor sie ins reine Gefühl von „Deborah’s Theme“ aus „Once Upon A Time In America“ übergehen und darin Auflösung finden. Gleichzeitig zitiert es eins von Morricones größten Werken schlechthin, eines, das ihm besonders gefiel, verkörpert es doch sein Ideal einer Melodie, die das größtmögliche Resultat mit einem Minimum an Noten erreicht. Außerdem gibt es eine wendige Überarbeitung von „The Mission“ zu erkunden, dessen Oboen-Noten im Original für Stefanos Sopran-Saxofon transponiert wurden.

Flora“ ist die große Überraschung auf dem Album. Das bislang unveröffentlichte Stück schenkte Morricone, der vielverehrte Komponist, Stefano Di Battista. Im Ergebnis ist „Morricone Stories“ ein makelloses Album geworden, das eine Serie von anderen Platten hervorbringen könnte – ganz so, als ob ein Teil von Morricones Denken, vielleicht unabsichtlich, Richtung Jazz gerichtet war.

 

Am 14. Februar 1969 in Rom geboren, fand der Saxofonist Stefano Di Battista beim Lauschen von Art Pepper- und Cannonball Adderley-Platten zum Jazz. Zum Umzug nach Paris vom Pianisten Jean-Pierre Como ermutigt, der ihn während des Sommers 1992 im Rahmen des Calvi Jazz Festivals hörte, fasste Stefano schnell Fuß in der französischen Hauptstadt. Unterstützt wurde er dabei von einer Reihe Musiker, insbesondere von Drummer Aldo Roma und dem Dirigenten Laurent Cugny, der Stefano und den Trompeter Flavio Boltro darum bat, seinem 1994 gegründeten Orchestre National de Jazz beizutreten.

Obwohl Stefano hauptsächlich in Frankreich aktiv ist, hielt er immer enge Verbindungen zur italienischen Jazz-Szene aufrecht. Aus diesen Verknüpfungen entstanden Platten mit Landsleuten wie Enrico Rava (1996), Rita Marcotulli (1998), Daniele Scannapieco (2003) und Dario Rosciglione (2004). Die Band, die sein drittes Album „Round About Roma“ (2002) für Blue Note einspielte, war ein international besetztes Quartett, dem der belgische Pianist Éric Legnini, Drummer André Ceccarelli aus Frankreich und der italienische Bassist Rosdario Bonaccorso angehörten. Begleitet wurden die vier Musiker von einem Symphonieorchester, das von Vince Mendoza dirigiert wurde, der auch für die Orchesterarrangements verantwortlich zeichnete.

Diesem Album ließ Stefano zwei weitere Aufnahmen für Blue Note folgen: Eine Tribut-Einspielung an Charlie Parker und das virtuose „Trouble Shootin‘“ (2007) mit Fabrizio Bosso an der Trompete und Baptiste Trotignon an der Hammond. Das Folgealbum „Woman’s Land“, 2011 auf dem italienischen Label Alice Records erschienen, wurde von unterschiedlichen geschichtsrelevanten weiblichen Figuren des 20. Jahrhunderts inspiriert.

Stefanos Vermögen, mit anderen Solisten in musikalische Dialoge zu treten, wird auch auf seinen späteren Alben evident, unter denen sich „Giù la Testa“ (2014) befindet – entstanden mit den französischen Gitarristen Sylvain Luc.

 

  1. Cosa avete fatto a Solange? (aus “What have you done to Solange?”)
  2. Peur sur la ville (aus “Fear over the City”)
  3. La cosa buffa (aus „La cosa buffa”)
  4. Veruschka (aus „Veruschka“)
  5. Deborah’s Theme (aus “Once Upon a Time in America”)
  6. Metti, una sera a cena (aus “Metti, una sera a cena”)
  7. Apertura della caccia (aus “1900”)
  8. Il grande silenzio (aus “The Great Silence”)
  9. Flora (Weltersteinspielung)
  10. La donna della domenica (aus “The Sunday Woman”)
  11. Gabriel’s Oboe (aus “The Mission”)
  12. The Good, the Bad and the Ugly (aus “The Good, the Bad and the Ugly”)

All music composed by Ennio Morricone

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Ennio Morricone’s film music provides an infinite treasure trove of creative thinking, associated with the most varied of images. It is also extremely versatile, just waiting to be delved into, reworked and rediscovered – his compositions would still be equally enjoyable and perfectly recognizable performed by a Bulgarian choir or a quintet of ocarinas. But throwing jazz into the mix takes things to a whole new level, creating what feels like a perfect match, a natural, perhaps even inevitable partnership. This stems in part from a distinctive feature of Morricone’s music: it places highly emotional melodies within a texture of intelligent harmonies, and jazz does exactly the same, particularly in the hands of someone like Stefano Di Battista.

The saxophonist takes the composer’s themes and plays with them as if they were a magical substance, that special and mysterious music that almost inexplicably fills our souls. And he didn’t feel compelled to stick to Morricone’s most famous film scores, the ones etched into the public consciousness. In some cases, Stefano has chosen lesser-known themes, or rather tunes from lesser-known or forgotten films, like “Veruschka” or “What Have You Done to Solange?” both to dig deeper into a repertoire where there is still much to be explored, and as a reminder that Morricone provided the soundtrack to more than 500 films, only a handful of which are still celebrated today. These tunes are both refined and very precious, and of course you also get the pure pleasure of hearing themes you know inside and out turned into perfect jazz standards, like the swinging and witty “Metti, una sera a cena”, or “The Good, the Bad and the Ugly” reinvented as a duelling improvisation, with the sax taking on the brief flurry of notes inspired by the call of the coyote, before dissolving into the pure emotion of “Deborah’s Theme” from Once Upon a Time in America. This is one of Morricone’s greatest ever works, one he was very fond of because it epitomised his ideal of a melody that achieves the maximum possible result with the minimum number of notes.

Then there is a nimble reworking of The Mission, with the original oboe effortlessly transposed to the soprano sax, and Flora, a surprise, previously unreleased number that the revered composer gifted to Di Battista. Ultimately, the mechanism feels flawless and could spawn a series of other records – as if part of Morricone’s thinking was always, perhaps unwittingly, directed towards jazz. The album “Morricone Stories” will be released April 2021.

Born 14 February 1969 in Rome, saxophonist Stefano Di Battista came to jazz through the records of Art Pepper and Cannonball Adderley. Encouraged to move to Paris by pianist Jean-Pierre Como, who heard him during the summer of 1992 at the Calvi Jazz Festival, Stefano quickly found his footing in the French capital with the help of several musicians, notably drummer Aldo Romano and the conductor Laurent Cugny, who invited Stefano and trumpeter Flavio Boltro to join his Orchestre National de Jazz, established in 1994.

Though mainly active in France, Stefano also maintains close links with the Italian jazz community, having recorded with compatriots Enrico Rava (1996), Rita Marcotulli (1998), Daniele Scannapieco (2003) and Dario Rosciglione (2004).

The combo on his third album for Blue Note, Round About Roma (2002), therefore, is an international quartet featuring Belgian pianist Éric Legnini, French drummer André Ceccarelli and Italian bassist Rosario Bonaccorso, backed by a symphonic orchestra arranged and conducted by Vince Mendoza.

Stefano followed up with another two albums for Blue Note: a tribute to Charlie Parker, and the virtuosic Trouble Shootin’ (2007) featuring Fabrizio Bosso on trumpet and Baptiste Trotignon on the Hammond. His subsequent album Woman’s Land (2011), on Italian label Alice Records, took as its inspiration several historic female figures of the 20th century. Stefano’s ability to engage in a musical conversation with other artists is evident on his later albums, among them Giù la Testa (2014), recorded with French guitarist Sylvain Luc.

 

STEFANO DI BATTISTA (ALTO & SORANO SAXOPHONE)

FRED NARDIN (PIANO)

DANIELE SORRENTINO (DOUBLE BASS)

ANDRE CECCARELLI (DRUMS)

 

  1. Cosa avete fatto a Solange (from What Have You Done to Solange?)
  2. Peur sur la ville (from Fear Over The City)
  3. La cosa buffa (from La cosa buffa)
  4. Veruschka (from Veruschka)
  5. Deborah’s Theme (from Once Upon a Time in America)
  6. Metti, una sera a cena (from Metti, una sera a cena)
  7. Apertura della caccia (from 1900)
  8. Il grande silenzio (from The Great Silence)
  9. Flora* (world premiere recording)
  10. La donna della domenica (from The Sunday Woman)
  11. Gabriel’s Oboe (from The Mission)
  12. The Good, The Bad And The Ugly (from The Good, The Bad And The Ugly)

 

All Music Composed by Ennio Morricone

Arrangements and artistic direction by Stefano di Battista and Fred Nardin

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