Klazz Brothers & Cuba Percussion – Tango meets Cuba

tangomeetscuba (Sony Music, VÖ: 02.12.2016)

Seit nunmehr gut 16 Jahren sind Klazz Brothers & Cuba Percussion eine feste Größe im so spannenden wie vielschichtigen Grenzbereich zwischen den Genres, auch „Crossover“ genannt. Ebneten zu deren Zeiten Eugen Cicero und Jaques Loussier mit ihrem innovativen Wirken insbesondere dem Classical Crossover den Weg, so sind aktuell die Klazz Brothers in diesem Bereich wegweisend, in der Kombination mit der Latin-Szene weltweit einzigartig. Seitdem Klazz Brothers & Cuba Percussion im Februar 2000 ihre erste spontane Session auf kubanischem Boden gemeinsam absolvierten und noch im November desselben Jahres zu einer Tournee durch Deutschland aufbrachen, eilt ihnen der Ruf des Besonderen, wenn nicht sogar Einzigartigen voraus.

In ihrem neuen Album „Tango meets Cuba“ führt das Ensemble seine stetige Weiterentwicklung konsequent weiter. Es ist für die Klazz Brothers wieder einmal die Entdeckung und Erforschung eines bislang fremden Genres. Und wenn das den Namen ’Tango’ trägt, gehört zu seiner Erforschung schon ein bisschen Mut – denn Klazz Brothers & Cuba Percussion sind dabei den Altmeistern des Tangos, Astor Piazzolla und Carlos Gardel, auf der Spur.

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Sarah Ferri – Displeasure

Sarah_Ferri-Displeasure_Cover (Jazzhaus Records, VÖ: 18.11.2016)

Ihren unbeschwerten Gypsy Retro-Swing haben wir vom Debüt „Ferritales“ noch im Ohr. Die Italo-Belgierin, die von der Tageszeitung De Standaard als eine der „großen Entdeckungen des Jahres“ gepriesen wurde, legt nun mit einem zweiten, durchweg überraschenden Werk nach: Von ihrer mediterranen Seite abgekehrt, offenbart Sarah Ferri die melancholischen Aufwühlungen ihrer Seele, nach dem Sommermärchen folgt der Herbststurm. Mancher mag sie kaum wiedererkennen – und genau das macht den ungeheuren Reiz von „Displeasure“ aus.

Dass zwei Seelen in ihr schlummern, daraus hat sie selbst nie ein Geheimnis gemacht: „Ich habe oft das Gefühl, dass ich ein Alien bin – in Italien finden sie mich zurückhaltend und unnahbar, in Flandern genau das Gegenteil“, bekannte Sarah Ferri einmal im Interview. Als Tochter eines Italieners und einer Belgierin bekommt sie zuhause eine reichhaltige Palette musikalischer Geschmackrichtungen serviert, von Bossa Nova bis zu Psalmen, von Seventies-Pop bis zu klassischem Klavierunterricht. Ihr eigenes, folkiges Songwriting geht zunächst parallel mit einer Ausbildung zur Wirtschaftsingenieurin, bis sie sich eingesteht, dass die Musik die eigentliche Hauptrolle in ihrem Leben spielen sollte.

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Night Of Jazz Guitars – Sound And Clouds

NightOfJazzGuitars_SoundAndClouds_Covermotiv_klein(home.Fi records, 25.11.2016)

Auf Klangwolke sieben

Gitarristen sind so etwas wie die Götter des Jazz. Musiker mit goldenen Fingern, die alles, was sie anfassen, veredeln. Sie verstehen sich als mannschaftsdienliche Strukturgeber, als solche, die in der Funktion des Begleiters jeden Mitspieler besser machen, rhythmische und harmonische Räume öffnen und damit gleichzeitig die Konsistenz der Form sichern. Wenn sie aber selbst in den Vordergrund treten, dann improvisieren sie hellwach, reagieren mit feinem Ohr auf jeden Ton. Alles scheint möglich, wenn es der Spannung und der musikalischen Wahrheitsfindung dient.

Wenn allerdings mehrere solcher Bewohner des Olymp gemeinsam auf den Plan treten, dann steht latent die Gefahr eines Wettbewerbs im Raum. Ego trifft auf Ego: Wer ist flinker, wer geschickter, wessen halsbrecherische Läufe versetzen das Publikum mehr in Erstaunen? Nicht nur mit diesem Vorurteil haben Paulo Morello und Andreas Dombert mit ihrer ersten „Night Of Jazz Guitars“-Veröffentlichung 2011 gründlich aufgeräumt. Das damals initiierte Gipfeltreffen mit den hochgeschätzten Kollegen Helmut Kagerer und Larry Coryell galt bei Kritikern als so etwas wie ein Musterbeispiel für die moderne Jazzgitarre: Verpflichtet einzig der Schönheit und dem Zauber der Musik. Ein Gemeinschaftsprojekt im besten Wortsinn.

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Ikarus – Chronosome

Ikarus_Chronosome_Covermotiv_klein(Ronin Rhythm Records, VÖ: 24.11.2016)

Der musikalische Organismus IKARUS kehrt nach Echo mit dem schillernden zweiten Album Chronosome zurück. Der Titel ist eine Wortspiel mit zwei Begriffen, die prägend für die Aufnahme waren: Chromosom (DNA, die als Molekularkomplex verpackt ist) und Chronos (die Personifikation der Zeit). Ramón Oliveras – der Schlagzeuger, Komponist und Leader der Band – verspürte früh einen starken Appetit auf musikalische Einflüsse unterschiedlicher Art und nennt z.B. Bartôk, Meshuggah, Flying Lotus und Craig Taborn im gleiche Satz als seine Inspirationen. Das Album erforscht die Idee dieser musikalischen Evolution. Diese braucht nämlich vor allem zwei Dinge: Zeit und starke Umwelteinflüsse – die DNA des Albums erscheint so als Dokument der Veränderungen, welche die musikalische Form aufnimmt.

Die DNA ist auch der Code, der die Essenz einer Lebensform ausdrückt, festhält und eine formale Kontinuität über längere Zeit garantiert. Der charakteristische IKARUS Klang und der eigene Kompositionsstil war bereits auf dem Debutalbum Echo hörbar. Mit Chronosome haben wir nun die entwickelten Iterationen dieses ursprünglichen Bauplanes vor uns, also die zweite Gen-Generation. IKARUS kombinieren immer noch verspielt abstrakte Formen mit komplexen Rhythmen und herausfordernden Taktarten. Aber neu klingt alles weniger ambitiös und darum runder. Das Stück Ontake ist durch einem 4/4 Puls geerdet, während das Schlagzeug einen 19/8 über einen 6/8 Loop spielt, das Piano einen 5/8 wiederholt und die Sänger darüber im 13/8 schweben. Das Stück klingt aber auch ohne dieses Wissen zugänglich und betörend, weil die Band stets ihre sinnliche Leichtigkeit behält.

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Joo Kraus – Joo Jazz und Until Now

0005-2KHA_JooKraus_JooJazz_Cover_300dpi(Künstlerhafen, VÖ: 04.11.2016)

Olive: I have something new for you to try.

Popeye: That sounds great, I will get ready for it and you can give me your joojazz to try out.

Was, bitteschön, sollen wir uns unter “JooJazz” vorstellen?

0006-2KHA_JooKraus_UntilNow_Cover+Sticker

Geht’s nach Urbandictionary.com, dann steht das Wort, das ursprünglich in einem Dialog von Muskelprotz Popeye und seiner Geliebten Olive in der US-Zeichentrickserie “Popeye The Sailor Man” vorkam, für etwas Neues, Unbekanntes und Undefinierbares. Diese Begriffsbestimmung lässt sich mühelos auf das gleichnamige Album von Joo Kraus übertragen, ist es doch voll von neuen Sounds und bisher nicht gehörten Stilverbindungen, die nur schwer zu kategorisieren sind. Schubladeneinräumer und Kästchenankreuzer haben sich an dem deutschen Trompeter, Sänger und Komponisten ja schon immer die Zähne ausgebissen, diesmal werden sie aber auch noch den letzten Zahn verlieren, denn Kraus lässt sich weiterhin nicht auf eine Stilrichtung festnageln. Zugegeben, Jazz war und ist der Fixstern in seinem Musikuniversum, in dessen Gravitationsfeld ziehen jedoch die Planeten Soul, Funk, Pop und Latin ihre Bahnen, umkreist von den Monden HipHop und TripHop, regelmäßig besucht von Meteoritenschauern voller Elektronik-Einsprengsel.

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Al Pride – Hallavara (+Tourdaten)

HALLAVARA COVER © Jonas Bürgi & Pascal Küng (Radicalis, VÖ: 04.11.16)

Hallavara. Das ist der Name einer südschwedischen Küstenstadt. Genau dahin haben sich die Badener AL PRIDE für eine längere Zeit zurückgezogen, um konzentriert und intensiv an ihrem neuen Album zu arbeiten, das deshalb genau diesen Namen trägt. Am Resultat gemessen war dieser Ort eine ausgesprochen reiche Quelle der Inspiration und Schweden also definitiv eine Reise wert. «Hallavara» ist ein starkes Stück neue Schweizer Musik. AL PRIDE beweisen damit internationales Format.

«Wir schreiben die Musik im Kollektiv», erklären Luk & Nico Schulthess, mit dem Ergebnis hörbar zufrieden. «Dementsprechend breit sind die Einflüsse. Fünf individuelle Musikgeschmäcker kreieren einen individuellen Musikstil. Wir machen im weitesten Sinne Pop. Aber erfrischend rauen, kantigen Pop, sphärisch und mit starken Stimmungen. Von der Beschreibung her sehr nahe am Herbst, wie wir ihn in Hallavara erleben durften – eine wunderschöne Jahreszeit.» Und schieben augenzwinkernd nach: «Man könnte unseren Stil deshalb auch Fall-Pop nennen.»

Die zehn Songs sind klein gedacht und groß geworden. Sie sind von den drei für AL PRIDE typischen Leadstimmen, aber ebenso von den unkonventionell inszenierten Bläsersätzen geprägt. Durchgehend melodiös, getragen von Grooves und einer gewissen Coolness, zeichnet die Musik von AL PRIDE sphärische Stimmungsbilder, die sich direkt auf den Zuhörer übertragen. Also: Eintauchen in die Abgeschiedenheit von «Hallavara», die zweifelsfrei ihre Spuren durch dieses Werk zieht. AL PRIDE bestechen bei den Arrangements mit gekonntem «reduce to the max» in Hülle und Fülle. «Ja, diese Art und Weise ist bei uns Konzept. Das Songwriting passiert minimalistisch. Jeder Song entspringt einer Idee, einer sehr reduzierten Grundsubstanz von zwei, drei Elementen. Wir fügen dann nur noch hinzu, was den Song entscheidend besser macht.»

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Jazz Nights 2016 – Al Jarreau & NDR Bigband

al jarreau(Jahnke, VÖ:30.10.16)

„The Duke Ellington Songbook“

Die Situation hat etwas leicht Unwirkliches. 18 Musiker, die gemeinsam die NDR Bigband bilden, stehen oder sitzen in einem Studio und spielen Jazz, in ihrer Mitte sitzt ein, ja doch, das muss man wohl so sagen: alter Mann wie eine Eminenz. Allerdings keine graue. Dafür lächelt er viel zu glücklich, mit seinen Kopfhörern über den Ohren. Er singt. Er scattet. Er lässt sich offenbar gerade etwas einfallen. Er freut sich darüber, alle um ihn herum tun dies ebenso und haben jeden Grund dazu. Al Jarreau ist zurück in Hamburg. In jener Stadt, die ihn vor 37 Jahren im ganzen Land berühmt machte.

Damals trat er in „Onkel Pö’s Carnegie Hall“ auf, in Wahrheit eine kleine Eckpinte, verrucht, verraucht, die niemals eine Halle war. Er sang. Er scattete. Und zwei Wochen später kannte ihn das ganze Land. Seine Version von Dave Brubecks „Take 5“ wurde als Sensation empfunden und war auch eine. Mehr als ein Dritteljahrhundert später sitzt Al Jarreau im Foyer des NDR, nippt am Milchkaffee und lächelt schon wieder so gewinnend. „Natürlich erinnere ich mich“, sagt er und lacht, „das werde ich auch niemals vergessen! Das war damals eine ganz wichtige Erfahrung für mich, und diese Leute, die mich damals gesehen haben, kommen heute noch immer in meine Konzerte und bringen inzwischen ihre Enkel mit. Zu Onkel Al!“ Das sei so wunderbar, er wisse bis heute nicht, wem er dafür danken soll. „Nach Europa zu kommen“, sagt Jarreau „war eine der besten Ideen meines Lebens. Ich bin mir seither auch erst bewusst, dass Amerika ein Land voller Europäer ist, die einst emigrierten, und natürlich auch der Afrikaner. Aber ich kam hierher, um Eure Onkel und Großmütter zu sehen. Mir erschien es als großartige Idee, meine Musik mit der ganzen Welt zu teilen, mit den Menschen zu lächeln, zu tanzen und im Takt zu klatschen. Und die erste Tür zu diesem wunderbaren Universum öffnete sich für mich hier in Hamburg.“

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Marina & The Kats – Wild (+Tourdaten)

Marina&TheKats_Wild_Cover_Front_3000(O-Tone, VÖ: 04.11.2016)

Nur ein Jahr nach ihrem Debütalbum „Small“ waren Marina & The Kats, die kleinste Big Band der Welt, wieder im Studio. „Wild“ nennt sich der zweite Streich.

Dabei sind Marina und ihre Katzen ihrem Stil und ihrem Motto SWING SWING SWING treu geblieben. Über 100 Konzerten geschuldet, tauchen sie dabei aber noch tiefer ein, in den heißen, treibenden Sound der Juke Joints und Ballrooms. Fetzige Gypsygitarren, leichtfüßige Melodien, luftige Beserlgrooves und Marinas einzigartig charmante Stimme verschmelzen zu einem sehnsuchtsvoll nostalgischen Cocktail, den man schon morgens beim Frühstück und auch noch abends im Tanzcafé genießen kann und der einem unwillkürlich ein Lächeln auf die Lippen zaubert.

Sang Marina auf „Small“ noch davon, wie es sich so lebt, wenn man ein bisschen kleingewachsen ist, zeigt sie uns auf „Wild“ dass hinter der süßen, unschuldigen Fassade auch ein Schlingel lauert, der es ganz schön faustdick hinter den Ohren hat. So rätselt sie in „Easy Does It“ darüber, wieso bloß alle frühmorgens zur Arbeit laufen, während sie gerade von einem ausgelassenen Tanzabend heimkehrt, freut sich in „Bamboozle Boogie“ darüber anderen Streiche zu spielen, zankt sich im bluesigen „Miss Jekyll & Mister Hyde“ mit ihrem Liebhaber und versucht auch mal mit zuckersüßer Unschuldsmiene davon abzulenken, was sie alles angestellt hat („Wild“).

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Petter Bergander Trio – The Grand Dance

PetterBerganderTrio_TheGrandDance_Covermotiv (Herbie Martin Music, VÖ: 04.11.2016)

„Ich schrieb die meisten der Songs für dieses Album im Herbst 2012 als ich für einige Monate in Bangkok lebte.
Diese große Stadt ist voller Menschen aus der ganzen Welt. Ich beobachtete sie, wie sie sich miteinander unterhielten und ihre Körper bewegten sich, als ob sie tanzen wollten. Ich begann darüber nachzudenken, was die Menschen wirklich wollen und wonach sie sich sehnen ist andere Menschen zu treffen und ein wenig zu tanzen. Tango mit Worten oder sich einfach miteinander bewegen.
Es gab mir den Eindruck, dass wir alle nur Teil des The Grand Dance sind.“
Petter Bergander über die Entstehung des Albums.

Petter Bergander wuchs in der schwedischen Kleinstadt Flen südlich von Stockholm auf. Dort spielte er bei einer Auktion der lokalen Kirchengemeinde seinen ersten Gig im Alter von 10 Jahren. 1973 geboren, gehört er zu jener Generation schwedischer Musiker, die einen frühen Zugang zu Instrumenten und Übungsräumen durch die offenen Musikschulen bekam, die von der lokalen Regierung finanziert wurden. Als er von einem Lehrer eingeladen wurde an wöchentlichen Lunchtime Jams teilzunehmen, machte Petter die Entdeckung seines Lebens: den Jazz.

Das Piano hatte sich gerade als sein Instrument herausgestellt. Einige Jahre zuvor hatte er noch mit seinem besten Freund und Bandmitglied gestritten, wer denn das Schlagzeug spielen dürfe. Erst als er seinen Blick auf eine elektrische Philips Philicordia Orgel warf und sie ausprobierte, merkte er, dass er ein Tasteninstrument spielen wollte. Der elektronische Einfluss hat Petter durch seine gesamte Karriere als einer der Top-Pianisten der schwedischen Musikszene verfolgt. Er war unter anderem mit Louise Hoffsten, einer Bluessängerin und Harmonikaspielerin, dem Posaunisten Nils Landgren, Soul/Funk Künstler Kaah und Singer-Songwriter Amanda Jenssen auf Tour.

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Jean Faure & Orchestre -Tour de France

jean Faure Cover (O-Tone, VÖ: 4.11.2016)

Unsere musikalische Tour de France startet « À Paris » und zieht auf heißen Reifen in den Süden über die « Route Nationale 7 », streift die Auvergne, lässt die Weberaufstände in Lyon wiederaufleben, besucht Jean Ferrat in der Ardèche, begrüßt Charles Trenet in Narbonne und Georges Brassens in Sète und vergnügt sich nach Lust und Laune an der bestechenden Vielfalt des französischen Chansons bis hin zum belgischen « plat pays » und zur Insel Réunion…

Jean Faure begleitet von seinem exzellenten fünfköpfigen „Orchestre“ präsentiert neben klassischen auch hierzulande weniger bekannte französische Chansons der 40er, 50er, 60er, 70er….
Mit seiner unprätentiösen und ausdruckstarken Vortragsart verleiht er den Chansons eine wunderbare Leichtigkeit, ohne die Originale zu kopieren, so dass Frankophile wie Uneingeweihte bestens unterhalten werden.

Das Repertoire: Boris Vian, Charles Trenet, Francis Lemarque, Léo Ferré, Jacques Brel, Georges Brassens, Serge Gainsbourg, Jean Ferrat, Claude Nougaro, Georges Moustaki, Barbara, Alain Souchon, Renaud, Maxime Leforestier und viele andere.

Kurzum – spannende, kontrastreiche Programme für Liebhaber der „Chanson française“ und solche, die es werden möchten.

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Nighthawks – 707 (+Tourdaten)

Nighthawks_707_Covermotiv (Herzog Records, VÖ: 28.10.2016)

Die Nighthawks haben in der Spanne ihres über 20jährigen Schaffens ein fein konturiertes, ästhetisches Konzept geschaffen: Musik für Reisende. So spielen Geschwindigkeit und Ruhe, Dichte und Leere, Hell und Dunkel eine zentrale musikalische Rolle im Oeuvre der Band. Die zahlreichen, eingängigen Songs sind sehr klare, auf Reduktion bedachte Stimmungsbilder, die sich vielfach auf reale und fiktive Orte in der Welt beziehen. Der Sog fast aller Songs liegt im Sehnsuchtsvollen, einer musikalischen Welt, die man als raumgreifend beschreiben kann, die immer auch Fläche für eigene Projektion sein darf. So gesehen ist die Musik der Nighthawks ein Road Movie, eines, das sich nun in dem großartigen siebten Studio Album fortschreibt.

Das neue Album 707 hat zunächst einen irdischen Ausgangspunkt. Für die musikalischen Köpfe Dal Martino und Reiner Winterschladen ist die Boeing 707 eine Reminiszenz an ihre Kindheit. Nachdem 1958 die erste Boeing 707 in den Himmel stach, wanderten die Blicke der Buben den Kondensstreifen der Düsentriebwerke hinterher. Schon sechs Jahre später trug das Flugzeug die Beatles nach Amerika. Und bereits 1 ½ Dekaden später stiegen die ersten Rock Stars die Gangway der 707 hinab. Die von dort winkenden Led Zeppelin oder auch die Rolling Stones sind im kollektiven Gedächtnis tief eingegraben. Dal Martino ergänzt: „Im Grunde war die 707 der erste Kulturtransporter einer sich internationalisierenden Musikwelt. Die in riesigen Lettern auf der Außenhaut der Flugzeuge aufgetragenen Bandnamen waren einfach ein unglaublich starkes Bild. Ich war komplett fasziniert.“

Im Studio sollte der Geist von einst nochmals einen Widerhall erfahren. Freigeist Reiner Winterschladen, stark der improvisierten Musik zugewandt, musste sich im Trompetenspiel immer wieder durch die Prämisse Dal Martinos, sich in Reduktion zu üben, einschränken. Dieses Spannungsverhältnis hat eine Vielzahl an Soundskizzen hervorgebracht, die Dal Martino in unzähligen Nacht-Sessions am Studiopult immens verdichtet hat. Geblieben sind 7 Songs und die viersätzige 707 Suite. Eine Reise von knapp einer Stunde.

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Jacob Karlzon – NOW (+Tourdaten)

Jacob Karlzon_NOW (Warner Music, VÖ: 14.10.2016)

Die Zeiten ändern sich und mit ihnen die Musik. Es bedarf jedoch besonderer musikalischer Geister, um mit dem Wandel der Zeit auch im Ton Schritt zu halten. Einer dieser Visionäre ist der schwedische Pianist Jacob Karlzon.

Jacob Karlzon erzählt auf „NOW“ eine Geschichte. Die Stücke gehören zusammen wie in einer Suite, und doch sind sie so unterschiedlich, das jedes ganz für sich selbst steht. In ihrer gegensätzlichen Ganzheitlichkeit könnten sie einen kompletten Tag mit all seinen glücklichen und frustrierten Momenten, seinem Licht und Schatten, seinem Wechsel von Hektik und Ruhe beschreiben. In jedem Song findet er eine neue Verabredung zwischen elektronischen Elementen wie Synthesizern und Computern und dem akustischen Fundus von Klavier sowie dem Bass von Dan Berglund (bekannt vom Esbjörn Svensson Trio und Tonbruket) und seinem Langzeit-Drummer Robert Mehmet Ikiz. Es ist für den Pianisten kein Widerspruch, einen Fisch aus dem Fluss zu holen und ihn danach ins Gefrierfach zu legen. Er kann sich an einem Gebirgsbach erfreuen und am Abend trotzdem auf Facebook gehen. In seinem radikalen Positivismus outet er sich als virtueller Romantiker. „Wir leben in Hightech-Zeiten. Ich denke permanent über die Schnittstellen zwischen Technik und Natur nach. Wir sind und bleiben organische Wesen. Technologie ist ein Teil unserer Umwelt. Wie können wir sie einsetzen, um unseren Planeten zu retten? Genau das will ich mit der Musik hinterfragen. Es geht immer um die Kombination beider Welten.“

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Ingolf Burkhardt & NDR Bigband feat. Jazul – Conquests (+Tourdaten)

ingolf burkhard (O-Tone, VÖ: 28.10.2016)

It´s Not What You Think It Is… oder doch?! Das Programm dieses Albums ist jedenfalls bemerkenswert: Der Trompeter Ingolf Burkhardt spielt die Hits von Joe Sample und den Crusaders! Natürlich mit seiner Grooveband Jazul – aber auch im ganz großen Format: gemeinsam mit der NDR Bigband! Das verspricht ein besonderes Hörerlebnis, wenn das renommierte Jazzorchester diese Grooveklassiker anstimmt – und ist doch gar nicht so weit hergeholt. Auch wenn Ingolf Burkhardt inzwischen der dienstälteste Jazzer in der NDR Bigband ist, seine Wurzeln liegen in R&B, Funk und Soul, sagt der Trompeter: „in meinen ersten Bands haben wir Earth, Wind & Fire und Chicago gecovert, auch den “Skunk Funk“ von den Brecker Brothers. Ich kannte die Sachen der “Phoenix Horns“ auswendig, bevor ich überhaupt wusste, wer Miles Davis ist…“ Da muss Burkhardt lachen, denn mit dem legendären Trompeter teilte er sich später die Bühne der Berliner Jazztage 1985: Burkhardt im Bläsersatz der Manfred Schoof Bigband – und im Anschluss Davis mit seiner damals heftig rock- und groove-inspirierten Band.

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Los Van Van Tour 2016

Los Van Van (Endirecto, VÖ: 21.10.2016)

Zweifellos ist Los Van Van eine der bedeutendsten Salsa-Bands weltweit. Vor 47 Jahren gegründet, prägt die Gruppe als ständiger Trendsetter und Erneuerer nicht nur die kubanische Musikszene.

Der Grammy prämierte Sound des 16-köpfigen Orchesters ist für die gesamte Latinszene so einzigartig wie unerreicht. Erkennbar an unzählige Hits und vielen internationale Auszeichnungen, wie der Grammy Life Achievment Special Award, welcher dem Gründer Juan Formell kurz vor seinem überraschenden Tod vor zwei Jahren verliehen wurde.

Heute geführt von den Söhnen Samuel Formell, einem Weltklasse Drummer und Juan Carlos am Bass, beeindruckt Los Van Van mit einer explosiven Mischung aus erfahrenen Musikern der ersten Generation und einer Auswahl der herausragendsten Talente Kubas. Im Gepäck das Album ‚Fantasia‘ – erneut ein Meilenstein der kubanischen Musik!

Los Van Van: Druckvoll und ungemein tanzbar!

Fr. 21. Okt. BERLIN Kesselhaus 21:00 Uhr VVK 27 / AK 33 Euro
So. 23. Okt. HAMBURG Fabrik 21:00 Uhr VVK 27 / AK 33 Euro
Mi. 26. Okt. MÜNCHEN Muffathalle 21:00 Uhr VVK 29 / AK 35 Euro
Fr. 04. Nov. FRANKFURT Chango Latin Palace 22:30 Uhr VVK 25 / AK 30 Euro

VVK-Preise zzgl. VVK-Gebühr

Line up 2016

Yenisel VALDES, vocals
Mandy CANTERO, vocals
Roberto HERNANDEZ ‘Roberton’, vocals
Abdel RASALPS ‘Lele’, vocals
Samuel FORMELL, drums, band leader
Joel CUESTA, congas
Julio Eladio NORONA, güiro
Juan Carlos FORMELL, bass
Efrain CHIVAS ‘Pacho’, piano
Boris LUNA, keyboard
Hugo Antonio MOREJON, trombone
Alvaro MARTINEZ ‘Collado’, trombone
Edmundo PINA, trombone
Jorge LELIEBRE, flute, back vocals
Pedro FAJARDO, violin
Irving FRONTELA, violin

Website: www.los-van-van.de

Oddarrang – Agartha

oddarrang-agartha-screen (Edition Records, VÖ: 30.09.2016)

Finnish quintet Oddarrang has established itself as a band with an undeniably unique sound – blending monumental riffs and dynamic builds with heart-wrenching, anthemic melodies that soar over a compelling and absorbing rhythmical drive. ‘Agartha’ pushes that emotion and potency to new levels with earworm melodies you’re sure you’ve heard before and driving rhythms sent pulsing through your veins.

Led by eclectic musician and spiritual drummer, Olavi Louhivuori, Oddarrang has produced a bold and imposing statement that without doubt will take it to the brink of international exposure.

Brave in conception and epic in execution, this music wells from the same melancholic Nordic spring that feeds the likes of Sigur Rós & Supersilent, adding the folky, post-rock influences of Mogwai and the electronic sound sculptures of Boards of Canada.

As Olavi explains: ‘Agartha has taken on a new energy for us. The writing and recording process was so rewarding and inspiring for us all. We’re very happy with the new music. For the band, the music is special, it’s part of all of us and brings together our own personal tastes and vision for the music. Now, we can’t wait for ou fans and new fans to hear it’.

Clocking in just shy of 40 minutes, the five-track album ‘Agartha’ takes its name from the legendary world that is said to reside in the Earth’s core. With a unique blend of cello and trombone, soaring vocals and electronic soundscapes fusing with the magma intensity of guitar, bass and drums, this is music that achieves profound beauty: elevating and primal.

CREDITS:
Aino Peltomaa: vocals on Aletheia
Recorded and mixed by Jyri Sariola at Mimix Studio May 2016
Mastered at MIMIX by Jyri Sariola May 2016

Tourdaten:

1.11. Köln, artheater
2.11. Hamburg, Häkken
3.11. Berlin, Jazzfest Berlin
4.11. München, Unterfahrt

Website: www.oddarrang.com

Melingo – Anda

Melingo_Anda_Cover (PIAS, VÖ: 23.09.2016)

1997 kehrte Melingo in seine Heimat Buenos Aires zurück. Die letzten zehn Jahre hatte er in Spanien gelebt. Er wurde als Moderator für die TV-Show „Mala Yunta“ eingestellt. Was zunächst lediglich eine berufliche Beschäftigung war, sollte bald zur Leidenschaft werden. Denn hier entdeckte Melingo den Tango für sich. Die Sendung drehte sich ausschließlich um diese lateinamerikanische Musikrichtung. Allerdings mit einem Clou: Rockmusiker interpretierten klassische Stücke des Tango auf ihre eigene Weise völlig neu. Und es sollte nicht lange dauern, bis Melingo seine Vision des Tangos ersann, die nochmals weit über das hinausgeht, was er an Musik in der Sendung von anderen Künstlern präsentierte….
Man stelle sich Melingo gegenwärtig als einen Illusionisten vor, der geradeheraus aus einer Novelle von Jorge Luis Borges tritt, um seinen Sinn für das Drama mit seiner Stimme und seiner Klarinette Ausdruck zu verleihen. Man schließe die Augen, lausche dem neuen Album „Anda“ und es beginnt ein unbekannter Fellini-Film vor dem geistigen Auge abzulaufen, so farbenfroh wie skurril. Man denke an einen imaginären Raum, in dem Carlos Gardel, Serge Gainsbourg und Erik Satie an einem Tisch sitzen, um die Zukunft der Musik zu verhandeln. Und die Klänge von „Anda“ laufen dazu im Hintergrund, in einer endlosen Schleife…

Mit den Alben „Corazón & Hueso“ (2011) und „Linyera“ (2014) begann Melingo seine eigene musikalische Landkarte zu entwerfen, die er seit dem beständig erweitert. Als Wanderer seines selbst gesteckten Terrains durchmisst er Genres, die er wie selbstverständlich mit dem Tango vermischt. „Anda“ befindet sich innerhalb dieses Gebietes auf neuen Anhöhen. Das Album wagt manches.

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Joshua Redman & Brad Mehldau – Nearness

joshua-redman-and-brad-mehldau-cover (Warner Music, VÖ: 09.09.2016)

Auf „Nearness“ werden Live-Aufnahmen der letzten Europa-Tournee von Redman und Mehldau zusammengefasst. Das Ergebnis ist kein typisches Live-Album. Der Saxofonist und der Pianist machen die Bühne zum Studio und das Publikum zum spontanen Produzenten. Die aus dieser Spielsituation resultierende Spannung reißt die Protagonisten jedoch nicht weg. Sie nutzen diese als gestalterisches Mittel, verzichten auf Live-Rituale und spielen mit unglaublicher Konzentration. Zwar eröffnen sie ihren Reigen mit Charlie Parkers „Ornithology“, und doch nehmen sie dem Track seine elitäre Bebop-Hektik und zelebrieren ihn als vollendete Kombi aus Komposition und Intuition. Der im Jazz viel zu leichtfertig ins Feld geworfene Begriff der Improvisation fächert sich hier in spontanes Erfinden und feinsinniges Nuancieren. Entscheidend ist der Grad von Bewusstheit, mit dem all das passiert.

Brad Mehldau und Joshua Redman wissen in jedem Augenblick hundertprozentig, was sie tun. Jeder Song wirkt, als würde er in genau diesem Kontext zum allerersten Mal ertönen. Das Motto „Nearness“ trifft es perfekt. Alles offenbart sich über die Nähe. Ein alternatives Motto wäre „Respekt“, denn die beiden Musiker respektieren sich nicht nur gegenseitig mit ihren komplett unterschiedlichen Hintergründen und Erzählweisen, sondern sie bringen jedem einzelnen Song und Ton ebenso viel Achtung entgegen wie jedem Hörer, egal ob sofort im Publikum oder später unterm Kopfhörer. Diese Musik wurde nicht gemacht, um zu zeigen, dass man sie so spielen kann. Das ist weder die Nabelschau des gegenwärtigen Standes zweier Ausnahmemusiker noch das abschließende Dokument einer Tour fürs Jazz-Archiv. Nein, „Nearness“ erfüllt nur einen einzigen Zweck: diese Songs wollen gehört werden, von jedem, der dafür offen ist, denn sie sind voller Tiefgang, Kraft, Leidenschaft, Sehnsucht und unbeschreiblicher Schönheit.

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Laszlo – Herzschlag

laszlocover (Warner Music, VÖ: 02.09.2016)

Als Laszlo im Herbst 2013 Adoro verließ – jene Berliner Band, die in den sechs Jahren seiner Zugehörigkeit mit über 1,8 Mio. verkauften Alben zur bis heute erfolgreichsten deutschsprachigen Klassik-Pop-Formation wurde –, war die Sehnsucht nach seiner Heimatstadt Wien der Hauptgrund. Und so macht es nur Sinn, dass der Sänger nun, nach einer intensiven kreativen Phase, mit einem Album zurückkehrt, das eben jener Stadt gewidmet ist: Herzschlag lautet der Titel von Laszlos Solo-Debüt, das am 02.09. erscheint.

„Wien ist eine unnachahmliche Mischung. Hier hast du das extrem Traditionelle neben einem pulsierenden, lebendigen Modernen. Das macht diesen Ort für mich persönlich zur idealen Klassik-Pop-Stadt. Und genau diese Mischung ist so auch in mir drin, deshalb genieße und liebe ich Wien so sehr“, erklärt der Sänger. „Mein Album ist eine Liebeserklärung an meine Heimatstadt, aber auch eine Hommage an die Liebe, die ich hier erlebt habe. Ein gefühlsgeladener, moderner Soundtrack. Ohne ¾-Takt und Walzer, sondern lebendig und am Puls der Zeit.“
Dafür sorgt schon die Auswahl der Songs: 12 große, internationale Pop-Hits wie „It’s My Life“ (Bon Jovi), „Wrecking Ball“ (Miley Cyrus) oder „Angels“ (Robbie Williams) erfahren durch Laszlo eine Neuinterpretation, mit deutschen Texten und filmischen Arrangements. „Ich fand diese Art von Neuinterpretation schon bei Adoro sehr spannend“, berichtet Laszlo. „Bei meinem Soloalbum wollte ich vollkommen neue Wege beschreiten und etwas wirklich Neues erschaffen, das es in dieser Form noch nicht gegeben hat“.

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Carrousel – L’euphorie Tour 2016

carrouselcover

Tourdaten

Fr 29 Jul 2016 Bardentreffen, Nürnberg
Fr 02 Sep 2016 Kunstflecken, Neumünster
Fr 23 Sep 2016 Speicher, Bad Homburg
Mi 05 Okt 2016 Privatclub, Berlin
Do 06 Okt 2016 Nochtspeicher, Hamburg
Fr 07 Okt 2016 Hasenburg, Lüneburg
Sa 08 Okt 2016 Kniestedter Kirche, Salzgitter
Di 11 Okt 2016 Hot Jazz Club, Münster
Mi 12 Okt 2016 Kulturcafé Lichtung, Köln
Do 13 Okt 2016 Textilmuseum, Helmbrechts

Was passiert, wenn eine Sängerin und Multiinstrumentalistin aus der Heimat des Savoir Vivre mit einem männlichen Ebenbild aus dem “glücklichsten Land der Welt” (World Happiness Report 2015) zusammenkommt? Da sollte doch eine ganz schön große Portion Endorphine auf die Hörer ausgeschüttet werden, oder? Bei Sophie Burande und Léonard Gogniat ist das in der Tat der Fall. Das Duo, das vom Schweizer Jura aus kräftig die Neochanson-Szene aufmischt, hat sein neues, drittes Werk deshalb auch ganz selbstbewusst L’Euphorie genannt.

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Alexander Abreu

Als Musiker wurde Alexander über Nacht bekannt und gilt seit Jahren als die Referenz der Studiotrompeter auf Kuba. Sein beeindruckender Klang und sein Improvisationstalent bereichert unzählige Aufnahmen von Los Van Van bis hin zu Isaac Delgado.
Alexander Abreu & Havana D’Primera – die Gegenwart und Zukunft der Salsa Cubana!

Live am Freitag, 12.08. – MÜNCHEN – Muffathalle
Einlass: 20 Uhr / Beginn: 21 Uhr
Salsa DJ vor und nach dem Konzert
Vorverkauf € 28 zzgl. Gebühren / Abendkasse € 34

Karten unter:
http://www.muffatwerk.de/de/besucherservice/ticketservice

Oscar D’Leon

Oscar DLeon cover

Mit Oscar D’Leon wird in Kürze der charismatischste aller Latin Band Leader mit seinem Orchester für zwei Konzerte nach Deutschland kommen. Über zwei Stunden Non Stop Performance von einem der besten Entertainer der Welt – nicht nur für Salseros ein Muss.

11.08. HAMBRUG – Fabrik
Einlass: 20:00 Uhr
Vorverkauf: 29,00 €

Tickets unter:
http://www.fabrik.de/program/ticketbestellung.php?vid=1220

12.08. FRANKFURT – Chango Latinpalace
Einlass: 20:00 Uhr
Vorverkauf: 28,00 €

Tickets/Infos unter:
http://www.latinpalace-chango.de/index.php?id=667

Website: www.oscardeleon.de

Santiago Lara – Flamenco Tribute to Pat Metheny

Santiago Lara Cover (Warner Music, VÖ: 26.08.2016)

Eine gute Geschichte ist immer eine gute Geschichte, egal, wer sie erzählt. Der amerikanische Gitarrist Pat Metheny ist ein grandioser Geschichtenerfinder. Mit seinen weiten epischen Erzählungen schlägt er nicht nur seit über dreißig Jahren immer wieder überraschende Bögen über verschiedene Spielarten von Jazz, Rock, Folk, Country, Ambient, Avantgarde, Klassik, Minimal Music sowie alle nur denkbaren musikalischen Ethnien. Sein spezieller Sinn für dramaturgische Handlungsabläufe und eine präzise Klangoptik erinnern manchmal eher an einen Filmregisseur als an einen Musiker. Kein Wunder also, dass auch andere Storyteller zuweilen das Bedürfnis haben, ihre Version von Methenys Geschichten zu erzählen.

Flamenco ist nur einer von zahlreichen Einflüssen, die sich in Methenys spielerischem Panorama niederschlagen, aber er stand niemals so im Vordergrund wie zum Beispiel Country Music oder brasilianische Musik. Insofern werfen sie Interpretationen des spanischen Flamenco-Gitarristen Santiago Lara ein völlig neues Licht auf Methenys facettenreiche Klangbilder.

Der spanische Flamenco-Gitarrist Santiago Lara ist eine Generation jünger als Pat Metheny. Als der spätere Meisterschüler von Manolo Sancúlar 1984 geboren wurde, war Metheny bereits ein Star und das Album „Offramp“, von dem hier der Song „James“ erklingt, schon seit zwei Jahren auf dem Markt. Lara ist praktisch in die Musik Methenys hineingewachsen. Er zelebriert diese Metheny-Originale auf seiner reich gedeckten Flamenco-Tafel mit einer solchen aus sich selbst heraus leuchtenden Selbstverständlichkeit, als läge nichts näher, als sie in eben dieser Auffassung abzubilden. Mehr noch, als hätte ihnen niemals ein anderer Gedanke zugrunde gelegen als Flamenco. Lara behält den Stücken alles bei, was Methenys Musik von jeher ausgemacht hat. Sie sind farbenfroh, verspielt, lebendig, voller Luft und Bewegung und vor allem – auch in dieser spanischen Fokussierung – von kosmopolitischer Weltläufigkeit. Lara mag den Songs andere Perspektiven abgewinnen als Metheny, aber gerade darum geht es ja.

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Itamar Borochov – Boomerang

Cover boomerang (Laborie, VÖ: 02.09.2016)

Ein neuer Stern am Trompeterhimmel

In der Jerusalem Post als “a rising star in today’s jazz music world” beschrieben, bringt der Israeli Itamar Borochov seinen einzigartigen Sound überall dort mit hin, wo immer es ihn musikalisch hintreibt. Tief verwurzelt in der Tradition des Jazz sucht Itamar nach seinen persönlichen Wurzeln – eine Suche, die ihn zu einer stetig wachsenden Liebe der arabischen und pan-afrikanischen Musiktraditionen führte. Hieraus resultierten Kollaborationen mit dem großen jüdisch-marokkanischen Liturgiker Rabbi Haim Louk, Auftritte mit und Kompositionen für das New Jerusalem Orchestra und Aufnahmen mit dem israelischen Rockstar Dudu Tassa. Ein Füllhorn an Inspirationen für den im israelischen Jaffa aufgewachsenen Trompeter und Komponisten, einer Stadt, die selbst gleichzeitig muslimisch, jüdisch und christlich geprägt ist.

Borochov verliebte sich bereits als Teenager in den Jazz und verschrieb sich dessen Studium, ehe er 2006 nach New York zog, wo er die New School for Jazz and Contemporary Music besuchte und unter anderem bei Junior Mance, Charles Tolliver, Jimmy Owens und Cecil Bridgewater studierte. Schnell erlangte er internationale Beachtung als ein junger Innovator der zeitgenössischen Jazzszene und tritt weiterhin regelmäßig in den besten Clubs New York auf.

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Mockemalör – Riesen (+Tourdaten)

Mockemaloer-Riesen_cd_cover (Jazzhaus Records, VÖ: 19.08.2016)

Als die Schwarzwälder Sängerin Magdalena Ganter 2010 an der Spree auf Drummer Martin Bach und Pianist
Simon Steger trifft, wird unter dem Namen Mockemalör ein bisher unerhörter Klang geboren. Nun, sechs Jahre später, mündet er mit dem zweiten Album Riesen in einen tatsächlich großen Wurf: ein wuchtiges Plädoyer für mehr Poesie, Fantasie und Farbe.

Eigentlich hat Anton Tschechow Schuld an allem. Denn seine “Möwe” ist es, die die spielwütige Ganter in Berlin im Rahmen eines experimentellen Theaterprojekts verkörpert. Dort treffen die drei Musiker zum ersten Mal aufeinander. Beflügelt vom gemeinsamen Kreativflow beschließen sie daraufhin, ihre schöpferische Energie weiter zu bündeln. In ein völlig neues Genre zwischen Varieté, Progressiv Pop und Punk mündet das, was am Knotenpunkt von Schauspiel, Elektro und Klassik gründet. Der Clou sind zunächst Texte in Ganters Muttersprache, dem Alemannischen, allesamt zu finden auf der Debütplatte Schwarzer Wald. Und das spiegelt sich auch in diesem einzigartigen, sinnlich wie espritvollen Bandnamen wider: “Mockemalör” könnte man übersetzen mit “schönes Missgeschick”, da schwingt auch die dem Schwarzwald nahe französische Kultur mit und eine schöne Portion Understatement.

Die Sessions für die zweite Platte resultieren in elf ganz erstaunlichen Klang-Artefakten. Kein Zweifel: Als Quantensprung für die Band entpuppen sich diese Songs für den Hörer, der sie mit heruntergeklappter Kinnlade im ersten Durchlauf entdeckt. Und der dann bei jeder weiteren Wiederholung erlebt, wie sie zu den majestätischen Riesen in Ohr und Herz wachsen, als die sie der Albumtitel so treffend charakterisiert. Songs, die in Sound und Text gegen die lästigen Normen aufbegehren, energiegeladen und poetisch mit tausend schillernden Farben aus den Synthesizern und kunstvoll kargen bis kantig-gewaltigen Beats aus dem Schlagzeug melodische Capriolen schlagen, dabei auch mal laut und eruptiv werden müssen.

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Martin Dahanukar – Traumesrauschen (+Tourdaten)

MartinDahanukar_Traumesrauschen_Covermotiv(SKIP RECORDS, VÖ: 26.08.2016)

Der indisch-schweizerische Trompeter Martin Dahanukar weiß seiner Musik einen traumhaften, poetischen Touch zu geben. War es auf seinem SKIP Erstling “Scent Of Jungle” (SKP 9105) der Kontrast zwischen Agitation und Versunkenheit, der eine eigenständige Atmosphäre zauberte, Farben, Gerüche und Stimmungen evozierte und zeigte, dass seine Melodien dieses gewisse Etwas haben und von andersartigen, schwer zu beschreibenden Harmonien beseelt sind, wendet sich nun der in Bern lebende Dahanukar auf dem neuen Werk “Traumesrauschen” ebenso mystischen wie geheimnisvollen, fast cineastisch anmutenden Stimmungen zu und entführt in Bilder der flimmernden Lichter der Großstadt. Dabei klingen in seiner Musik, wie schon beim Vorgänger, Echos des großen künstlerischen Idols Miles Davis an. Doch während man bei “Scent Of Jungle” an die Aufbruchstimmung des Jazzrock erinnert wurde, blitzen jetzt Assoziationen zu Werken wie dem Davis Soundtrack zum Louis Malle Film “Fahrstuhl zum Schafott” auf. Es gelingt Martin Dahanukar mit Hilfe seines neu zusammengestellten Quartetts Tonbilder zu erschaffen, die in ihren Spannungsbögen kaleidoskopisch an Stillleben der Nouvelle Vague erinnern. “Ich möchte meine Stimme nicht verlieren im Gewirr”, meint Dahanukar und taucht dabei ab in die indigofarbenen Blue Notes des Jazz. So entlässt er den Hörer in verschlungene Melodien, bei denen der lyrisch-reflexive Melodiker am Erlebnis des Zuhörens feilt. So wird der Trompeter zum Geheimnisträger für atmosphärische Sounds aus Samt und Seide. Dahanukar beschreibt seine Kompositionen als “bildhafte Musik, beeinflusst von besonderen menschlichen Begegnungen oder unvergesslichen nächtlichen Stimmungen. Manche Stücke sind wiederum klingende ’Polaroids’ von heissgeliebten Kinojuwelen”.

Für den erdigen Drive sorgen der Perkussionist Willy Kouton und der Kontrabassist Philipp Moll, an Piano und Fender Rhodes verleiht Michael Haudenschild der Musik lyrische Weiten und Raum für spannungsvolle Trompetenklänge.

Die Premieren von “Traumesrauschen” werden im Sommer natürlich in seiner Heimatstadt Bern und in Deutschland beim Palatia Jazzfestival in Neustadt / Weinstraße zu hören sein, bevor es dann ab Herbst ausgedehnte Konzertaktivitäten zum neuen Projekt geben wird.

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The Savage Five – Sleepwalking

The_Savage_Five-Sleepwalking-Cover(Herbie Martin Music, VÖ: 12.08.2016)

Stellen Sie sich auf Außerordentliches ein.
Die charismatische irische Sopranistin, Jazzvokalistin und Liedermacherin Suzanne Savage (”Ireland’s hiddenmusic hero” – BBC) hat sich mit vier Streichern aus den Niederlanden zusammengetan. Länder- und
genreübergreifend entsteht ein großer Spielraum, den sie mit hörbarer Lust und Experimentierfreudigkeit ausloten.

The Savage Five: bezaubernde neue Musik für Gesang und Streicher.
Sie spielten u.a. im Rahmen der Kammermusikreihe des Noord Nederlands Orkest 2015, und haben ihre erste irische Tour im März 2016. Ihr Debütalbum Sleepwalking hat bei Musikfreunden verschiedenster Stilrichtungen bereits Begeisterung ausgelöst, und freuen sich, ihre Musik in der Heimat der Leadsängerin zu präsentieren.

The Savage Five sind eine beispiellose Neuerscheinung in der Musikszene
Ins Leben gerufen von Suzanne Savage und dem neuseeländischen Ko-Autor Hugo Smit (Cello) holten sie sich einige der dynamischsten Streicher in Europa: Lianne van den Berg (Violine, NL), Rachael Yates (Bratsche, GB), Sven Otte (Kontrabass, DE). Der Kontrabass erweitert den Tonumfang der üblicheren Streichquartettbesetzung. Die Mitglieder spielten mit namhaften Ensembles wie dem Noord Nederlands Orkest, der Badischen Staatskapelle Karlsruhe, dem New Zealand Symphony Orchestra und der Musica Antiqua Köln. Suzanne sang durch ganz Europa und die USA als erste Sopransolistin in der beliebten Show Riverdance. Nach einem Aufenthalt in Italien als Stipendiatin der Fabrica Musica nennt sie Irland wieder ihr Zuhause. Sie musizierte im In- und Ausland mit den legendären Iren Paul Brady, Eleanor McEvoy, Van Morrison, mit Jazzgrößen Jimmy Cobb, dem Ernie Watts Quartet und den Nachwuchstalenten David Little (UK) sowie dem Matteo Addabbo Organ Trio (IT). Sie sang bei SXSW, UK/NY, Electric Picnic, Guinness Cork International Jazz Festival, Belfast Festival at Queen’s, war featured artist bei TED.com, BBC Nordirland, und sang mit Paul Brady und dem RTE Concert Orchestra und
dem Ulster Orchestra. Für ihre Arbeit am von der Kritik gefeierten Soloalbum Jellymould wurde sie 2012 vom Arts Council of Northern Ireland ausgezeichnet.

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IYEOKA – Gold (+Tourdaten)

IYEOKA-GOLD-Cover (Underground Sun, VÖ: 01.07.2016)

Nachdem Iyeoka im letzten Frühjahr von Amerika aus zu einer kleinen Städtetournee nach Europa aufgebrochen war, machte sie im Mai unter anderem in München und Frankfurt/Main Station. Neben der fesselnden Musik flashte sie die deutschen Konzertbesucher damals mit ihrer starken Persönlichkeit und Bühnenausstrahlung. Obwohl im siebten Monat schwanger, kannte sie kein Schonprogramm. Engagiert bis in die Enden ihrer hüftlangen Zöpfe verbreitete die Sängerin und Dichterin in den Auftritten eine inspirierende humanistische Botschaft. Mit hingebungsvoll vorgetragenen Liedtexten über Liebe, Frieden und Hoffnung, über Rassismus, Afrikas mangelndes Selbstbewusstsein, das Frausein im 21. Jahrhundert sowie unsere an Zivilisationskrankheiten leidende Gegenwart, zog sie das Publikum unwiderstehlich in ihren Bann. Was für eine Live-Präsenz!

Derselben Leidenschaft begegnen wir jetzt auf Iyeokas viertem Soloalbum. Die Amerikanerin mit nigerianischen Familienwurzeln, deren zweites Kind inzwischen zur Welt gekommen ist, kämpft hier einmal mehr integer und somit glaubhaft für ihre Ideale. So singt sie etwa gleich im Reggae-Opener “Who Would Follow”, der auf der hawaiianischen Insel O’ahu mit der dort ansässigen Künstlerin Paula Fuga entstand, von Nächstenliebe und der helfenden Hand, die wir alle im Leben hin und wieder mal brauchen. In “Sweet Song” rezitiert Iyeoka zu sanften Balladenklängen ein preisgekröntes Gedicht über Minderwertigkeitskomplexe dunkelhäutiger Menschen; am Beispiel der eigenen, von Zweifeln begleiteten Kindheit macht sie sich hier dafür stark, sich vom andersfarbigen, zumeist “weißen” Umfeld nicht kleinreden zu lassen. Betont streitbar tritt die Aktivistin auch im Afrobeat-Titel “Akomen of Udomi” auf, den sie den 2014 von der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram verschleppten Schülerinnen widmet; angesichts der eigenen Verbundenheit mit Nigeria war es Iyeoka ein Herzensanliegen, sich für die Mädchen, die Angehörigen der Vermissten und deren Befreiungsbewegung “Bring Back Our Girls” einzusetzen. (Außerhalb der Musik zeigt sich ihr Engagement unter anderem in der Mitarbeit an der von ihrer Familie gegründeten Amenawon- Stiftung. Als deren Sprecherin unterstützt Iyeoka beispielsweise das mit Stiftungsgeldern finanzierte Bildungsprojekt “Lyrics for Literacy”, das Bücher und Musikinstrumente in arme ländliche Gegenden Nigerias bringt.)

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Pawel Kaczmarczyk – Vars & Kaper DeconstructiON

PawelKaczmarczyk_Deconstruction_Cover(Hevhetia, VÖ: 29.07.2016)

Sagen Ihnen Henryk Vars (manchmal auch Wars geschrieben) oder Bronisław Kaper was? Wer, bitte schön? Nun, die beiden Schlager- und Filmkomponisten polnischer Herkunft, die im 20. Jahrhundert zunächst zuhause, dann in der Traumfabrik Hollywood Karriere machten, dürften heutzutage allenfalls noch Soundtrack-Spezialisten namentlich geläufig sein, deren Musik sind aber sicher die meisten von uns schon einmal begegnet. Jedenfalls dann, wenn man Filme wie “Lassie – Held auf vier Pfoten”, “Der gläserne Pantoffel”, “Meuterei auf der Bounty” oder die TV-Serien “Flipper”, “Daktari” und “FBI” gesehen und dabei ein wenig auf die Klangbegleitung von Vars bzw. Kaper geachtet hat. Mit seinem Audiofeeling Trio und Gast-DJ Mr. Krime setzt Pianist Paweł Kaczmarczyk den großen Landsleuten jetzt ein Denkmal in Tonträgerform, sein Album “deconstructiON” ist eine respektvolle Jazzhommage an deren Schöpfergeist.

Ausgewählte Stücke aus dem Nachlass von Henryk Vars und Bronisław Kaper erklingen hier im Jazzsound der Gegenwart. So werden beispielsweise “Mister John” aus der polnischen Musikkomödie “Zapomniana Melodia” (1938), “Follow Me” (”Meuterei auf der Bounty”; 1962) und der Ohrwurm “You Won’t Forget Me Now” sehr modern umgesetzt. “Ninon” aus dem frühen Tonfilm “Ein Lied für dich” (eine deutsch-französische Koproduktion aus dem Jahr 1933) verwandeln die Polen in eine lyrische Instrumentalballade heutiger Prägung. “All God’s Chillun Got Rhythm”, zuerst im Marx- Brothers-Kinoklassiker “A Day At The Races” (1937) zu hören, später im Repertoire von Judy Garland, Stan Getz und Stephane Grapelli, steigert sich nach einem behutsamen Intro zur fesselnden Uptempo-Nummer. Und “While My Lady Sleeps” (”The Chocolate Soldier”; 1941) schließlich ist originell als zeitgemäßer Hardbop-Titel angelegt.

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Incognito – In Search Of Better Days

Incognito_InSearchOfBetterDays_Cover (earMUSIC, VÖ: 24.06.2016)

You would think that a 37-year-old band would rest on its laurels…right? No, not Incognito! The band is as creative and full of fire as it was at its conception in 1979. A rare feat in these days and times.

Their 17th studio album, “In Search of Better Days”, will have Incognito fans grinning ear to ear and will be released on June 24th, 2016 on earMUSIC. The fresh, uncompromising, soulful, Jazz-Funk-laden songs and instrumentals that are the bones of Incognito continue to shine through . . . and there is more. The sound of Bluey’s London for over three and a half decades weaves its way throughout this album and gives it flesh, with splashes of Drum & Bass and Broken Beats, Rare Groove, Deep Soulful House, and even influences from the Rock and Blues that were at the heart of the UK scene in the
late ’60s and early ’70s.

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Brad Mehldau Trio – Blues and Ballads

BradMehldauTrio_BluesAndBallads_Cover (Nonesuch, VÖ:03.06.2016)

Das Brad Mehldau Trio meldet sich mit Blues and Ballads, der ersten Studioeinspielung des Trios seit dem 2012 veröffentlichten Album Where Do You Start, zurück. Der Vorgänger in der Alben-Chronologie des Trios wurde mit Kritikerlob geradezu überschüttet. “Mehldau lässt den erzählerischen Fluss seiner wunderbar gespielten Geschichten nie von seiner einzigartigen Technik und seinem akkuraten Timing überschatten. Mit dieser wunderbaren Herangehensweise graben der Pianist und sein Trio tief im Linksaußen-Pop und dem American Songbook. Den Modern Jazz lassen sie abenteuerlich anders und neu schimmern”, schrieb die Financial Times. Blues and Ballads folgt dieser Fährte einmal mehr mit außergewöhnlichen Interpretationen von Fremdkompositionen. Diesmal haben Mehldau und sein Trio, zu dem Bassist Larry Grenadier und Drummer Jeff Ballard zählen, den Fokus allerdings auf den Blues und Balladen gelegt, wie der Albumtitel vorgibt.

Auf Blues and Ballads geht Mehldau konsequent seinen Weg als Geschichtenerzähler und bindet Songs in eine nonchalante Dramaturgie. Er klingt im Verbund mit seinen beiden Trio-Kollegen geerdet, wie immer ein wenig neu und spielt dabei dennoch auf gewohnt hohem Niveau. Das große narrative Vermögen des Tastenmannes, dem Die Zeit kürzlich “Feierstunden des Klaviers” attestierte, fasst den Jazz-Begriff dabei weit. Mehldau ist einer der wenigen ausgewiesenen Jazzer, deren Musik mit beinahe greifbaren emotionalen Intensitäten Menschen für den Jazz öffnen, die mit Jazz eigentlich nichts am Hut haben. Beliebig oder gar geschmäcklerisch ist Blues and Ballads dabei keineswegs. Unterhaltung offenbart bei Mehldau immer auch Haltung – im wahrsten Sinne des Wortes.

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Alejandra Ribera Sommerkonzerte

AlejandraRibera_byKristinaWagenbauer

Sommerfestivals

08.07. Karlsruhe – Zeltival
09. & 10.07. Rudolstadt – TFF
28.07. Riehen – Stimmen Festival
30.07. Nürnberg – Bardentreffen
31.07. Friedrichshafen – Kulturufer
11.09. Witzenhausen – Tag des offenen Denkmals

Die in Kanada geborene und bei einem argentinischen Vater und einer schottischen Mutter aufgewachsene Alejandra Ribera, wurde die Liebe zum Reisen in die Wiege gelegt. Mittlerweile ist die, in Kanada längst zum Star avancierte, Sängerin in Frankreich angekommen und hat „La Boca“ im Gepäck – ein hochgelobtes Album, das sie mit dem renommierten Produzenten Jean Massicotte aufgenommen hat. Das Album erschien bei uns in Deutschland am 27.11.2015 (Harmonia Mundi).

„La Boca“ ist eine Reise, eine Geschichte, der Anfang eines Abenteuers. Alejandras Stimme ist die einer ultimativen Träumerin, sie singt feinfühlig und zärtlich, ihre Lieder sind zum Entspannen, Träumen und Genießen gemacht. Sie erinnert an all die Künstler, die mit den Stimmungen des Blues jongliert haben: Rufus Wainwright, Melingo, Tom Waits, Chavela Vargas und natürlich Arthur H, der mit ihr zusammen das einzige französischsprachige Lied auf ihrem Album singt – Un Cygne la nuit.

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Alexander Paeffgen Trio – #Jazz

AlexanderPaeffgenTrio_Jazz_Cover

(broadview, VÖ: 10.06.2016)

Köln, im Frühjahr 2016. Mit Groove, Verve und Poesie brennt sich das Alexander Paeffgen Trio mit seinem neuen Album #Jazz ins Ohr: Abenteuer. Romanze. Tweet. Epos. Feuer. Wasser. Jazz. Kein Jazz… #Jazz hat einen ganz eigenen Sound – fußt souverän auf den Säulen des Genres, um sie gekonnt ins Wanken zu bringen. In seiner unvergleichlichen Art spielt Alexander Paeffgen virtuos mit Klassik, Pop, Punk und Jazz, ohne jemals in Plattitüden zu verfallen, beweist Harmoniebedürfnis, um sogleich den klanglichen Rahmen zu sprengen, lässt Melodien fließen, um sie taktvoll zu brechen und zielt mitten ins Herz.

Mal still, mal rebellisch. Mal laut, mal sensibel. #Jazz ist nonkonformistisch, weltläufig, wohlklingend, ohne jemals anbiedernd zu sein. Es gehe, sagt Paeffgen, um das Beste im Einfachen. Gemeinsam mit seinen erfahrenen und langjährigen Kollegen Christoph Sauer (Bass) und Christof Jaussi (Drums) schafft der Kölner Komponist und Pianist so einmal mehr einen Trio-Sound, der mit wenigen Zeichen maximale Wirkung erzielt. Unmittelbar und eindeutig gehen Struktur und Anarchie eine sinnliche Verbindung ein. Raffinierte Pop-Hooks treffen auf Sinfonik, aufgeräumte Melodien auf Metal-Jazz, immer klingt Humor durch, die ganz eigene Farbe, denn Paeffgen denkt nie in Genres – er denkt in Klangbildern.

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Chris Rea – La Passione

Chris Rea_La Passione_cover (earMUSIC, VÖ: 29.04.2016)

Wolfgang Graf Berghe von Trips zählte zu den größten Idolen seiner Zeit. Ende der 1950er und Anfang der 1960er Jahre war er weltweit beliebt bei Jung und Alt, als erster deutscher Sportler nach dem II. Weltkrieg konnte er auch im Ausland eine riesige Fangemeinde um sich scharen. Unter den Fans des Formel-1-Piloten befand sich damals auch ein gewisser Chris Rea aus dem nordenglischen Middlesbrough in der Grafschaft Yorkshire. Im Alter von zehn Jahren entwickelte der Sohn italienisch-irischer Einwanderer eine Leidenschaft für den Motorsport, die ihn nie wieder los ließ, von Trips war daran ganz maßgeblich beteiligt. Als Erwachsener fuhr Rea sogar selbst Autorennen, so drehte er zum Beispiel in Silverstone, Monza und auf der Teststrecke des Ferrari-Firmengeländes in Maranello seine Runden. Von den Einnahmen aus Single- und Album-Verkäufen steckte der Sänger/Gitarrist ein hübsches Sümmchen in den Aufbau einer eigenen Rennautosammlung, unter anderem kaufte und restaurierte er im Laufe der Jahre Originalexemplare der legendären Modelle Ferrari Dino, Ferrari 156, Ferrari 328, Ferrari 330, Lotus 6 (lediglich in einer limitierten Edition von 100 Stück als Bausatz vertrieben), Lotus Elan 26R und Caterham 7. Im musikalischen Schaffen des Briten blitzte seine Motorsportliebe übrigens auch immer wieder mal auf, so spielte er zum Beispiel den Song “Saudade” zu Ehren von Formel-1-Champion Ayrton Senna ein.

Die aktuelle Veröffentlichung “La Passione” ist ebenfalls voll und ganz Reas Begeisterung für PS-Boliden gewidmet. Mit dem luxuriös aufgemachten EarBook, bestehend aus einem 72-seitigen Kunst- bzw. Fotoband im quadratischen Großformat, zwei CDs und zwei DVDs, blickt der Künstler auf seine Kindheit zurück. mehr »

Alan Parsons Symphonic Project – Live in Colombia

TheAlanParsonsSymphonicProject_Cover (earMUSIC, VÖ: 27.05.2016)

THE ALAN PARSONS SYMPHONIC PROJECT “LIVE IN COLOMBIA” ERSCHEINT AM 27. MAI 2016 ALS DVD, BLU-RAY, 2CD DIGIPAK, 3VINYL GATEFOLD und DIGITAL BEI earMUSIC


43 JAHRE NACH SEINER MITWIRKUNG AN EINEM DER ERFOLGREICHSTEN ALBEN ALLER ZEITEN UND 40 JAHRE NACH DER VERÖFFENTLICHUNG DES DEBÜT-ALBUMS DES ALAN PARSONS PROJEKTS KEHRT ALAN PARSONS ZURÜCK MIT ALL SEINEN GRÖSSTEN HITS IN EINER UNVERGLEICHLICHEN SYMPHONIC SHOW

Am Abend des 31. August 2013 versammelt sich eine Menschenansammlung im Parque Pies Descalzos in Medellín, Kolumbien. In der angenehmen Abendwärme dieses späten Augusttags ist die Stimmung unvergleichlich – exotisch, pulsierend, elektrisierend. Als ALAN PARSONS gemeinsam mit dem Medellín Philharmonic Orchestra und seiner Band auf der Bühne erscheint gibt es im Publikum kein Halten mehr.

THE ALAN PARSONS SYMPHONIC PROJECT “Live in Colombia”erscheint am 27. Mai 2016 bei earMUSIC als DVD, Blu-ray, 2CD Digipak, 3 Vinyl Gatefold und Digital.

Als ALAN PARSONS mit 19 einen Job in den berühmten Abbey Road Studios an Land zog war sehr schnell klar, dass die Welt des Sounds seine weitere Karriere bestimmen würde. Doch erst seine Mitwirkung als Toningenieur bei dem Pink Floyd Klassiker „Dark Side Of The Moon“ bescherte ihm weltweite Aufmerksamkeit. Als Produzent hatte er kommerzielle Erfolge mit Pilot, John Miles, Ambrosia und Al Stewart. Gemeinsam mit seinem Manager und kreativen Partner zu dieser Zeit, Eric Woolfson, entwickelte er das ALAN PARSONS PROJECT.

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SHEL – Just Crazy Enough

SHEL _Just Crazy Enough_Cover (Membran, VÖ: 27.05.2016)

Musik ist Familiensache für SHEL. Die vier Holbrook Schwestern – Sarah, Hannah, Eva und Liza (S.H.E.L.) – sind ausgebildete Sängerinnen, Songschreiberinnen und Multi-Instrumentalistinnen. Dabei stecken die Damen alle noch in ihren frühen bis mittleren Zwanzigern, aber die Musikalität liegt ihnen einfach im Blut. Mit ihrem faszinierenden Mix aus akustischen Instrumenten, Beatboxing, Synth Klängen und unwiderstehlichen Harmonien, erschaffen sie eine musikalische Alchemie, der man sich nicht entziehen kann. Aber sie bleiben einfach, wie sie selber sagen, „vier Schwestern, die die Welt bereisen, Geschichten erzählen und denselben Traum teilen“.

Aufgewachsen sind die Mädels in Colorado, in einem Wohnwagen-Park, den die Holbrook Familie zur Farm umfunktioniert hat. Dort haben sie eine unkonventionelle Kindheit verlebt, während der sie zu Hause von ihren Eltern – einer Künstlerin und einem professionellen Songwriter – unterrichtet wurden. In diesen Jahren reifte ihr gemeinsamer Traum zusammen Musik zu machen, ohne ihre Individualität und Persönlichkeit opfern zu müssen. Mittlerweile sind SHEL nach Nashville übergesiedelt und saugen die kreative Atmosphäre von ´Music City´ auf, wenn sie nicht gerade touren und die Welt bereisen.

Zusammen bilden die Schwestern ein zauberhaftes Quartett – übermütig, neckisch und ein bisschen verschmitzt. mehr »

Cuong Vu – Cuong Vu Trio meets Pat Metheny

Cuong Vu Trio Meets Pat Metheny Cover (Nonesuch, VÖ: 06.05.2016)

Trompeter, Komponist und Band-Leader Cuong Vu, der als Mitglied der Pat Metheny Group auf deren beiden Alben „Speaking Of Now“ und „The Way Up“ zu hören war und zwei Mal auf weltumspannende Tour mit Metheny ging, wurde von einer Audio-Kassette des „Travels“-Live-Doppelalbum der Pat Metheny Group dazu inspiriert, Musik als seine Berufung zu begreifen. Vu, zu dessen Trio Stomu Takeishi am Bass und Ted Poor am Schlagzeug zählen, spielte neben seiner Zeit bei Metheny u.a. auch mit David Bowie, Laurie Anderson und Mitchell Froom. Das neue Album Cuong Vu Trio Meets Pat Metheny präsentiert Metheny in eher seltenerer Funktion, nämlich als Sideman: „Die Tatsache, dass Cuongs Band-Sound und sein Trompetenspielen kaum an einer definierten Stelle im gesamten musikalischen Spektrum, wie wir es kennen, zu verorten ist, sprach mich unmittelbar an, als Cuong mich fragte, ob ich an diesem Album mit seinem Trio arbeiten wollte. Dieses Album-Projekt wurde sehr spontan zusammengestellt und aufgenommen“, kommentiert Pat Metheny und formuliert seine derzeitige Vorliebe für instinktgelenkte Musikwerdung. „Mir gefallen musikalische Situationen, in denen ich nicht ganz genau weiß, was ich zu spielen habe. Es ist trügerisch zu glauben, dass man Situationen in musikalischen Konstellationen erlebt, in denen Inspiration garantiert scheint. An diesem Punkt in meiner Karriere halte ich Ausschau nach Situationen, in denen mein musikalischer Instinkt gefordert ist. Und das neue, gemeinsame Album mit Cuong beinhaltet eine Menge solcher Momente für mich als Sideman.“

Fünf der sieben Kompositionen des Albums stammen von Cuong Vu, während die brandneue Metheny-Komposition „Telescope“, eingebettet in Blues-Metren, satt Platz bietet für eins der narrativsten Trompeten-Soli Vus. mehr »

Pat Metheny Unity Group – The Unity Sessions

The Unity Sessions_Cover (Nonesuch, VÖ: 06.05.2016)

Live: 27.6., Wien, Konzerthaus

Pat Metheny zählt zweifellos zu den innovativsten, produktivsten, enthusiastischsten und reisefreudigsten Musikern der Musikgeschichte. Seit seinem 1976 erschienenen Debütalbum „Bright Size Life“, ist der inzwischen 61-Jährige an rund 250 Tagen im Jahr auf den Konzertbühnen der Welt unterwegs. In den kompletten vier Jahrzehnten seiner Karriere unter eigenem Namen, gönnte sich der Mann aus Lee’s Summit, Missouri, nur ganze zwei Auszeiten. 2015 legte er, abgesehen von wenigen ausgewählten Auftritten, ein Sabbatjahr ein. Unproduktiv war er deswegen aber keineswegs, wie die beiden neuen Aufnahmen eindrücklich unterstreichen, die am 06. Mai 2016 veröffentlicht werden.

Das Doppel-Live-Album The Unity Sessions enthält 13 Metheny-Kompositionen, eine Co-Komposition mit Ornette Coleman und die beeindruckende Interpretation von Ray Nobles „Cherokee“-Klassiker. The Unity Sessions basiert auf der gleichnamigen, kürzlich veröffentlichten DVD, für deren Aufnahmen sich die Pat Metheny Unity Group Anfang 2015, nach ihrer hoch gelobten Kin (←→)-Tour, die mehr als 150 Konzerte auf vier Kontinenten umfasste, zwei Tage lang in einem kleinen New Yorker Theater wiederfand. Etliche Stücke des Pat Metheny Unity Band-Albums (2013), für das Metheny seinen 20. Grammy-Award gewann, mehr »

Paolo Fresu & Omar Sosa feat. Natacha Atlas & Jaques Morelenbaum – Eros

Fresu_Sosa_Eros_Cover (tuk Music, VÖ: 20.05.2016)

So international werden Musikalben im Zeitalter der Globalisierung produziert: Zuerst legte man im Studio von Produzent/Toningenieur Stefano Amerio im norditalienischen Cavalicco nahe Udine den Grundstein. Paolo Fresu an Trompete, Flügelhorn und klangverändernden Effektgeräten sowie Omar Sosa an diversen Tasteninstrumenten vom Konzertflügel über Fender Rhodes bis zu Synthesizer und Sampler spielten dort im Juni 2015 die Basisspuren ihrer jüngsten Zusammenarbeit “Eros” ein. Für einige Stücke holten die beiden das Quartetto Alborado zur Mitwirkung hinzu. Die Landsleute des Italieners Fresu, die sich mit Musik zum Kinofilm “Il Rosa Nudo” und dem eigenen CD-Opus “Éthos” einen Namen gemacht haben, brachten klassizistische Streicherklänge ein. Einen Monat später ging das bis dahin Gefertigte in ein Tonstudio im französischen Herret, wo Natacha Atlas ins Spiel kam. Die marokkanisch-belgische Sängerin verzierte dort einiges mit arabischen Gesangsmelismen. Wieder einen Monat später schickte man das Ganze schließlich nach Rio de Janeiro zu Jaques Morelenbaum (A.C. Jobim, Caetano Veloso, Ryuichi Sakamoto). Der Brasilianer, der bereits am Vorgängerwerk “Alma” beteiligt war, trug erneut zauberhafte Cellopassagen bei. Erst am Ende der kleinen Weltreise war die Produktion dann vollständig im Kasten.

Obwohl die Mitwirkenden nie alle gleichzeitig in einem Raum versammelt waren, klingt “Eros” wie aus einem Guss. Kurze Internetwege und die Segnungen der Digitaltechnologie machen es möglich. Mit der zeitgemäßen Arbeitsweise haben Fresu, Sosa und ihre Gäste eine ganz eigenwillige und doch in jedem Moment harmonische Mischung aus Softjazz, Electronica, Weltmusikalischem und Klassikanleihen erschaffen. Das Sound- und Stilspektrum reicht hier von fröhlichen Latinrhythmen (”Why”) über frei Improvisiertes (”Kýpris”) und Fusionjazz in der Nachfolge von Miles Davis (”Himeros”) bis hin zu poetischen Klassikmomenten (”Brezza del Verano”).

Wie es der Albumtitel nahelegt, spüren Fresu und sein kubanischer Partner Sosa diesmal dem Mythos “Eros” nach. mehr »

Get the Cat – Four (+Tourdaten)

GetTheCat_Four_Cover (Dog and Bone Records, VÖ: 06.05.2016)

Auf ihrem neuen Album Four veranstaltet die Band Get the Cat ein großes Familientreffen. Bruder Jazz und Onkel Funk diskutieren in zwölf Takten, Tante Soul bringt sich mit Verve ein während Patenkind Rock’n’Roll für Unruhe sorgt. Aber kein Zweifel: In der Musik von Get The Cat bleibt Opa Blues der Patriarch. Die Musiker der Band fühlen sich der Tradition verpflichtet, lassen sich aber nicht von ihr einengen. Der Blues von Get the Cat ist Klang und Gefühl statt Form und Struktur.

Die zwölf Songs der CD, die alle aus der Feder des Bassisten Till Brandt stammen, bieten den perfekten Rahmen für dieses Treffen. Jedem einzelnen Musiker des Quartetts gelingt es, der bunt gemischten Verwandtschaft Stimme und Ausdruck zu verleihen.

Dem Charme von Melanie Bartschs Stimme kann man sich ebenso wenig entziehen wie dem facettenreichen Gitarrenspiel von Uli Brodersen. Beide können sich in den Stücken mit ihrer Kreativität und ihrem Können voll entfalten. Getragen werden sie von der erdigen Rhythmusarbeit von Schlagzeuger Bernd Oppel und Bassist Till Brandt.

Bei diesem Verwandtschaftstreffen ist ein Album entstanden das überzeugt: Sowohl mit immer neuen, überraschenden Ideen und musikalischer Perfektion als auch mit einem Gefühl der Vertrautheit. Diese Vertrautheit entsteht weil die Band es versteht musikalische Stile so perfekt zusammen zu bringen, dass zwölf völlig neue Stücke doch wie alte Bekannte wirken.

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Defne Şahin – Unravel

DefneSahin_unravel_Cover (Fresh Sound Records, VÖ: 27.05.2016)

VIDEO: Defne Şahin – Echoes of a Dream

„Ich fühle mich schnell in verschiedenen Ländern zuhause“, beschreibt Defne Şahin ihre kosmopolitische Mentalität. In Berlin wurde sie geboren, eine Weile verbrachte sie in Barcelona und im brasilianischen Salvador da Bahia. Von 2011 bis Mitte 2012 pendelte die Sängerin, Komponistin und Songtexterin zwischen Berlin und Istanbul, dann zog sie nach New York. Dank Stipendien des DAAD und der Heinrich Böll Stiftung konnte sie zwei Jahre an der Manhattan School of Music studieren, unter anderem bei Theo Bleckmann und Gretchen Parlato. Parallel dazu stürzte sich Şahin in die pulsierende Szene der Jazz-Metropole. Sie trat in Clubs wie dem Cornelia Street Café und der Rockwood Music Hall auf, ebenso in der legendären Carnegie Hall. Sie spielte mit jungen und erfahrenen Musiker*innen, darunter Shai Maestro, Marike van Dijk und Jay Clayton. Auch nach dem Abschluss ihres Masters blieb Defne Şahin erst mal in New York. Nicht zuletzt, um hier ihr neues, zweites Album Unravel mit jenen Kollegen aufzunehmen, die sie im Lauf der Zeit kennen- und schätzen gelernt hatte. Die Rolle des Produzenten und Co-Arrangeurs übernahm Guillermo Klein; über ihn und die anderen Beteiligten später mehr.

„Mein Ziel war, verschiedene Welten auf dem Album zu vereinen“, beschreibt Defne Şahin ihre Kernidee zu Unravel (auf Deutsch: enträtseln, entfalten). „Der Titel steht für Entdeckungen, die nicht vorhersehbar oder planbar sind“, erklärt sie, „wie die meisten wirklich guten Begegnungen während einer Reise. Das Wort symbolisiert für mich auch Mut und Geduld, sich auf diese Reise und ihre Überraschungen einzulassen.“ Şahin zieht eine Parallele zur Improvisation im Jazz, zu deren zentralen Elementen es gehört, neugierig zu sein und anderen zuzuhören. Mit improvisierter Musik kennt sie sich aus, immerhin studierte sie seit 2006 am Jazzinstitut Berlin unter anderem bei Kurt Rosenwinkel und John Hollenbeck.

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Klaus Doldinger – Doldinger (+Tourdaten)

KlausDoldinger_Doldinger (Warner Music, VÖ: 29.04.2016)

DAS NEUE STUDIO-ALBUM ZUM 80. GEBURTSTAG AM 12.5.2016

MIT PASSPORT, PASSPORT CLASSIC, HELGE SCHNEIDER, UDO LINDENBERG,
SASHA, MAX MUTZKE, NILS LANDGREN & DOMINIC MILLER

Klaus Doldinger wird 80 – und nutzt die Gelegenheit, um einige Lieblingsstücke aus seinem gut 400 Kompositionen umfassenden Werk einer Frischzellenkur zu unterziehen. „Jungbrunnen statt Ruhestand“ könnte die Devise heißen, nach der „der erfolgreichste Jazzmusiker des Landes“ (Jazz thing), außerdem allgegenwärtig als Komponist einiger der bedeutendsten Film- und Fernsehmusiken – vom Tatort-Thema über die Musik zu „Das Boot“ bis zu „Die Unendliche Geschichte“ – , sein 35. Album produziert hat. Mit seinen beiden aktuellen Bands – Passport und Passport Classic – und illustren Gästen wie Helge Schneider, Udo Lindenberg, Sasha, Max Mutzke, Nils Landgren und Dominic Miller veranstaltete Klaus Doldinger dafür im Januar 2016 in seinem Studio eine Aufnahmesession als Vor-Geburtstagsparty. „Ich habe das Zusammenspiel mit anderen Musikern immer als etwas Besonderes, etwas Beglückendes empfunden“, sagt Doldinger. „Man kann ja auch viel mit Worten sagen, aber das ist dennoch kein Vergleich zu Tönen. Sie reichen über alles andere hinaus und sind von unbeschreiblicher Ausdrucksmöglichkeit. Das ist die Grundessenz, die man mit dem Jazz in die Wiege gelegt bekommt und sich erhalten muss. Ich habe immer gespielt und keine Ambitionen, mich zurückzulehnen.“

Die modernisierte Rückschau auf diesem Album ist eher ungewöhnlich für Klaus Doldinger, den immer Neugierigen, den beständig tourenden und komponierenden Soundsucher zwischen Heute und Morgen, von den südstaatlichen Blues-Sümpfen über die Maghreb bis zu mehr »

Lisa Simone – My World (+Tourdaten)

Lisa Simone_MyWorld (o-tone, VÖ: 29.04.2016)

Dies ist eine Geschichte, die nicht nur im Leben, sondern vor allem auf der Bühne spät geschrieben wurde. Es ist eine einzigartige Liebesgeschichte zwischen einer Künstlerin und ihrem Publikum: ein Konzert nach dem anderen. Mund-zu-Mund Propaganda war ihre Hauptwerbung. Irgendwie auch eine «altmodische» Geschichte.

Eine Frau vieler Talente

Lisa Simone, Tochter von Nina Simone, ist einen einzigartigen Weg gegangen. Aufgrund des Erfolgs ihrer Mutter lebte sie während ihrer Kindheit überall auf der Welt. Als sie dann endlich auszog, ließ sie sich von der U.S. Air – Force rekrutieren. Nachdem sie im Krieg im Irak stationiert war, veränderte sie ihre Richtung und sang bei dem spanischen Star Raphael auf seiner Welt-Tournee. Anschließend wurde sie in den USA gewürdigt für ihren Gesang mit der aufsteigenden Jazzband Liquid Soul, die für den Grammy Award nominiert worden war. Danach begann Simone am Broadway ihre Karriere als Solo-Sängerin. Hier lernte sie viel über die Musik, aber vor allem entdeckte sie ihre wahre Leidenschaft: jeden Tag aufzutreten, egal wo oder wann und eine Verbindung zu ihrem Publikum aufzubauen.
Simone erklomm schnell die Karriereleiter. Sie begann als Zweitbesetzung, bekam aber nach einigen sehr überzeugenden Auftritten von den Produzenten schon bald ihre ersten großen Rollen. Sie erlebte einen Erfolg nach dem anderen in Produktionen wie Rent, Aida und König der Löwen. Sie gewann den „National Broadway Theatre Award for Best Actress“ in einem Musical – eine Auszeichnung, die sie für ihre ausgezeichnete Arbeit wahrlich verdiente! Ihre Mutter, die in Südfrankreich lebte und die sie viele Jahre nicht gesehen hatte, flog für diese Zeremonie nach Amerika, wo die beiden glücklich wiedervereinigt wurden.

Nina Simone starb kurz danach und Lisa ging nach Frankreich, um die Hinterlassenschaft ihrer Mutter zu klären. Wenn sich jedoch eine Tür schließt, öffnet sich eine andere und Simone’s Abschied vom Broadway, so schwer er auch gewesen war, machte Platz für neue Ambitionen. Sie ging nicht zurück an den Broadway, sondern tourte außerhalb der USA mit anderen internationalen Stars: zuerst mit den „Daughters of Soul”, Lalah Hathaway, Nona Hendrick, Indira Khan… und dann mit “Sing the Truth”, mit Dianne Reeves, Angélique Kidjo and Lizz Wright.

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Aline Frazão – Insular (+Tourdaten)

AlineFrazao (Jazzhaus Records, VÖ: 22.04.2016)

Die Zutaten: Eine entlegene schottische Insel, ein portugiesischer Rocker, ein britischer Produzent – und die Songs und die Stimme einer Frau aus den Tropen. Klingt ein bisschen wie ein durchgedrehter Fan-tasyroman, oder? Doch genau dort, wo George Orwell einst seinen Erfolgsroman 1984 schrieb, ist aus der Vision der angolanischen Songwriterin Aline Frazão ein Werk von melancholischer Schönheit entstanden, das in der portugiesischsprachigen Welt bislang einmalig sein dürfte.

Auf dem Eiland Jura vor der schottischen Küste gibt es nicht viel: felsige Ufer, karge Wiesen, 200 Einwohner, einen Pub und den berühmten torfgeräucherten Whisky. Man kommt in Versuchung, sie für verrückt zu erklären, diese angolanische Musikerin, die sich ausgerechnet ein solches Fleckchen Erde als Entstehungsort für ihre dritte Platte aussucht. Doch Aline Frazãos musikalisches Universum ist eben etwas anders gestrickt, scheut nicht die verschlungenen Pfade, die ungewöhnlichen Abzweigungen.

Die 27-jährige stammt aus Angolas Hauptstadt Luanda, und zunächst liest sich ihre Biographie ein wenig wie die vieler Kolleginnen des lusophonen (portugiesischsprachigen) Kulturraums. In ihren Jugendjahren singt sie Fado, Jazz und brasilianischen Pop, traditionelle Musik aus Angola und den Kapverden. Mit fünfzehn siedelt sie nach Lissabon über. Als sie beginnt erste Songs zu schreiben, sind die noch klar beeinflusst von Bossa Nova. Auf Reisen von Buenos Aires bis Dublin sammelt sie viele Erfahrungen bei Auftritten in kleinen Bars und Clubs, und das Projekt A Minha Embala (2009), an dem sie sich beteiligt, ist ein Trip durch die verschiedenen lusophonen Kulturen. Mit ihrem ersten eigenen Album Clave Bantu (2011) erztählt sie die Geschichte ihres afrikanischen Vol-kes, das über den Ozean nach Brasilien und Kuba aufbricht. Mit ihrem zweiten Werk Movimento (2013) schält sie immer mehr eine eigenständige Klangsprache heraus, die die afrikanischen Wurzeln zugunsten einer selbstbe-wussten Indierock-Attitüde zurücktreten lässt. Für die Texte ihrer Lieder bezieht sie tiefgründige, bilderreiche Verse namhafter angolanischer Poeten.

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Markus Geiselhart Orchestra – My Instrument Is The Orchestra

Geiselhart_MIITO (Jive Music Austria / o-tone music, VÖ: 29.04.2016)

Markus Geiselhart wurde 1977 in Stuttgart geboren und lebt seit 2006 als freischaffender Bandleader, Komponist, Arrangeur und Posaunist in Wien. Seit 2013 hat er einen Lehrauftrag für Big Band-Leitung an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Er machte sich in den vergangenen Jahren vor allem durch seine Arbeit mit dem Don Ellis Tribute Orchestra feat. Thomas Gansch einen Namen.
Das Markus Geiselhart Orchestra (MGO) wurde im Sommer 2010 von ihm gegründet. Dieses vereint einige der besten Jazzmusiker und Jazzmusikerinnen Österreichs, u.a. etliche Hans-Koller-Preisträger (österr. Jazzpreis), wie Herwig Gradischnig, Clemens Salesny und Martin Koller. Das Orchester spielt ausschließlich Eigenkompositionen von Markus Geiselhart oder von ihm arrangierte Programme für Gastsolisten.

My Instrument is The Orchestra

Das Programm zur Debut-CD „My Instrument is the Orchestra“, welche Anfang 2016 bei Jive Music erscheint, entwickelte sich aus der Arbeit von Markus Geiselhart in den vergangenen 10 bis 15 Jahren. In der Spielzeit 2013/14 war das MGO Stage Band im berühmten Wiener Jazz Club Porgy & Bess. Während dieser Zeit fand die Band zu ihrem eigenen Stil, der traditionellen Big Band Sound mit rockigen, elektronischen Klängen vereint.

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Dago Schelin & Band – Rosas Heft

DagoSchelinBand_Cover (o-tone music, VÖ: 29.04.2016)

Volkslieder? Das war einmal. Romantiker waren es, die vor zwei Jahrhunderten das deutsche Volkslied entdeckt, gesammelt und das Repertoire zuweilen kunstvoll um Lieder im Volkston erweitert haben, und Liedertafeln und Gesangvereine haben das Liedgut gepflegt und verbreitet. Aber dann kamen Zeiten, die nicht nur dem Volkslied arg zusetzten, weil sie das Volkstümliche für lange Zeit in Verruf brachten. Die Lieder selbst kann man dafür gar nicht verantwortlich machen, und Menschen aus sangesfreudigeren Weltgegenden wundern sich, warum in Deutschland alte Volksweisen fast nie gesungen werden. Obwohl sie doch manchmal eigentlich ganz hübsch sind.

Natürlich sind die Lieder in den Hintergrund gerückt, aber sie sind nicht verschwunden. Sie blieben in der Welt, nur eben etwas am Rande, wo sie sich eine Generation lang von ihrer Benutzung in finsteren Zeiten erholen konnten. Und wer weiß, vielleicht kommen gerade wieder andere Zeiten. Einige Jazz-Musiker – die, wie man schon öfter erleben konnte, oft Vorboten neuer Entwicklungen sind – haben sich mit Volksmusik zu beschäftigen begonnen. Natürlich haben sie aus den Liedern etwas Anderes gemacht, haben sie rhythmisch, harmonisch und melodisch gegen den Strich gebürstet und gewissermaßen in einen anderen Garten verpflanzt – immerhin so, dass man immer noch erkennen konnte, woher das kam.

Zu denen, die sich über die Abwesenheit deutscher Volkslieder im Lande ihrer Herkunft gewundert haben, gehört auch Dago Schelin. Er ist, als Nachfahre deutscher Auswanderer, in Brasilen geboren und lebt seit einigen Jahren wieder in Deutschland. Unter den deutschen Auswanderern vergangener Zeiten sind alte Lieder zuweilen viel lebendiger geblieben als hierzulande. Dago Schelin zum Beispiel ist im Besitz eines Heftes, in dem seine Urgroßmutter „Rosa“ handgeschriebene Erinnerungen gesammelt hat, zu denen auch Lieder gehörten. Dago Schelin hat diese Lieder seiner eigenen Geschichte angepasst. Und die ist deutsch-brasilianisch.

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Omer Avital – Abutbul Music

Omer Avital - Abutbul Music,_Album Cover (Jazz Village, VÖ: 06.05.2016)

Omer Avital live am 22.04. um 21:45 Uhr in Bremen, Kulturzentrum Schlachthof.

Interviews sind im Rahmen der jazzahead am 23.04. in Bremen möglich.

Villetaneuse, Anfang November 2015. Bevor das Wasser der Seine die überschaubare Kleinstadt nördlich von Paris streift, liegen Eiffelturm und Grand Palais ein gutes Dutzend Kilometer zurück. Unweit des Flusses stimmen fünf Musiker ihre Instrumente in einem Aufnahmeraum der »Midilive Recording Studios«, die ihrer Vintage-Holzvertäfelung wegen das Prädikat »Historical Vogue Studios« tragen. Das frisch formierte Quintett des Kontrabassisten und Komponisten Omer Avital hat sich anlässlich der Aufnahmen zu dessen neuem Album »Abutbul Music« für zwei Tage in einem französischen Studio einquartiert, weil sich die Instrumentalisten hier quasi auf halbem Wege entgegen kommen konnten. Omer Avital und Tenor- und Sopran-Saxophonist Asaf Yuria sind am Hudson River beheimatet, Schlagzeuger Ofri Nehemya lebte zwischen Totem Meer und Mittelmeer bevor er nach im Januar nach New York zog, Tenor-Saxofonist Alexander Levin ist gerade im Umzug von Israel nach New York begriffen, während Pianist Yonathan Avishai bereits vor vielen Jahren von Tel Aviv nach Frankreich zog.
Zwar weisen sämtliche Musiker des aktuellen Omer Avital Quintetts israelisch Provenienz auf, aber das musikalische Selbstverständnis des Ensembles nimmt sich auf »Abutbul Music« wie eine weltumspannende Balance zwischen Improvisiertem, Traditionellem und Notiertem aus. Die Platte spiegelt mit modernistisch geprägter Musikauffassung die Vielkulturen, in denen Omer Avital beheimatet ist. Arabische Weisen, traditionelle jemenitische, marokkanische und jüdische Folkloren, treffen im genuinen Komponisten- und Musikerduktus Omer Avitals auf ein Jazz-Fundament, das immer wieder auf abenteuerliche Weise ausbricht und Anknüpfungspunkte in der kulturell reich informierten DNA des Bandleaders sucht. »Abutbul Music« umfasst die bislang nonchalanteste und gleichsam intensivste Formulierung von Omer Avitals charakteristischer musikalischer Sinnesart.
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Emil Brandqvist Trio – Falling Crystals

EmilBrandqvist_FallingCrystals

(Skip Records, VÖ: 01.04.2016)

Um es vorweg zu nehmen, mit „Falling Crystals“ (SKP 9135) liefert das Emil Brandqvist Trio sein Meisterstück ab. Bereits in den letzten Jahren hat sich der Göteborger Schlagzeuger Emil Brandqvist auf vordere Ränge des europäischen Jazz gespielt, sein Trio steht für unaufgeregte, bildhafte und berührende Melodien und Sounds, die lebhaft in Erinnerung bleiben. Dabei gehört es zu den Markenzeichen des Trios, mit dem finnischen Pianisten Tuomas Turunen und Max Thornberg aus Stockholm am Kontrabass, dass sich das multinationale skandinavische Ensemble gerne zur Vervollständigung ihrer Klangmalereien Gäste ins Studio holt, um ihre Musik noch vielschichtiger zu gestalten. War es beim ersten SKIP – Album – „Breathe Out“ (SKP 9115) 2013 das Göteborger Sjöströmska String Quartet, welches zusätzliche Akzente setzte, luden Emil Brandqvist und sein Trio für das Folgealbum „Seascapes“ (SKP 9128) eine Reihe von Bläsern ein, die mit Flöten, Klarinetten, Bass Klarinetten und Flügelhorn die atmosphärische Musik verdichteten. Das Album konnte sich in den deutschen Jazzcharts auf Position 14 platzieren, sicherlich auch der Tatsache geschuldet, dass das Trio einen ganzen Reigen von umjubelten Konzerten auf Festivals wie Palatia Jazz oder in Hamburg gab und damit unterstrich, dass man live die hochgesetzten Erwartungen spielend einlösen konnte.

Konzertbesucher des letzten Jahres bekamen bereits eine Idee von der Entwicklung des Trios, „Falling Crystals“ erweitert den Klangkosmos um Stimmungen und Kompositionsstrukturen, die den Ausnahmestatus mehr »

Alejandra Ribera auf Tour

AlejandraRibera_byKristinaWagenbauer

Tourdaten

10.03.2016 Hannover – Feinkost Lampe
11.03.2016 Worpswede – Women in (E)motion
12.03.2016 Lutterbek bei Kiel – Lutterbeker
13.03.2016 Hamburg – Birdland
14.03.2016 Berlin – Prachtwerk
15.03.2016 Köln – Die Wohngemeinschaft

Die in Kanada geborene und bei einem argentinischen Vater und einer schottischen Mutter aufgewachsene Alejandra Ribera, wurde die Liebe zum Reisen in die Wiege gelegt. Mittlerweile ist die, in Kanada längst zum Star avancierte, Sängerin in Frankreich angekommen und hat „La Boca“ im Gepäck – ein hochgelobtes Album, das sie mit dem renommierten Produzenten Jean Massicotte aufgenommen hat. Das Album erschien bei uns in Deutschland am 27.11.2015 (Harmonia Mundi).

„La Boca“ ist eine Reise, eine Geschichte, der Anfang eines Abenteuers. Alejandras Stimme ist die einer ultimativen Träumerin, sie singt feinfühlig und zärtlich, ihre Lieder sind zum Entspannen, Träumen und Genießen gemacht. Sie erinnert an all die Künstler, die mit den Stimmungen des Blues jongliert haben: Rufus Wainwright, Melingo, Tom Waits, Chavela Vargas und natürlich Arthur H, der mit ihr zusammen das einzige französischsprachige Lied auf ihrem Album singt – Un Cygne la nuit.

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JazzNights mit Nils Landgren

Nils Landgren_byStevenHaberland

Tourdaten
Nils Landgren All Stars & Neue Philharmonie Frankfurt

02.03.2016 DORTMUND – Konzerthaus
06.03.2016 DESSAU – Kurt-Weill-Fest
09.03.2016 FRANKFURT – Alte Oper
11.03.2016 DRESDEN - Alter Schlachthof
12.03.2016 KARLSRUHE – Tollhaus
13.03.2016 DÜSSELDORF – Tonhalle
18.03.2016 LÜBECK – Musik- und Kongreßhalle
19.03.2016 HAMBURG - Laeiszhalle
20.03.2016 LEIPZIG – Haus Auensee

„Jazz ist Freude am Spiel und deshalb Unterhaltung im besten Sinne“ (Leonard Bernstein)

Leonard Bernstein – einer der größten Komponisten und Dirigenten des 20. Jahrhunderts. Ein Mann mit zwei Seelen in seiner Brust: Ein Besessener des musikalisch Ernsten und des Unterhaltenden, ein Erzmusikant des Leichten und des Schweren. Bernstein schrieb große sinfonische Orchesterwerke, aber er war auch ein Freund der leichten Muse, die unter seiner Feder herausragte: Mit dem Musical “West Side Story” landete er einen Welterfolg, „On The Town” wurde besonders durch die Verfilmung mit Gene Kelly und Frank Sinatra bekannt. Daneben schrieb Bernstein Filmmusiken und Songs, und suchte auch immer wieder die Nähe zum Jazz, ja von allen großen klassischen Maestros seiner Generation war er der entschiedenste Fürsprecher dieses Genres. Er war nicht nur ein profunder Jazz-Kenner, er verstand diese Musik als Pianist auch zu spielen und bediente sich als Komponist ihrer Elemente. Es ist daher mehr als kurios, dass Jazzer bis heute Bernstein so gut wie nie adaptiert haben.

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WAVEMUSIC Vol. 22

wavemusic_Vol22_Cover

(California Sunset Records, VÖ: 11.03.1016)

Vor vielen Jahren fiel uns ein Buch in die Hände. Es ging um den Sinn des Lebens oder mindestens mal darum, wie man glücklich wird. Den Titel des Buches haben wir vergessen, aber die Pointe nicht: „be easy in the harness“, fühle Dich leicht im Geschirr, stand da geschrieben.

Im übertragenden Sinne haben wir daraus gelernt und leben es. Denn das, was wie hier bei California Sunset Records tun, ist von dem Wunsch getragen, Euch mit Bildern und Musik Raum zu schaffen. Raum, um Gedanken fliegen zu lassen, zu fühlen anstatt zu performen und „easy living“ Realität werden zu lassen.

Natürlich gibt es viele Wege, sich Raum zu verschaffen. In Wildwood in New Jersey etwa. Da treffen sich die Menschen beim „Race of Gentlemen“ am Strand. Sie fahren mit ihren knatternden Maschinen und Hot Rods einfach mal los. Wer schneller da ist und wer wohl am meisten Spaß hat. Faszinierend. Wie die Kinder. Andere schreiben Bücher, malen Bilder oder komponieren wunderbare Lieder.

Wir bringen diese Dinge zusammen, präsentieren Euch mehr »




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