Quatuor Ébène feat. Michael Portal – Eternal Stories

QuatuorEbene_EternalStories_Covermotiv (Erato, VÖ: 05.05.2017)

Die Aufhebung der Schwerkraft – Michel Portal und das Quatuor Ébène feiern Hochzeit

“Jazz bietet mir die einzige Möglichkeit, frei zu sein, zu schweben, zu träumen.” (Michel Portal) Während des Zweiten Weltkriegs beschließt ein sechsjähriger Junge in Bayonne/Baskenland, der Musik sein Leben zu widmen. Nach klassischem Studium und etlichen Preisen für sein Klarinettenspiel nutzt er, was der kulturelle Schmelztiegel Paris ihm bietet. Morgens im Studio mit Edith Piaf oder Jacques Brel, nachmittags eine Theatermusik, abends in die Jazzclubs. Stockhausen und Boulez wollen mit ihm arbeiten, an den ersten Free Jazz-Alben ist er beteiligt, und Piazzolla schenkt ihm ein Bandoneón. Seine Auftritte bei den Festivals der Gegenkultur werden zu Happenings.

Michel Portal – der ‘Crossover’-Künstler par excellence? Nichts läge ihm ferner als das gedankenlose Verstreuen aller Zutaten aus dem musikalischen Gewürzregal. Sich auf Mozarts Klarinettenkonzert vorzubereiten, sei für ihn wie das Lesen in Stendhals Rot und Schwarz. Im Scherz vergleicht er sich gerne mit “einem dieser seltenen Schmetterlinge, die nur einen Tag und eine Nacht leben. “Seine Kooperation mit dem Quatuor Ébène ist ein musikalisches Weltereignis abseits aller Normen. “Ein Streichquartett, das sich unversehens in eine Jazzband verwandeln kann”, schrieb die New York Times. Ihre Haydn-, Bartók-, Brahms- und Schubert-Einspielungen fanden international höchstes Lob. Über ihre erste Begegnung mit Michel Portal 2013 bei einem Jazzfestival in Paris – die Künstler spielten dort ebenfalls Werke von Piazzolla – schrieb Le Monde: “Große Lektion, wundervolles Treffen, echte Konversation.”

Vielleicht wird Eternal Stories mal eine der besten Portal-Platten, die er je aufgenommen hat. Möglich, dass er an seinen geliebten Charlie Parker dachte, der sich 1947 den Traum erfüllte, mit einem Streichquartett aufzunehmen. Diese Eternal Stories sind jedoch kein Remake, sondern durchweg neue Stücke nebst zwei neu arrangierten Klassikern Portals, einem Spätwerk Piazzollas und erstaunlichen Beiträgen des Quatuor Ébène.

mehr »

Alejandra Ribera – This Island (+Tourdaten)

This Island Cover (Revolver Distribution Services, VÖ: 19.05.2017)

Seit ihrem von der Kritik gefeierten Album “La Boca”, das 2014 erschien, schreibt die kanadische Songwriterin Alejandra Ribera über die unvermuteten, tunnelhaft-dunklen Orte, die Furcht vor dem Licht bedingen können. Auf ihrem neuen Album “This Island” setzt die Socan-Songwriter- Preisträgerin das Beleuchten jener verborgenen Plätze in der menschlichen Seele fort. Diesmal allerdings lässt sie die mythologischen Gewässer hinter sich und erforscht dezidiert die Erlebnisse des menschlichen Herzens. Sie benennt Einflüsse als Inspirationen für ihre Herangehensweise an das Album, die augenscheinlich unwirklich erscheinen: Eine Rede der Schauspielerin und Oscar- Preisträgerin Tilda Swinton in der texanischen Rothko Chapel, eine Dokumentation über die serbische Performance-Künstlerin Marina Abramović und das Studium der Bewegung mit einer frühen Schülerin Pina Bauschs in Paris. “Der Moment zwischen Suspensierung und Loslassen besitzt endloses Potential. Ich wollte diesen Moment mit einem Klang-Mikroskop festhalten und den Zuhörer in den intimen Raum einladen, dessen Betreten normalerweise nur denen vorbehaltenist, die Musik schaffen”, erklärt Ribera.

“This Island” entstand in einem Studio im ländlichen Ontario, wo Ribera und ihre Band für die Zeit der Aufnahmen lebten – im tiefstenWinter. “In der ersten Nacht fielen 35 Zentimeter Schnee. Dem gänzlich zugefrorenen See zugewandt, den ich durch das Studiofenster sehen konnte, sang ich viele Spuren ein”, erinnert sie sich. Die Weite der kanadischen Landschaft ist bereits im ersten Stück hörbar. Sie klingt in weiten Teilen des Albums immer wieder an. In den Songs, die mit ihren feingliedrig und geräumig gestalteten Arrangement an den frühen Damien Rice erinnern, werden auch die anspruchsvollen Melodienverständnisse von Zeitgenossen wie Rufus Wainwright und Fiano Apple heraufbeschworen. Riberas unverkennbar raue und tief emotionale Stimme wurde von Kritikern über die Jahre wiederholt mit Tom Waits’ charakteristischem Gesangsorgan verglichen. Im neuen Song “Blood Moon Rising” säumt sie diese greifbare Intensität mit beinahe athletischem Kniff, die für bleibende Eindringlichkeit sorgt.

mehr »

Trad.Attack! – Shimmer Gold (+Tourdaten)

TradAttack_ShimmerGold_short (Trad.Attack! Music, VÖ: 19.05.2017)

Aufregende estnische Klänge, in denen das Alte und das Neue aufeinanderprallen und Funken sprühen lassen.

Trad.Attack! hat die estnische Musikszene ordentlich auf den Kopf gestellt als sie Volksmusik auf die große Bühne gebracht und rund um die archaischen Klänge eine moderne Welt aufgebaut haben. Es wird oft gesagt, dass die dreiköpfige Band so groß klingt als ob viel mehr als nur drei Leute auf der Bühne stünden.

Sie stützen sich auf die traditionelle Musik – in einigen Fällen beginnen sie mit rauschenden Aufnahmen von den Stimmen der langverschollenen Dorfsängern und bauen darum herum pulsierende rhythmische Strukturen auf. Das Ergebnis ist ein beeindruckend großes Klangbild.

Alle drei Musiker wuchsen mit der traditionellen estnischen Musik auf und vor der Gründung von Trad.Attack! waren alle Musiker über 15 Jahre in der estnischen Musikszene tätig. Ihr erstes Lied “Kooreke” wurde zur Überraschung der Band gleich ein Hit in der Heimat … Seitdem hat die Band 14 Musikpreise in Estland gewonnen. Das Debüt-Album “AH!”, welches internationale Anerkennung erhalten hat, wurde live in 28 Ländern vorgestellt, von China bis Kanada, einschließlich den wichtigen Festivals wie WOMEX, Eurosonic und Transmusicales.

mehr »

Ryuichi Sakamoto – Async

RyuichiSakamoto_Async_Cover (Warner Music, VÖ: 28.04.2017)

“Als ich meinen Job als Komponist erledigt hatte und nur noch das Mixen und
Mastern meines neuen Albums ausstand, ging mir ein Gedanke durch den Kopf:
Ich mag es so sehr, dass ich es mit keinem anderen teilen will.”

- Ryuichi Sakamoto

Als ein Drittel des Yellow Magic Orchestras lotete er die Grenzen elektronischer Musik aus und gewann weltweit Millionen von Fans; als Komponist wurde ihm bereits 1987 der Oscar für “Der letzte Kaiser” zuteil, dem bis heute zahlreiche prestigeträchtige Preise folgten, vom Golden Globe über den Grammy bis zum Ordre des Arts et des Lettres der französischen Regierung; als Musiker ist er faszinierende Verbindungen mit Künstlern wie David Sylvian, Iggy Pop, Tony Williams, Bootsy Collins, Jacques Morelenbaum und vielen anderen eingegangen – kurz gesagt: es gibt seit den späten 70er-Jahren wenige Künstler mit einer so bahnbrechenden Wirkung wie der Komponist, Performer, Producer, Synthie-Pop-Erneuerer und Umweltaktivist Ryuichi Sakamoto.

Mit “async” kündigt der Japaner nun sein erstes Studioalbum seit acht Jahren an. Es ist zugleich sein bisher persönlichstes, denn es folgt einer schweren Erkrankung. 2014 sah sich Ryuichi Sakamoto nach einer Diagnose mit Kehlkopfkrebs gezwungen, die erste lange Pause in seiner Karriere einzulegen. Dank einer exzellenten medizinischen Versorgung wurden seine Freunde, Familie und Fans Zeugen seiner Rückkehr nach nur etwas mehr als einem Jahr. Sakamoto ging aus dem harten Kampf mit einer erneuerten und leidenschaftlichen Kreativkraft hervor und schloss 2015 mit zwei Filmmusiken ab, für Alejandro González Iñárritus Oscar-dekoriertes “The Revenant” (gemeinsamen mit Alva Noto) sowie Yoji Yamadas “Nagasaki: Memories Of My Son”.

mehr »

Arto Lindsay – Cuidado Madame

ARTO LINDSAY - Cuidado Madame (Ponderosa, VÖ: 28.04.2017)

Experimentierfreude und Eingängigkeit – für Arto Lindsay waren das niemals Gegensätze. Der Sänger und Gitarrist hat seit jeher einen Heidenspaß daran, neutönerische Klangwelten abseits des Mainstream zu erforschen und bleibt dabei doch verständlich, d.h. leicht fassbar. So auch auf “Cuidado Madame”. Der erste Longplay m t neuem Material seit “Salt” (2004) enthält avantgardistische Wagnisse genauso wie ohrwurmige Melodien, er präsentiert einmal mehr die zwei Pole von Lindsays Künstlerpersönlichkeit. Auf der einen Seite erleben wir den ungestümen und kantigen “Scary Arto”, der wie verrückt lostobt; darin spiegelt sich das Lebensgefühl seines lärmend-grellen Wohnortes New York wider. Auf der anderen Seite begegnen wir aber auch dem “Sexy Arto”, der den Zuhörer mit Sinnlichem und Sanftem verführt; darin kommt die Verbundenheit mit der zweiten Heimat Brasilien zum Ausdruck. Ein ums andere Mal ergänzen sich “Scary Arto” und “Sexy Arto” bestens. Mal komplettieren sie einander wie die Teile eines Puzzles (als Beispiel für das harmonische Zusammenfügen von Charakterfacetten sei “Grain By Grain” genannt), mal stehen die beiden wie Dr. Jekyll und Mr. Hyde im Widerstreit reizvoll gegenüber (im Bossa Nova “Uncrossed”).

Der Entstehungsprozess von “Cuidado Madame” begann damit, dass Lindsay Rhythmen der Conga-ähnlichen Handtrommel Atabaque in Brasilien aufnahm. In den Ritualen der dort heimischen Candomblé Religion ist das Perkussionsinstrument nicht selten für trance-artige, spirituelle Gefühlssteigerungen unter den Gläubigen verantwortlich. Mit den gesammelten Rhythmen im Gepäck reiste Lindsay zurück nach Amerika, in einem Tonstudio in Brooklyn bildeten diese das Ausgangsmaterial für neue Songkompositionen in portugiesischer und englischer Sprache. In die ließ der Musiker mit dem Intellektuellen-Look sein Interesse für unterschiedlichste Themenbereiche einfließen. Spuren der erwähnten Candomblé-Religion findet man ebenso wie Verweise auf die Ära der so genannten “Bubble Economy” im Japan der 1980er Jahre; Financiers spekulierten seinerzeit auf Teufel komm raus – bis die Blase platzte. Ein weiteres ungewöhnliches Thema, das hier durchschimmert: die amerikanische Literaturgattung der “captivity narratives”. In sie sind einst Geschichten weißer Siedler in Neuengland eingegangen, nachdem die von Indianern gefangen genommen worden waren.

mehr »

Robyn Bennett – The Song Is You

RobynBennett_TheSongIsYou_Covermotiv
(O-Tone Music, VÖ: 28.04.2017)

Die US-amerikanische Wahlpariserin Robyn Bennett meldet sich mit einem neuen Werk voll eigener Songs zurück. Nach mehr als 200 Konzerten in Europa (Frankreich, Belgien, Schweiz, England, Luxemburg, Norwegen, Niederlande, Griechenland…) legt sie mit ihrer Band „Bang Bang“ das beachtliche Zweitwerk „The Song Is You“ vor.

Die Tochter zweier Universitätsprofessoren wuchs in Pennsylvania (USA) auf. Musik und Tanz waren schon immer ein großer Teil ihres Lebens. Mit drei Jahren begann sie, Jazz- und Ballettunterricht zu nehmen, mit sechs kamen Klavierstunden, mit zehn Jahren Trompetenunterricht dazu. Dazu sang sie regelmäßig in verschiedenen Chören. Ihre frühen Einflüsse waren vielfältig und umfassen unter anderem Frank Sinatra, Michael Jackson, Ray Charles, Fleetwood Mac, Harry Connick Jr., Ella Fitzgerald, Willie Nelson, Billy Holiday und Billy Joel.

Robyns Liebe zu Musik, Tanz und der Bühne führten sie zum Musical, wo sie u.a. in Produktionen von „West Side Story“, „Carousel“ und „South Pacific“ mitwirkte. Nach der High School verließ sie die ländliche Heimatstadt und studierte zwei Jahre lang an der New York University Musiktheater. Ruhe und Balance in der ungewohnten Großstadt zu finden fiel ihr jedoch schwer, und so beendete sie ihr Studium schließlich im Jahr 2001 am renommierten Vassar College mit dem Bachelor of Arts.

2006 zog Robyn nach Paris, wo sie zwei Jahre lang im berühmten Folies Bergères Theater unter Regisseur Sam Mendes im Musical „Cabaret“ spielte. Als Dance Captain spielte sie die Rolle der Texas und war die Zweitbesetzung für die Hauptrolle der Sally Bowles.
Während dieser Produktion traf Robyn den Jazzposaunisten Ben van Hille. Die Chemie zwischen den beiden stimmte auf Anhieb. Die Energie und Emotionen, die sie auf der Bühne teilten, war ansteckend, und Ihre Liebe hält nun schon über 10 Jahre..Sie beschlossen fortan, zusammen Musik zu machen. „Robyn Bennett & Bang Bang“ war geboren.

mehr »

Shai Maestro – The Stone Skipper (+Tourdaten)

ShaiMaestro_TheStoneSkipper_Covermotiv
(O-Tone Music, VÖ: 21.04.2017)

Der musikalische Fluss dieses kraftvollen und stimmigen Trios ist beispielhaft. Shai Maestro, Jorge Roeder und Ziv Ravitz sind mit einem neuen Werk zurück, und es ist so intim wie nie zuvor. Sie verschieben die Grenzen des tiefsinnigen und reifen Jazz, scheuen sich dabei jedoch nicht, auch angrenzende Stile in ihr Album zu integrieren. So verbinden sie elegante elektronische Einsprengsel und das Einbinden von Gesangsstimmen zu ihrem eigenen, einzigartigen Universum.

Seit Shai Maestros Trio-Debut im Jahr 2011 verläuft sein musikalischer Weg in enger Verbindung mit der Suche nach einem ganzheitlichen, vollen Menschsein. Zur Seite stehen ihm dabei in freundschaftlicher Zusammenarbeit Jorge Roeder (bass) und Ziv Ravitz (drums). Die in den vergangenen sechs Jahren geformte musikalische Identität des Trios verschaffte ihm einen besonderen Status in der internationalen Jazzszene.

Ihre gemeinsame Geschichte hört man auf The Stone Skipper. Das vierte Album des Trios ist dabei wie eine Erzählung aufgebaut, die sich durch eine zentrale musikalische Struktur entfaltet und auf ihr beruht. Das Thema zieht sich durch das gesamte Album und stellt damit ein charakteristisches Narrativ, das die einzelnen Stücke des Albums miteinander verbindet. “Dieses Album ist bei Weitem das Persönlichste, das wir bisher gemacht haben. Wir versuchen nicht, Virtuosen an unseren Instrumenten zu sein, sondern eher, der Geschichte selbst zu dienen.”

mehr »

triosence – Hidden Beauty

Cover_Triosence
(OKeh / Sony Music, VÖ: 31.03.2017)

Ob in Brasilien, Taiwan oder im Mutterland des Jazz, in den USA – überall, wo die drei Musiker von triosence bislang mit ihrer Mischung aus Jazz, World und Fusion aufgetreten sind, ließ man ein begeistertes Publikum zurück. Aber auch mit seinen CDs hat das deutsche Trio um Pianist Bernhard Schüler immensen Erfolg. So wurden ihre Einspielungen für den Preis der deutschen Schallplattenkritik nominiert und markierten zudem den besten Neueinstieg in die Internationalen Jazzcharts in Deutschland. Mit ihrem neuen Studioalbum „Hidden Beauty“ unterstreichen die Musiker jetzt einmal mehr ihr stilistisch reiches Spektrum. So finden sich unter den Eigenkompositionen rhythmisch energiereiche Stücke, klassisch anmutende Balladen sowie ein Bossa Nova als Verbeugung vor eben Brasilien, wo man 2016 debütierte. Für Bernhard Schüler spiegelt der Facettenreichtum von „Hidden Beauty“ denn auch die ungemeine Vielseitigkeit unserer Welt wider. Bei den Aufnahmen saß erneut das Gründungsmitglied Stephan Emig an den Drums. Bei den insgesamt elf Stücken wechselten sich hingegen am Bass der in Hamburg lebende Kubaner Omar Rodriguez Calvo und Matthias Nowak ab.
Sämtliche Stücke stammen aus der Feder von Bernhard Schüler. Und bei aller Komplexität schaffen es die Musiker erneut, die Stücke ganz einfach und natürlich klingen zu lassen. Diese Kunst gelingt triosence bereits im Opener „As If It Was Yesterday“, das Schüler noch während seiner Zeit als Student an der Kölner Musikhochschule geschrieben hat. Dynamisch und voller Drive kommt das Titelstück „Hidden Beauty“ daher. Bevor mit „Leaves Me Here“ eine Reminiszenz an den legendären Jazz-Pianisten Bill Evans erklingt. Und neben der elegant dahinfließenden Bossa Nova „Thaisinha“ kommt es mit „Juqueí“ noch zu einer zweiten, diesmal temperamentvoll treibenden Hommage an Brasilien.

mehr »

Dominic Miller – Silent Light

2518 X
(ECM, VÖ: 7.04.2017)

Geboren in Argentinien als Sohn eines amerikanischen Vaters und einer irischen Mutter, lebte und studierte Dominic Miller in jungen Jahren größtenteils in den USA und England. Heute ist Miller in Frankreich ansässig, aber seit drei Jahrzehnten als Musiker in der ganzen Welt unterwegs. Und auch Silent Light, Millers Debütalbum auf ECM, auf dem er solo und mit Perkussionsbegleitung zu hören ist, wirkt sehr international – in Stücken wie „Baden“ (das dem brasilianischen Gitarristen und Komponisten Baden Powell gewidmet ist) ist der Latin-Einfluss unverkennbar, während „Le Pont“ an das Paris des frühen 20. Jahrhunderts erinnert und „Valium“ keltische Melodien im Stile Bert Janschs heraufbeschwört. „Fields of Gold“ ist eine ruhige Instrumentalversion einer der bekanntesten Balladen von Sting, dem Miller seit vielen Jahren als Gitarrist – und Co-Komponist von Welthits wie „Shape of My Heart“ – zur Seite steht. Daneben hat Miller mit so unterschiedlichen Künstlern wie Paul Simon, den Chieftains und Plácido Domingo gearbeitet. Ersterer lobt Miller in den Liner Notes zu diesem Album für seinen „wunderbaren Stil, mit einem Hauch von Jazz und englischer Folkmusik“.

mehr »

JPTR – JPTR

JPTR Cover
(Mouthwatering Records, VÖ: 07.04.2017)

JPTR is Everything! Das Zürcher Avant Pop Duo JPTR, inszeniert sich oft als ein einzelnes Wesen, nämlich als Verschmelzung der beiden Musiker/innen Andrina Bollinger aka KIU (Gesang, Schlagzeug) und Ramón Oliveras IKARU (Schlagzeug, Gesang). Im Gegensatz zu den meisten Bands, ist der visuelle Aspekt bei JPTR nicht bloßes Addendum, sondern ein untrennbarer Teil ihres Schaffens und oft der Schlüssel zur Musik. Ähnlich eines Produktionshauses verstehen sich die beiden zusammen mit Visual-Artist und Texter Olivier Baumann als Kreativ-Kollektiv. Letzterer zeichnet sich für das visuelle Konzept und Verbindung von Texten, Songs und Videos verantwortlich. Dabei findet im Kollektiv ein konstanter und intensiver kreativer Dialog über die Identität von JPTR statt. Im Jahr 2016 alleine hat das Kollektiv 12 Songs aufgenommen und produzierte insgesamt 8 Musikvideos (von denen bis heute sechs veröffentlicht wurden). Die Videos wurden unabhängig und nach einem streng ästhetischen und konzeptionellen Plan produziert und von einflussreichen Medienportalen wie xlr8r, the Line of Best Fit, NBHAP etc. präsentiert.

mehr »

Christoph Pepe Auer – Songs I Like – Germany Edition

Cover_PepeAuer
(o-tone music , VÖ: 07.04.2017)

Der Bassklarinettist, Saxophonist, Schlagzeuger und dreifache Hans-Koller-Preisträger Christoph Pepe Auer feierte mit seinen eigenen Kompositionen und Veröffentlichungen bereits durchschlagende Erfolge in seiner Heimat Österreich – und weit über die Landesgrenzen hinaus als Solist der Jazz Big Band Graz und mit „Living Room“, seinem Duo mit Manu Delago.

„Songs I Like“, bereits 2015 in Österreich erschienen, wird ab dem 7. April auch auf dem deutschen Markt erhältlich sein. Ein in sich stimmiges Sammelsurium von Songs, eine sorgfältige Auswahl an Eigenkompositionen und Neuarrangements musikalischer Jugenderinnerungen der 90er Jahre. Dabei liegt das gesamte Sound Design des Albums im Timbre der Bassklarinette: meist warm und holzig, selten schrill. Gesampelte Sounds des facettenreich klingenden Instruments bilden das Fundament für die programmierten elektronischen Beats. Erweitert wird das Instrumentarium unter anderem mit der seltenen Kombination aus Drehleier, Akkordeon und Cello und schafft somit eine reizvolle Mischung aus Jazz, Weltmusik und Elektronik.

mehr »

Tigran Hamasyan – An Ancient Observer

AnAncientObserver_Cover_Blog
(Nonesuch/Warner Music, VÖ: 31.03.2017)

Am 31. März 2017 erscheint AN ANCIENT OBSERVER, das zweite Album von Tigran Hamasyan auf Nonesuch Records. AN ANCIENT OBSERVER ist der Nachfolger von Hamasyans Labeldebüt Mockroot, über das der Guardian aus London schrieb: “Ein phänomenaler Pianist, ein unbändiger Entertainer, ein vielversprechender Experimentator mit HiTech-Tricks und ein kreativer Weltmusikkomponist. Auf Mockroot spielt er all diese Stärken quicklebendig aus.” Zu seiner jüngsten Soloaufnahme, die zehn neue Kompositionen enthält, sagt der Künstler selbst: “Diese Stücke sind musikalische Beobachtungen der Welt, in der wir heute leben, und der Last der Geschichte, die wir mit uns herumtragen.”

Die Stücke auf AN ANCIENT OBSERVER – zwei basieren auf armenischen Melodien – entstanden im Laufe der letzten vier Jahre. Einige sind durchkomponiert, d.h. vollständig ausgeschrieben, während andere reichlich Raum für Improvisationen lassen. Mehrfach wurden dem Mix noch Vokalschichten hinzugefügt. Wie bei den meisten von Hamasyans Kompositionen, so zitiert er auch diesmal eine große Bandbreite an Einflüssen, von Barocktanz bis HipHop, für einige Tracks wurden Pedale mit einem Synthesizer verbunden. Und natürlich sind, wie immer bei Hamasyan, auch die Klänge seiner Heimat Armenien präsent.

mehr »

Jazz Nights 2017 – Branford Marsalis Quartet with special guest Kurt Elling

Foto_Blog
(Jahnke, VÖ: 28.03.2017)

Es kommt nur äußerst selten vor, dass das eingeschworene Quartett um den Saxofonisten Branford Marsalis sich für Gastmusiker öffnet. Wenn es also dennoch passiert, muss es mehr als einen guten Grund geben.

Der Grund hört auf den Namen Kurt Elling. Vierzehn (!!) Jahre in Folge führte der Grammy-prämierte Elling die Kritiker-Bestenlisten im renommierten Downbeat Magazine an, die amerikanische Jazz Journalists Association kürte ihn in derselben Zeitspanne acht Mal zum »männlichen Sänger des Jahres« und jedes einzelne seiner bisher zehn Alben wurde für einen Grammy nominiert. Sein enormer Bariton umfasst vier Oktaven und beeindruckt mit technischem Können als auch emotionaler Tiefe. Ob eigene Kompositionen oder die moderne Interpretation von Standards – beides bietet die Ausgangsbasis für Ellings hochinspirierte Improvisationen – ob mit Scatting, Spoken Word oder Poesie. Seine Kunst der Vocalese, der Nachbildung von instrumentalen Melodielinien mit Wort und Gesang, macht ihn gewissermaßen zum natürlichen Erbe von Pionieren wie Eddie Jefferson, King Pleasure und Jon Hendricks. Oft lässt Elling Bilder und Referenzen von Schriftstellern wie Proust, Rilke, Rumi oder Neruda in seine Arbeit einfließen.

mehr »

David Orlowsky Trio – Paris-Odessa

Cover_D.Orlowsky_ParisOdessa
(Sony Classical, VÖ: 10.03.2017)

Musik und Reisen – das war in Europa immer eins: Melodien, Rhythmen, Tänze wandern seit Jahrhunderten über geographische Trennlinien hinweg und schöpfen ihre Spannung und Schönheit gerade aus diesem steten Grenzgang. In Zeiten, in denen wieder vermehrt Grenzen gezogen werden und Abschottung und Nationalismus vermeintliche Sicherheit versprechen, begibt sich das David Orlowsky Trio auf eine musikalische Reise die keine Genregrenzen kennt, getrieben von der Neugier nach unbekannten Klängen. Orlowsky: „Musik kann nur wachsen, wenn man die Angst vor dem Neuen überwindet. Wer möchte denn Musik hören, die sich stets allen fremden Einflüssen verwehrt hat? Wir haben oft die Erfahrung gemacht, dass wir über Musik mit Menschen in Kontakt gekommen sind, obwohl wir uns sprachlich nicht verständigen konnten – so wollen wir mit dieser Aufnahme gegen Abgrenzung und Angst vor Fremdem eintreten.“

Nach dem 2014 veröffentlichten Album „Klezmer Kings – A Tribute“, für das das Ensemble ein weiteres Mal mit dem ECHO Klassik-Preis in der Kategorie „Klassik ohne Grenzen“ ausgezeichnet wurde, legt das Trio mit „Paris – Odessa“ jetzt das sechste Album für Sony Classical vor. Unter den Stücken, die allesamt aus der Feder der Musiker stammen, finden sich auch zwei musikalische Paris-Verbeugungen. In dem Stück „Marais“, das nach dem gleichnamigen jüdischen Viertel benannt ist, lässt Orlowsky seine Klarinette herzergreifend sentimental und mit dem für das osteuropäisch-jüdische Klangerbe typischen, bittersüßen Flair singen. Mit ähnlich nostalgischem Charme kommt auch „Le Chat Noir“ daher.

mehr »

Jools Holland – Piano

Piano_Cover_Blog
(Warner Music, VÖ: 24.02.2017)

Der beliebteste Musikmoderator des britischen Fernsehens kehrt zu seiner ersten Liebe zurück: Zum Piano.

Er ist Bandleader, Pianist, Komponist und eine Musiklegende in allen Bereichen. Die meisten kennen JOOLS HOLLAND zudem als supersympathischen Host seiner TV-Show „Later…“. Doch auch in Deutschland ist HOLLAND öfter mal mit seinem Rhythm & Blues Orchestra live unterwegs und präsentiert dann großartigen Boogie, Rhythm & Blues und jazzig-souligen Pop. Auf seinem neuen Album Piano dreht sich nun alles um jenes Instrument, das seit gut und gern 50 Jahren seine große Liebe darstellt. Auf 18 Instrumentaltracks präsentiert er das Piano in unterschiedlichsten Stilen und ebenso unterschiedlichen Klängen. Piano erscheint in Deutschland am 24. Februar.

Auf seinem neuen Album hat JOOLS HOLLAND sich unter anderem mit einer Ikone der Musiker- und Produzentengilde zusammengetan: Brian Eno steuert die Hintergrund-Vocals auf dem Track Last Date bei und bereichert den Track mit experimentellen Soundscapes, die schon immer sein Markenzeichen waren. Weitere drei Tracks spielte JOOLS mit seinem Rhythm & Blues Orchestra ein, nämlich Strange Cargo, Romantic Ruin und Bumble Boogie, in dem er Bachs berühmtes „Präludium Nr. 1“ zitiert. Produziert wurde Piano von JOOLS langjährigem Mitstreiter Laurie Latham.

mehr »

Richard Galliano – New Jazz Musette

NewJazzMusette_Cover_blog
(Ponderosa/edel Kultur, VÖ: 24.02.2017)

Mit “New Jazz Musette” feiert Richard Galliano standesgemäß sein dreißigjähriges Jubiläum als Plattenkünstler. Mitte der 80er Jahre leitete er sein eigenes, erstklassig besetztes New Musette Quartet und veröffentlichte mit dessen tatkräftiger Unterstützung das Debüt “Spleen”. Sein aktuelles Doppelalbum erinnert daran, und auch diesmal stehen ihm Topleute zur Seite. Der Franzose konnte befreundete Kollegen ersten Ranges gewinnen, mit denen er bereits früher in anderen Zusammenhängen musiziert hat. So machte er etwa mit dem Gitarristen Sylvain Luc (Georges Moustaki, Wynton Marsalis, Jacky Terrasson) bereits in den 90er Jahren gemeinsame Sache, 2015 brachten die beiden als Duo die Edith-Piaf-Hommage “La Vie en Rose” auf den Markt. Bassist Philippe Aerts (Chet Baker, Lee Konitz, Charlie Mariano) ist seit langem Mitglied von Gallianos Trios und Quartetten in diversen Line-ups. Und Schlagzeuger André Ceccarelli schließlich bildete häufig das rhythmische Rückgrat in diesen Gruppen, außerdem stand er mit Größen wie John McLaughlin, Stan Getz, Sting und Tina Turner im Tonstudio bzw. auf der Konzertbühne.

Auf “New Jazz Musette” interpretiert diese bestens harmonierende Spitzenbesetzung nun achtzehn bekannte Titel aus Gallianos Feder, der Akkordeonmeister hat dafür Lieblingsstücke wie “Laurita”, “Tango pour Claude” und “Spleen” ausgewählt. Im Laufe seiner Karriere hat er diese Eigenkompositionen immer wieder neu gedeutet, und auch diesmal sind ihm und seinen Mitstreitern überraschende und frische Neufassungen eingefallen.

mehr »

Laurent Coulondre Trio – Schizophrenia

Schizophrenia_Cover_Blog
(o-tone music/edel Kultur, VÖ: 24.02.2017)

Mit seinen 27 Jahren gehört der französische Pianist, Organist und aufstrebende Star Laurent Coulondre zur neuen Generation höchst begabter Musiker in seiner Heimat. Mit Talent und ohne Tabus ist er damit Teil der Evolution des Jazz in Frankreich. Der von der Presse hoch gelobte Franzose gewann dieses Jahr den « Rising Star » Award bei den Französischen Jazzawards « Victoires du Jazz ».

Sein Trio eröffnete bereits für viele namhafte Musiker, darunter auch Sting beim Jazz à Vienne Festival. Weitere zu nennende Namen wären hier unter anderem Marcus Miller, Michel Legrand, Al Jarreau, Avishaï Cohen, Chucho Valdès, Dee Dee Bridgewater, Didier Lockwood und Jacky Terrasson.

mehr »

Omer Klein – Sleepwalkers

Sleepwalkers_Cover_Blog
(Warner Music, VÖ: 17.02.2017)

„Kaum jemand vereint Groove und Romantik so organisch wie Omer Klein.“ (Piano News)

Mit SLEEPWALKERS präsentiert der in Israel geborene „Meisterpianist” (Süddeutsche Zeitung) Omer Klein sein siebtes Album und sein Debüt bei Warner Music. Klein, dessen Musik „grenzenlos“ (New York Times) sowie „fließend und sinnlich“ (Bayerischer Rundfunk) genannt wurde, spielte sein neuestes Album mit seinem bewährten Trio, bestehend aus Haggai Cohen-Milo am Bass und Amir Bresler am Schlagzeug, ein. „Bei allem, was wir spielen, spürt man eine enorme Verbundenheit zwischen uns. Unsere lange Freundschaft hat ihren ganz eigenen Sound. Wir haben unser eigenes Denken und Handeln entwickelt“, sagt Klein. „Amir und Haggai sind nicht nur wichtige Beteiligte an diesem Album, sie SIND diese Musik genauso sehr wie ich.“ Die dreizehn Eigenkompositionen, die alle vom Leader selbst und teilweise zusammen mit Amir und Haggai geschrieben wurden, vereinen sich zu einem Meisterwerk tiefgründiger Emotion und Originalität – und belegen eindrucksvoll die Relevanz und die Schönheit des Klaviertrios im Jazz unserer Zeit.

Omer Klein, 1982 in Netanja geboren, begann sein Jazzstudium als Teenager und seine Konzertkarriere im Alter von 16. Mit 23 Jahren zog er nach Boston, um am New England Conservatory bei Danilo Perez zu studieren, und bald weiter nach New York, wo er Schüler von Fred Hersch und ein wichtiger Teil der Szene mit Auftritten im Blue Note oder bei Jazz at Lincoln Center wurde. Omer Klein, mittlerweile Steinway-Künstler und wohnhaft in Düsseldorf, gewann 2015 den Förderpreis des Landes NRW und wurde für sein Trio-Album „Fearless Friday“ für den ECHO Jazz nominiert. Der internationale Star tourt als Solist und mit seinem Trio um die Welt. Alljährlich unterrichtet er einen Kurs am Jerusalem Music Center, im Rahmen eines vom Pianisten Murray Perahia initiierten Programms. „Ich bin begeistert von der Geschichte des Klaviers und der Musik im Allgemeinen“, erklärt Omer Klein. „Diesen Reichtum dadurch zu erleben, dass ich die Werke der großen Meister spiele, ermöglicht es mir, immer neue Wege zu finden, meine eigenen Ideen auszudrücken.“

mehr »

Kurt Rosenwinkel – Caipi

CAIPI_COVER_PHYSICAL_UF
(RAZDAZ Records/Heartcore Records, VÖ: 10.02.2017)

The most influential and strikingly original guitarist-composer of his generation makes a radical leap in his musical direction on Caipi, the debut release on his new label Heartcore Records. Ten years in the making, this ambitious project features Rosenwinkel playing all the instruments (drums, bass, piano, synthesizers, percussion) and showcases him prominently on vocals on tunes like the hard rocking “Hold On,” the ethereal “Summer Song” and the slow ballad “Ezra,” named for his son. The lilting “Little B” is named for his other son Silas, who was nicknamed Little Bear as a toddler. “My sons are 10 and 12 now so they’ve been living their whole lives with this music,” says Rosenwinkel, who resides in Berlin. “For years they’d say, ‘When is Caipi coming out? When, when?’ And I’d always tell them, ‘It’s coming, it’s coming!’ And now it’s actually here and it’s wonderful to see how that is affecting them and what that means for them in their lives.”

Amanda Brecker (daughter of Eliane Elias and Randy Brecker) provides lead vocals and Portuguese lyrics on “Kama” and contributes layered backing vocals throughout Caipi. Special guest Eric Clapton offers a subtle touch of signature string-bending on the upbeat pop number “Little Dream.” And Rosenwinkel’s former musical partner Mark Turner delivers potent tenor sax performances on “Ezra” and “Casio Escher.” “I had to bring Mark in because it was very important to me to have that close friendship and collaboration represented on the album.”

mehr »

Nomfusi – African Day

Nomfusi Cover Blog
(USA/Delicious Tunes, VÖ: 10.02.2017)

Nomfusi Gotyana ist klein, nur 1,50 Meter, aber trotzdem eine große Soul-Diva aus Südafrika. Aus ihrem zierlichen Körper bricht sich eine mal strahlende, mal grollende, mal schwebende Soul-Stimme Bahn, ihr Charisma und die absolute Hingabe an ihre Musik sind betörend, ihre Bühnenpräsenz fesselnd. Kein Wunder, dass sie in den letzten Jahren zu Festivals wie Lugano Jazz oder als Support für Lionel Richie beim Stimmen Festival in Lörrach eingeladen war. Vor zwei Jahren durfte sie obendrein ihr Vorbild, „Mother Afrika“ Miriam Makeba, in der mit dem Golden Globe ausgezeichneten Film-Biographie „Mandela: Long Walk To Freedom“ verkörpern. Ab Februar 2017 tourt Nomfusi mit ihrem neuen Album „African Day“ durch Deutschland.

Amerikanischer Motown-Sound verbindet sich damit afrikanischem Sophiatown-Soul zu einem World Pop mit eigenem Akzent. „Das Schöne an afrikanischer Musik ist, dass man ernste Themen ganz leicht erzählen kann“, sagt Nomfusi. Im hymnischen „Sthandwa Sami“ besingt sie die Liebe auf Xhosa – eine der elf Sprachen Südafrikas, im Titeltrack mischen sich in die schwungvolle Beschreibung eines typischen südafrikanischen Tagesablaufs die für die dortige Musiktradition charakteristischen Klicklauten. Fast alle, von Nomfusi selbst oder zusammen mit dem Keyboarder und Produzenten des Albums Harald Reitinger geschrieben Songs sind von ihrer außergewöhnlichen Persönlichkeit durchdrungen.

mehr »

Paolo Fresu & Uri Caine – Two Minuettos (Live in Milano)

2Minuettos Cover Blog
(Tuk Music, VÖ: 03.02.2017)

Drei Kennzeichen unterscheiden den Jazz von allen anderen Musikarten. Da ist zunächst einmal der hohe Stellenwert der Improvisation: Das Stegreif-Spiel, das Ad-hoc-Erfinden neuer Musikmotive gilt sozusagen als Königsdisziplin im Jazz. Als Zweites wäre das ganz spezielle Rhythmusgefühl “aus dem Bauch heraus” zu nennen, das man häufig auch als “Swing” oder “Groove” bezeichnet und das mit den Mitteln der gängigen Musiknotation allenfalls annähernd dargestellt werden kann. Ebenfalls charakteristisch ist zu guter Letzt die Interaktion der Sänger und/oder Instrumentalisten. Lediglich im Jazz reagieren Musiker so direkt aufeinander, nur dort führen sie die kurz zuvor erdachte Phrase eines Kollegen blitzschnell mit einem eigenen Spontaneinfall fort. Das Ergebnis ist deshalb auch niemals vorauszusagen

“Two Minuettos (Live in Milano)” liefert hervorragende Klangbeispiele für alle drei Kennzeichen des Jazz, es ist jedoch insbesondere die Interaktion von Paolo Fresu und Uri Caine, die dieses Album des Labels Tuk Music zu einem fesselnden Hörereignis macht. Mal antwortet der eine dem anderen in einträchtiger Harmonie, mal kommt es zwischen den beiden zu spannenden Reibungen, zu farbigen Kontrasten. Wie der italienische Trompeter (auch am Flügelhorn und dezent eingesetzten Elektronik-Effektgeräten zugange) und der US-amerikanische Pianist hier vor Live-Publikum kommunizieren, wie sie einander die Spielbälle zuwerfen und im Dialog den musikalischen Faden fortspinnen, das sucht seinesgleichen.

mehr »

Jimmy Scott – I Go Back Home

Jimmy-Scott Cover Blog
(Eden River Records, VÖ: 27.01.2017)

Als Jimmy Scott 2014 starb, betrauerten duzende Musiker, hunderte Journalisten und tausende von Fans das Hinscheiden einer Jazz-Legende. Nicht nur, dass damit eine Verbindung zu der zurückliegenden Ära von Billie Holiday, Charlie Parker und Lionel Hampton verloren ging. Verpasst wurde auch die Chance, Scott den Ruhm und Respekt zu bringen, der ihm in seinem langen und ereignisreichen Leben versagt blieb. Jetzt erscheint wie eine göttliche Fügung „I Go Back Home“. Ein Album voller Leben, aufgenommen mit Jimmy Scott lange vor seinem Tod. Realisiert von dem deutschen Musikproduzenten Ralf Kemper, Jimmy Scott und teilweise gemischt und mitproduziert von Phil Ramone, wurden keine Kosten gescheut, um Scott das an musikalischer Qualität üppigste Album zu ermöglichen, das seinem unnachahmlichen Gesangsstil gerecht wird. Das Album kommt zwar spät, aber dennoch zur rechten Zeit.

„I Go Back Home“ gelingt es, erfahrbar zu machen, was es bedeutet, dass an dem Album die erlesensten Arrangeure mitschrieben, die erfahrensten Musiker mitspielten, die intuitivsten Soundingenieure in den besten Studios, die überhaupt verfügbar sind, am Mischpult saßen. Scott wählte seine Lieblingssongs für das Album und investierte die Erfahrung seines Lebens, um dem Hörer gefühlvoll eine Geschichte emotional näherzubringen, die nur wenige kennen.

mehr »

Chris Thile & Brad Mehldau – Chris Thile & Brad Mehldau

Mehldau Thile Cover Blog
(Warner Music/Nonesuch, VÖ: 27.01.2017)

„Chris Thile & Brad Mehldau“ enthält neue Kompositionen sowie Interpretationen einer breiten Palette von Songwritern.
„Chris Thile und Brad Mehldau kommen aus unterschiedlichen Welten, gehören aber derselben Spezies an … Mr. Thile … ist ein progressiver Bluegrass-Tempomacher; Mr. Mehldau ist der einflussreichste Jazz-Pianist der letzten 20 Jahre. Beide sind Teamplayer … beide lieben Bach und die Beatles, und beide haben eine weit größere und breitere (und jüngere) Fangemeinde, als ihre Genre-Nischen normalerweise auf sich vereinen können.“ – New York Times

Mandolinist/Sänger Chris Thile und Pianist Brad Mehldau sind Nonesuch-Labelkollegen und langjährige Bewunderer ihrer gegenseitigen Arbeit. 2013 tourten beide erstmals als Duo, Ende 2015 gaben sie an zwei aufeinanderfolgenden Abenden ein Gastspiel im New Yorker Bowery Ballroom. Anschließend begaben sie sich ins Studio, um Chris Thile & Brad Mehldau aufzunehmen, eine Mischung aus Covern und Originalsongs, die Nonesuch am 27. Januar 2017 auf 2CDs / LPs
veröffentlicht. Das Album kann jetzt bei iTunes und nonesuch.com vorbestellt werden, den Track „Scarlet Town“ – geschrieben von David Rawlings und Gillian Welch – gibt es dann als sofortigen Download.

mehr »

Carminho – Carminho Canta Tom Jobim

Carminho_Carminho_Cover_Blog
(Warner Music, VÖ: 20.01.2017)

Sie war bereits ein Star, bevor sie ihr erstes Solo-Album veröffentlichte: Als Teil der Gruppe Tertúlia de Fado Tradicional hatte Carminho an einem Fado-Album mitgewirkt, absolvierte umjubelte Auftritte in Argentinien und der Schweiz und sang 2004 zum EU-Beitritt Maltas. Erst 2009, vier Jahre, nachdem sie den Preis für die beste weibliche Neuentdeckung von der Stiftung Amalia Rodrigues bekommen hatte, und ein Jahr nach ihrem wunderbaren Auftritt auf der Expo 2008 in Saragossa, veröffentlichte Carminho ihr erstes Album – und eroberte die Herzen ihrer Zuhörer auf der ganzen Welt im Sturm. Mit ihrem vierten Album Carminho canta Tom Jobim setzt sie einen Schritt in die Zukunft und nimmt sich einem der bekanntesten Komponisten der lateinamerikanischen Welt an: Antonio Carlos Jobim, auch Tom Jobim genannt, der am 25.1.2017 seinen 90. Geburtstag gefeiert hätte.

Kein Land nahm Carminho herzlicher und leidenschaftlicher auf als Brasilien, wo andere Weltstars wie Marisa Monte, Caetano Veloso, Chico Buarque und Milton Nascimento sie mit weit ausgebreiteten Armen empfingen. Die Ähnlichkeit zwischen Portugal und Brasilien, ihre gemeinsame und doch so verschiedene Sprache ließen es zu einer logischen Folge werden, dass sich Carminho früher oder später von dem unerschöpflichen brasilianischen Liedgut inspirieren lassen würde.

mehr »

Cristina Branco – Menina

Cover_Menina_Blog
(Universal Music Portugal/O-Tone/edel, VÖ: 06.01.2017)

Im Januar 2017 wird auf Universal Music Portugal (für Dtl. in Zusammenarbeit mit O-Tone)/edel kultur ein neues Album von Cristina Branco veröffentlicht. Die Frau, die bislang als eine der erfolgreichsten Fadistas unserer Zeit gilt. Wobei wir über den Begriff „Fadista“ in diesem Zusammenhang sprechen müssen: Nun, es gibt einen Fado auf der neuen CD. Eine sehr starke, intime Version von „Ai, Esta Pena De Mim” von Amália Rodrigues. Aber er bleibt der Einzige.

Auf „Menina“ wagt sich Branco das erste Mal in ihrer Karriere fast völlig über das Weltkulturerbe Fado hinaus und wir erhalten einen so tiefgehenden Einblick in die künstlerische (Musik-)Szene Portugals, so ergreifend wiedergegeben, wie dies einem breiten Publikum jenseits der iberischen Halbinsel wohl bisher noch nicht zu Ohren kam.

mehr »

Mísia – Best of Mísia – Do Primeiro Fado Ao Último Tango

MISIA_Cover_Blog
(Warner Music, VÖ: 02.12.2016)

Es war vor einem Vierteljahrhundert, als eine der intensivsten Musikrichtungen Europas von jungen Künstlern wiederbelebt wurde und ihren Siegeszug durch die ganze Welt begann. Und es war die wunderbare MÍSIA, die den Startpunkt für die Frischzellenkur des portugiesischen Fado setzte, wie der Musikjournalist Manuel Halpern in seinem Buch über die Geschichte des Fado schreibt. Halpern verortete das Entstehen eines neuen, frischen Fado, der sich von überkommenen Traditionen des Lissaboner Liedguts befreite und junge Sängerinnen hervorbrachte, die einen zeitgemäßeren Ansatz entwickelten, im März 1991 – eben jenem Monat, in dem MÍSIA über die EMI ihr erstes Album „Mísia“ veröffentlichte. „Alles was vorher kam, war eine Art Vorgeschichte“, so Halpern.

25 Jahre später ist MÍSIA die wohl international erfolgreichste Fado-Sängerin, die mit einem guten Dutzend Alben und zahllosen Live-Auftritten Musikfreunde in aller Welt begeistert. Aus diesem Anlass erscheint nun ein Album mit ihren eigenen Favoriten, die sie selbst zusammengestellt hat. Auf Do Primeiro Fado Ao Último Tango bringt MÍSIA alle ihre Lieblinge aus einer 25-jährigen Karriere auf 2 CDs zusammen.

mehr »

Klazz Brothers & Cuba Percussion – Tango meets Cuba

tangomeetscuba (Sony Music, VÖ: 02.12.2016)

Seit nunmehr gut 16 Jahren sind Klazz Brothers & Cuba Percussion eine feste Größe im so spannenden wie vielschichtigen Grenzbereich zwischen den Genres, auch „Crossover“ genannt. Ebneten zu deren Zeiten Eugen Cicero und Jaques Loussier mit ihrem innovativen Wirken insbesondere dem Classical Crossover den Weg, so sind aktuell die Klazz Brothers in diesem Bereich wegweisend, in der Kombination mit der Latin-Szene weltweit einzigartig. Seitdem Klazz Brothers & Cuba Percussion im Februar 2000 ihre erste spontane Session auf kubanischem Boden gemeinsam absolvierten und noch im November desselben Jahres zu einer Tournee durch Deutschland aufbrachen, eilt ihnen der Ruf des Besonderen, wenn nicht sogar Einzigartigen voraus.

In ihrem neuen Album „Tango meets Cuba“ führt das Ensemble seine stetige Weiterentwicklung konsequent weiter. Es ist für die Klazz Brothers wieder einmal die Entdeckung und Erforschung eines bislang fremden Genres. Und wenn das den Namen ’Tango’ trägt, gehört zu seiner Erforschung schon ein bisschen Mut – denn Klazz Brothers & Cuba Percussion sind dabei den Altmeistern des Tangos, Astor Piazzolla und Carlos Gardel, auf der Spur.

mehr »

Sarah Ferri – Displeasure

Sarah_Ferri-Displeasure_Cover (Jazzhaus Records, VÖ: 18.11.2016)

Ihren unbeschwerten Gypsy Retro-Swing haben wir vom Debüt „Ferritales“ noch im Ohr. Die Italo-Belgierin, die von der Tageszeitung De Standaard als eine der „großen Entdeckungen des Jahres“ gepriesen wurde, legt nun mit einem zweiten, durchweg überraschenden Werk nach: Von ihrer mediterranen Seite abgekehrt, offenbart Sarah Ferri die melancholischen Aufwühlungen ihrer Seele, nach dem Sommermärchen folgt der Herbststurm. Mancher mag sie kaum wiedererkennen – und genau das macht den ungeheuren Reiz von „Displeasure“ aus.

Dass zwei Seelen in ihr schlummern, daraus hat sie selbst nie ein Geheimnis gemacht: „Ich habe oft das Gefühl, dass ich ein Alien bin – in Italien finden sie mich zurückhaltend und unnahbar, in Flandern genau das Gegenteil“, bekannte Sarah Ferri einmal im Interview. Als Tochter eines Italieners und einer Belgierin bekommt sie zuhause eine reichhaltige Palette musikalischer Geschmackrichtungen serviert, von Bossa Nova bis zu Psalmen, von Seventies-Pop bis zu klassischem Klavierunterricht. Ihr eigenes, folkiges Songwriting geht zunächst parallel mit einer Ausbildung zur Wirtschaftsingenieurin, bis sie sich eingesteht, dass die Musik die eigentliche Hauptrolle in ihrem Leben spielen sollte.

mehr »

Night Of Jazz Guitars – Sound And Clouds

NightOfJazzGuitars_SoundAndClouds_Covermotiv_klein(home.Fi records, 25.11.2016)

Auf Klangwolke sieben

Gitarristen sind so etwas wie die Götter des Jazz. Musiker mit goldenen Fingern, die alles, was sie anfassen, veredeln. Sie verstehen sich als mannschaftsdienliche Strukturgeber, als solche, die in der Funktion des Begleiters jeden Mitspieler besser machen, rhythmische und harmonische Räume öffnen und damit gleichzeitig die Konsistenz der Form sichern. Wenn sie aber selbst in den Vordergrund treten, dann improvisieren sie hellwach, reagieren mit feinem Ohr auf jeden Ton. Alles scheint möglich, wenn es der Spannung und der musikalischen Wahrheitsfindung dient.

Wenn allerdings mehrere solcher Bewohner des Olymp gemeinsam auf den Plan treten, dann steht latent die Gefahr eines Wettbewerbs im Raum. Ego trifft auf Ego: Wer ist flinker, wer geschickter, wessen halsbrecherische Läufe versetzen das Publikum mehr in Erstaunen? Nicht nur mit diesem Vorurteil haben Paulo Morello und Andreas Dombert mit ihrer ersten „Night Of Jazz Guitars“-Veröffentlichung 2011 gründlich aufgeräumt. Das damals initiierte Gipfeltreffen mit den hochgeschätzten Kollegen Helmut Kagerer und Larry Coryell galt bei Kritikern als so etwas wie ein Musterbeispiel für die moderne Jazzgitarre: Verpflichtet einzig der Schönheit und dem Zauber der Musik. Ein Gemeinschaftsprojekt im besten Wortsinn.

mehr »

Ikarus – Chronosome

Ikarus_Chronosome_Covermotiv_klein(Ronin Rhythm Records, VÖ: 24.11.2016)

Der musikalische Organismus IKARUS kehrt nach Echo mit dem schillernden zweiten Album Chronosome zurück. Der Titel ist eine Wortspiel mit zwei Begriffen, die prägend für die Aufnahme waren: Chromosom (DNA, die als Molekularkomplex verpackt ist) und Chronos (die Personifikation der Zeit). Ramón Oliveras – der Schlagzeuger, Komponist und Leader der Band – verspürte früh einen starken Appetit auf musikalische Einflüsse unterschiedlicher Art und nennt z.B. Bartôk, Meshuggah, Flying Lotus und Craig Taborn im gleiche Satz als seine Inspirationen. Das Album erforscht die Idee dieser musikalischen Evolution. Diese braucht nämlich vor allem zwei Dinge: Zeit und starke Umwelteinflüsse – die DNA des Albums erscheint so als Dokument der Veränderungen, welche die musikalische Form aufnimmt.

Die DNA ist auch der Code, der die Essenz einer Lebensform ausdrückt, festhält und eine formale Kontinuität über längere Zeit garantiert. Der charakteristische IKARUS Klang und der eigene Kompositionsstil war bereits auf dem Debutalbum Echo hörbar. Mit Chronosome haben wir nun die entwickelten Iterationen dieses ursprünglichen Bauplanes vor uns, also die zweite Gen-Generation. IKARUS kombinieren immer noch verspielt abstrakte Formen mit komplexen Rhythmen und herausfordernden Taktarten. Aber neu klingt alles weniger ambitiös und darum runder. Das Stück Ontake ist durch einem 4/4 Puls geerdet, während das Schlagzeug einen 19/8 über einen 6/8 Loop spielt, das Piano einen 5/8 wiederholt und die Sänger darüber im 13/8 schweben. Das Stück klingt aber auch ohne dieses Wissen zugänglich und betörend, weil die Band stets ihre sinnliche Leichtigkeit behält.

mehr »

Joo Kraus – Joo Jazz und Until Now

0005-2KHA_JooKraus_JooJazz_Cover_300dpi(Künstlerhafen, VÖ: 04.11.2016)

Olive: I have something new for you to try.

Popeye: That sounds great, I will get ready for it and you can give me your joojazz to try out.

Was, bitteschön, sollen wir uns unter “JooJazz” vorstellen?

0006-2KHA_JooKraus_UntilNow_Cover+Sticker

Geht’s nach Urbandictionary.com, dann steht das Wort, das ursprünglich in einem Dialog von Muskelprotz Popeye und seiner Geliebten Olive in der US-Zeichentrickserie “Popeye The Sailor Man” vorkam, für etwas Neues, Unbekanntes und Undefinierbares. Diese Begriffsbestimmung lässt sich mühelos auf das gleichnamige Album von Joo Kraus übertragen, ist es doch voll von neuen Sounds und bisher nicht gehörten Stilverbindungen, die nur schwer zu kategorisieren sind. Schubladeneinräumer und Kästchenankreuzer haben sich an dem deutschen Trompeter, Sänger und Komponisten ja schon immer die Zähne ausgebissen, diesmal werden sie aber auch noch den letzten Zahn verlieren, denn Kraus lässt sich weiterhin nicht auf eine Stilrichtung festnageln. Zugegeben, Jazz war und ist der Fixstern in seinem Musikuniversum, in dessen Gravitationsfeld ziehen jedoch die Planeten Soul, Funk, Pop und Latin ihre Bahnen, umkreist von den Monden HipHop und TripHop, regelmäßig besucht von Meteoritenschauern voller Elektronik-Einsprengsel.

mehr »

Al Pride – Hallavara (+Tourdaten)

HALLAVARA COVER © Jonas Bürgi & Pascal Küng (Radicalis, VÖ: 04.11.16)

Hallavara. Das ist der Name einer südschwedischen Küstenstadt. Genau dahin haben sich die Badener AL PRIDE für eine längere Zeit zurückgezogen, um konzentriert und intensiv an ihrem neuen Album zu arbeiten, das deshalb genau diesen Namen trägt. Am Resultat gemessen war dieser Ort eine ausgesprochen reiche Quelle der Inspiration und Schweden also definitiv eine Reise wert. «Hallavara» ist ein starkes Stück neue Schweizer Musik. AL PRIDE beweisen damit internationales Format.

«Wir schreiben die Musik im Kollektiv», erklären Luk & Nico Schulthess, mit dem Ergebnis hörbar zufrieden. «Dementsprechend breit sind die Einflüsse. Fünf individuelle Musikgeschmäcker kreieren einen individuellen Musikstil. Wir machen im weitesten Sinne Pop. Aber erfrischend rauen, kantigen Pop, sphärisch und mit starken Stimmungen. Von der Beschreibung her sehr nahe am Herbst, wie wir ihn in Hallavara erleben durften – eine wunderschöne Jahreszeit.» Und schieben augenzwinkernd nach: «Man könnte unseren Stil deshalb auch Fall-Pop nennen.»

Die zehn Songs sind klein gedacht und groß geworden. Sie sind von den drei für AL PRIDE typischen Leadstimmen, aber ebenso von den unkonventionell inszenierten Bläsersätzen geprägt. Durchgehend melodiös, getragen von Grooves und einer gewissen Coolness, zeichnet die Musik von AL PRIDE sphärische Stimmungsbilder, die sich direkt auf den Zuhörer übertragen. Also: Eintauchen in die Abgeschiedenheit von «Hallavara», die zweifelsfrei ihre Spuren durch dieses Werk zieht. AL PRIDE bestechen bei den Arrangements mit gekonntem «reduce to the max» in Hülle und Fülle. «Ja, diese Art und Weise ist bei uns Konzept. Das Songwriting passiert minimalistisch. Jeder Song entspringt einer Idee, einer sehr reduzierten Grundsubstanz von zwei, drei Elementen. Wir fügen dann nur noch hinzu, was den Song entscheidend besser macht.»

mehr »

Jazz Nights 2016 – Al Jarreau & NDR Bigband

al jarreau(Jahnke, VÖ:30.10.16)

„The Duke Ellington Songbook“

Die Situation hat etwas leicht Unwirkliches. 18 Musiker, die gemeinsam die NDR Bigband bilden, stehen oder sitzen in einem Studio und spielen Jazz, in ihrer Mitte sitzt ein, ja doch, das muss man wohl so sagen: alter Mann wie eine Eminenz. Allerdings keine graue. Dafür lächelt er viel zu glücklich, mit seinen Kopfhörern über den Ohren. Er singt. Er scattet. Er lässt sich offenbar gerade etwas einfallen. Er freut sich darüber, alle um ihn herum tun dies ebenso und haben jeden Grund dazu. Al Jarreau ist zurück in Hamburg. In jener Stadt, die ihn vor 37 Jahren im ganzen Land berühmt machte.

Damals trat er in „Onkel Pö’s Carnegie Hall“ auf, in Wahrheit eine kleine Eckpinte, verrucht, verraucht, die niemals eine Halle war. Er sang. Er scattete. Und zwei Wochen später kannte ihn das ganze Land. Seine Version von Dave Brubecks „Take 5“ wurde als Sensation empfunden und war auch eine. Mehr als ein Dritteljahrhundert später sitzt Al Jarreau im Foyer des NDR, nippt am Milchkaffee und lächelt schon wieder so gewinnend. „Natürlich erinnere ich mich“, sagt er und lacht, „das werde ich auch niemals vergessen! Das war damals eine ganz wichtige Erfahrung für mich, und diese Leute, die mich damals gesehen haben, kommen heute noch immer in meine Konzerte und bringen inzwischen ihre Enkel mit. Zu Onkel Al!“ Das sei so wunderbar, er wisse bis heute nicht, wem er dafür danken soll. „Nach Europa zu kommen“, sagt Jarreau „war eine der besten Ideen meines Lebens. Ich bin mir seither auch erst bewusst, dass Amerika ein Land voller Europäer ist, die einst emigrierten, und natürlich auch der Afrikaner. Aber ich kam hierher, um Eure Onkel und Großmütter zu sehen. Mir erschien es als großartige Idee, meine Musik mit der ganzen Welt zu teilen, mit den Menschen zu lächeln, zu tanzen und im Takt zu klatschen. Und die erste Tür zu diesem wunderbaren Universum öffnete sich für mich hier in Hamburg.“

mehr »

Marina & The Kats – Wild (+Tourdaten)

Marina&TheKats_Wild_Cover_Front_3000(O-Tone, VÖ: 04.11.2016)

Nur ein Jahr nach ihrem Debütalbum „Small“ waren Marina & The Kats, die kleinste Big Band der Welt, wieder im Studio. „Wild“ nennt sich der zweite Streich.

Dabei sind Marina und ihre Katzen ihrem Stil und ihrem Motto SWING SWING SWING treu geblieben. Über 100 Konzerten geschuldet, tauchen sie dabei aber noch tiefer ein, in den heißen, treibenden Sound der Juke Joints und Ballrooms. Fetzige Gypsygitarren, leichtfüßige Melodien, luftige Beserlgrooves und Marinas einzigartig charmante Stimme verschmelzen zu einem sehnsuchtsvoll nostalgischen Cocktail, den man schon morgens beim Frühstück und auch noch abends im Tanzcafé genießen kann und der einem unwillkürlich ein Lächeln auf die Lippen zaubert.

Sang Marina auf „Small“ noch davon, wie es sich so lebt, wenn man ein bisschen kleingewachsen ist, zeigt sie uns auf „Wild“ dass hinter der süßen, unschuldigen Fassade auch ein Schlingel lauert, der es ganz schön faustdick hinter den Ohren hat. So rätselt sie in „Easy Does It“ darüber, wieso bloß alle frühmorgens zur Arbeit laufen, während sie gerade von einem ausgelassenen Tanzabend heimkehrt, freut sich in „Bamboozle Boogie“ darüber anderen Streiche zu spielen, zankt sich im bluesigen „Miss Jekyll & Mister Hyde“ mit ihrem Liebhaber und versucht auch mal mit zuckersüßer Unschuldsmiene davon abzulenken, was sie alles angestellt hat („Wild“).

mehr »

Petter Bergander Trio – The Grand Dance

PetterBerganderTrio_TheGrandDance_Covermotiv (Herbie Martin Music, VÖ: 04.11.2016)

„Ich schrieb die meisten der Songs für dieses Album im Herbst 2012 als ich für einige Monate in Bangkok lebte.
Diese große Stadt ist voller Menschen aus der ganzen Welt. Ich beobachtete sie, wie sie sich miteinander unterhielten und ihre Körper bewegten sich, als ob sie tanzen wollten. Ich begann darüber nachzudenken, was die Menschen wirklich wollen und wonach sie sich sehnen ist andere Menschen zu treffen und ein wenig zu tanzen. Tango mit Worten oder sich einfach miteinander bewegen.
Es gab mir den Eindruck, dass wir alle nur Teil des The Grand Dance sind.“
Petter Bergander über die Entstehung des Albums.

Petter Bergander wuchs in der schwedischen Kleinstadt Flen südlich von Stockholm auf. Dort spielte er bei einer Auktion der lokalen Kirchengemeinde seinen ersten Gig im Alter von 10 Jahren. 1973 geboren, gehört er zu jener Generation schwedischer Musiker, die einen frühen Zugang zu Instrumenten und Übungsräumen durch die offenen Musikschulen bekam, die von der lokalen Regierung finanziert wurden. Als er von einem Lehrer eingeladen wurde an wöchentlichen Lunchtime Jams teilzunehmen, machte Petter die Entdeckung seines Lebens: den Jazz.

Das Piano hatte sich gerade als sein Instrument herausgestellt. Einige Jahre zuvor hatte er noch mit seinem besten Freund und Bandmitglied gestritten, wer denn das Schlagzeug spielen dürfe. Erst als er seinen Blick auf eine elektrische Philips Philicordia Orgel warf und sie ausprobierte, merkte er, dass er ein Tasteninstrument spielen wollte. Der elektronische Einfluss hat Petter durch seine gesamte Karriere als einer der Top-Pianisten der schwedischen Musikszene verfolgt. Er war unter anderem mit Louise Hoffsten, einer Bluessängerin und Harmonikaspielerin, dem Posaunisten Nils Landgren, Soul/Funk Künstler Kaah und Singer-Songwriter Amanda Jenssen auf Tour.

mehr »

Jean Faure & Orchestre -Tour de France

jean Faure Cover (O-Tone, VÖ: 4.11.2016)

Unsere musikalische Tour de France startet « À Paris » und zieht auf heißen Reifen in den Süden über die « Route Nationale 7 », streift die Auvergne, lässt die Weberaufstände in Lyon wiederaufleben, besucht Jean Ferrat in der Ardèche, begrüßt Charles Trenet in Narbonne und Georges Brassens in Sète und vergnügt sich nach Lust und Laune an der bestechenden Vielfalt des französischen Chansons bis hin zum belgischen « plat pays » und zur Insel Réunion…

Jean Faure begleitet von seinem exzellenten fünfköpfigen „Orchestre“ präsentiert neben klassischen auch hierzulande weniger bekannte französische Chansons der 40er, 50er, 60er, 70er….
Mit seiner unprätentiösen und ausdruckstarken Vortragsart verleiht er den Chansons eine wunderbare Leichtigkeit, ohne die Originale zu kopieren, so dass Frankophile wie Uneingeweihte bestens unterhalten werden.

Das Repertoire: Boris Vian, Charles Trenet, Francis Lemarque, Léo Ferré, Jacques Brel, Georges Brassens, Serge Gainsbourg, Jean Ferrat, Claude Nougaro, Georges Moustaki, Barbara, Alain Souchon, Renaud, Maxime Leforestier und viele andere.

Kurzum – spannende, kontrastreiche Programme für Liebhaber der „Chanson française“ und solche, die es werden möchten.

mehr »

Nighthawks – 707 (+Tourdaten)

Nighthawks_707_Covermotiv (Herzog Records, VÖ: 28.10.2016)

Die Nighthawks haben in der Spanne ihres über 20jährigen Schaffens ein fein konturiertes, ästhetisches Konzept geschaffen: Musik für Reisende. So spielen Geschwindigkeit und Ruhe, Dichte und Leere, Hell und Dunkel eine zentrale musikalische Rolle im Oeuvre der Band. Die zahlreichen, eingängigen Songs sind sehr klare, auf Reduktion bedachte Stimmungsbilder, die sich vielfach auf reale und fiktive Orte in der Welt beziehen. Der Sog fast aller Songs liegt im Sehnsuchtsvollen, einer musikalischen Welt, die man als raumgreifend beschreiben kann, die immer auch Fläche für eigene Projektion sein darf. So gesehen ist die Musik der Nighthawks ein Road Movie, eines, das sich nun in dem großartigen siebten Studio Album fortschreibt.

Das neue Album 707 hat zunächst einen irdischen Ausgangspunkt. Für die musikalischen Köpfe Dal Martino und Reiner Winterschladen ist die Boeing 707 eine Reminiszenz an ihre Kindheit. Nachdem 1958 die erste Boeing 707 in den Himmel stach, wanderten die Blicke der Buben den Kondensstreifen der Düsentriebwerke hinterher. Schon sechs Jahre später trug das Flugzeug die Beatles nach Amerika. Und bereits 1 ½ Dekaden später stiegen die ersten Rock Stars die Gangway der 707 hinab. Die von dort winkenden Led Zeppelin oder auch die Rolling Stones sind im kollektiven Gedächtnis tief eingegraben. Dal Martino ergänzt: „Im Grunde war die 707 der erste Kulturtransporter einer sich internationalisierenden Musikwelt. Die in riesigen Lettern auf der Außenhaut der Flugzeuge aufgetragenen Bandnamen waren einfach ein unglaublich starkes Bild. Ich war komplett fasziniert.“

Im Studio sollte der Geist von einst nochmals einen Widerhall erfahren. Freigeist Reiner Winterschladen, stark der improvisierten Musik zugewandt, musste sich im Trompetenspiel immer wieder durch die Prämisse Dal Martinos, sich in Reduktion zu üben, einschränken. Dieses Spannungsverhältnis hat eine Vielzahl an Soundskizzen hervorgebracht, die Dal Martino in unzähligen Nacht-Sessions am Studiopult immens verdichtet hat. Geblieben sind 7 Songs und die viersätzige 707 Suite. Eine Reise von knapp einer Stunde.

mehr »

Jacob Karlzon – NOW (+Tourdaten)

Jacob Karlzon_NOW (Warner Music, VÖ: 14.10.2016)

Die Zeiten ändern sich und mit ihnen die Musik. Es bedarf jedoch besonderer musikalischer Geister, um mit dem Wandel der Zeit auch im Ton Schritt zu halten. Einer dieser Visionäre ist der schwedische Pianist Jacob Karlzon.

Jacob Karlzon erzählt auf „NOW“ eine Geschichte. Die Stücke gehören zusammen wie in einer Suite, und doch sind sie so unterschiedlich, das jedes ganz für sich selbst steht. In ihrer gegensätzlichen Ganzheitlichkeit könnten sie einen kompletten Tag mit all seinen glücklichen und frustrierten Momenten, seinem Licht und Schatten, seinem Wechsel von Hektik und Ruhe beschreiben. In jedem Song findet er eine neue Verabredung zwischen elektronischen Elementen wie Synthesizern und Computern und dem akustischen Fundus von Klavier sowie dem Bass von Dan Berglund (bekannt vom Esbjörn Svensson Trio und Tonbruket) und seinem Langzeit-Drummer Robert Mehmet Ikiz. Es ist für den Pianisten kein Widerspruch, einen Fisch aus dem Fluss zu holen und ihn danach ins Gefrierfach zu legen. Er kann sich an einem Gebirgsbach erfreuen und am Abend trotzdem auf Facebook gehen. In seinem radikalen Positivismus outet er sich als virtueller Romantiker. „Wir leben in Hightech-Zeiten. Ich denke permanent über die Schnittstellen zwischen Technik und Natur nach. Wir sind und bleiben organische Wesen. Technologie ist ein Teil unserer Umwelt. Wie können wir sie einsetzen, um unseren Planeten zu retten? Genau das will ich mit der Musik hinterfragen. Es geht immer um die Kombination beider Welten.“

mehr »

Ingolf Burkhardt & NDR Bigband feat. Jazul – Conquests (+Tourdaten)

ingolf burkhard (O-Tone, VÖ: 28.10.2016)

It´s Not What You Think It Is… oder doch?! Das Programm dieses Albums ist jedenfalls bemerkenswert: Der Trompeter Ingolf Burkhardt spielt die Hits von Joe Sample und den Crusaders! Natürlich mit seiner Grooveband Jazul – aber auch im ganz großen Format: gemeinsam mit der NDR Bigband! Das verspricht ein besonderes Hörerlebnis, wenn das renommierte Jazzorchester diese Grooveklassiker anstimmt – und ist doch gar nicht so weit hergeholt. Auch wenn Ingolf Burkhardt inzwischen der dienstälteste Jazzer in der NDR Bigband ist, seine Wurzeln liegen in R&B, Funk und Soul, sagt der Trompeter: „in meinen ersten Bands haben wir Earth, Wind & Fire und Chicago gecovert, auch den “Skunk Funk“ von den Brecker Brothers. Ich kannte die Sachen der “Phoenix Horns“ auswendig, bevor ich überhaupt wusste, wer Miles Davis ist…“ Da muss Burkhardt lachen, denn mit dem legendären Trompeter teilte er sich später die Bühne der Berliner Jazztage 1985: Burkhardt im Bläsersatz der Manfred Schoof Bigband – und im Anschluss Davis mit seiner damals heftig rock- und groove-inspirierten Band.

Put I Where You Want It mehr »

Los Van Van Tour 2016

Los Van Van (Endirecto, VÖ: 21.10.2016)

Zweifellos ist Los Van Van eine der bedeutendsten Salsa-Bands weltweit. Vor 47 Jahren gegründet, prägt die Gruppe als ständiger Trendsetter und Erneuerer nicht nur die kubanische Musikszene.

Der Grammy prämierte Sound des 16-köpfigen Orchesters ist für die gesamte Latinszene so einzigartig wie unerreicht. Erkennbar an unzählige Hits und vielen internationale Auszeichnungen, wie der Grammy Life Achievment Special Award, welcher dem Gründer Juan Formell kurz vor seinem überraschenden Tod vor zwei Jahren verliehen wurde.

Heute geführt von den Söhnen Samuel Formell, einem Weltklasse Drummer und Juan Carlos am Bass, beeindruckt Los Van Van mit einer explosiven Mischung aus erfahrenen Musikern der ersten Generation und einer Auswahl der herausragendsten Talente Kubas. Im Gepäck das Album ‚Fantasia‘ – erneut ein Meilenstein der kubanischen Musik!

Los Van Van: Druckvoll und ungemein tanzbar!

Fr. 21. Okt. BERLIN Kesselhaus 21:00 Uhr VVK 27 / AK 33 Euro
So. 23. Okt. HAMBURG Fabrik 21:00 Uhr VVK 27 / AK 33 Euro
Mi. 26. Okt. MÜNCHEN Muffathalle 21:00 Uhr VVK 29 / AK 35 Euro
Fr. 04. Nov. FRANKFURT Chango Latin Palace 22:30 Uhr VVK 25 / AK 30 Euro

VVK-Preise zzgl. VVK-Gebühr

Line up 2016

Yenisel VALDES, vocals
Mandy CANTERO, vocals
Roberto HERNANDEZ ‘Roberton’, vocals
Abdel RASALPS ‘Lele’, vocals
Samuel FORMELL, drums, band leader
Joel CUESTA, congas
Julio Eladio NORONA, güiro
Juan Carlos FORMELL, bass
Efrain CHIVAS ‘Pacho’, piano
Boris LUNA, keyboard
Hugo Antonio MOREJON, trombone
Alvaro MARTINEZ ‘Collado’, trombone
Edmundo PINA, trombone
Jorge LELIEBRE, flute, back vocals
Pedro FAJARDO, violin
Irving FRONTELA, violin

Website: www.los-van-van.de

Oddarrang – Agartha

oddarrang-agartha-screen (Edition Records, VÖ: 30.09.2016)

Finnish quintet Oddarrang has established itself as a band with an undeniably unique sound – blending monumental riffs and dynamic builds with heart-wrenching, anthemic melodies that soar over a compelling and absorbing rhythmical drive. ‘Agartha’ pushes that emotion and potency to new levels with earworm melodies you’re sure you’ve heard before and driving rhythms sent pulsing through your veins.

Led by eclectic musician and spiritual drummer, Olavi Louhivuori, Oddarrang has produced a bold and imposing statement that without doubt will take it to the brink of international exposure.

Brave in conception and epic in execution, this music wells from the same melancholic Nordic spring that feeds the likes of Sigur Rós & Supersilent, adding the folky, post-rock influences of Mogwai and the electronic sound sculptures of Boards of Canada.

As Olavi explains: ‘Agartha has taken on a new energy for us. The writing and recording process was so rewarding and inspiring for us all. We’re very happy with the new music. For the band, the music is special, it’s part of all of us and brings together our own personal tastes and vision for the music. Now, we can’t wait for ou fans and new fans to hear it’.

Clocking in just shy of 40 minutes, the five-track album ‘Agartha’ takes its name from the legendary world that is said to reside in the Earth’s core. With a unique blend of cello and trombone, soaring vocals and electronic soundscapes fusing with the magma intensity of guitar, bass and drums, this is music that achieves profound beauty: elevating and primal.

CREDITS:
Aino Peltomaa: vocals on Aletheia
Recorded and mixed by Jyri Sariola at Mimix Studio May 2016
Mastered at MIMIX by Jyri Sariola May 2016

Tourdaten:

1.11. Köln, artheater
2.11. Hamburg, Häkken
3.11. Berlin, Jazzfest Berlin
4.11. München, Unterfahrt

Website: www.oddarrang.com

Melingo – Anda

Melingo_Anda_Cover (PIAS, VÖ: 23.09.2016)

1997 kehrte Melingo in seine Heimat Buenos Aires zurück. Die letzten zehn Jahre hatte er in Spanien gelebt. Er wurde als Moderator für die TV-Show „Mala Yunta“ eingestellt. Was zunächst lediglich eine berufliche Beschäftigung war, sollte bald zur Leidenschaft werden. Denn hier entdeckte Melingo den Tango für sich. Die Sendung drehte sich ausschließlich um diese lateinamerikanische Musikrichtung. Allerdings mit einem Clou: Rockmusiker interpretierten klassische Stücke des Tango auf ihre eigene Weise völlig neu. Und es sollte nicht lange dauern, bis Melingo seine Vision des Tangos ersann, die nochmals weit über das hinausgeht, was er an Musik in der Sendung von anderen Künstlern präsentierte….
Man stelle sich Melingo gegenwärtig als einen Illusionisten vor, der geradeheraus aus einer Novelle von Jorge Luis Borges tritt, um seinen Sinn für das Drama mit seiner Stimme und seiner Klarinette Ausdruck zu verleihen. Man schließe die Augen, lausche dem neuen Album „Anda“ und es beginnt ein unbekannter Fellini-Film vor dem geistigen Auge abzulaufen, so farbenfroh wie skurril. Man denke an einen imaginären Raum, in dem Carlos Gardel, Serge Gainsbourg und Erik Satie an einem Tisch sitzen, um die Zukunft der Musik zu verhandeln. Und die Klänge von „Anda“ laufen dazu im Hintergrund, in einer endlosen Schleife…

Mit den Alben „Corazón & Hueso“ (2011) und „Linyera“ (2014) begann Melingo seine eigene musikalische Landkarte zu entwerfen, die er seit dem beständig erweitert. Als Wanderer seines selbst gesteckten Terrains durchmisst er Genres, die er wie selbstverständlich mit dem Tango vermischt. „Anda“ befindet sich innerhalb dieses Gebietes auf neuen Anhöhen. Das Album wagt manches.

mehr »

Joshua Redman & Brad Mehldau – Nearness

joshua-redman-and-brad-mehldau-cover (Warner Music, VÖ: 09.09.2016)

Auf „Nearness“ werden Live-Aufnahmen der letzten Europa-Tournee von Redman und Mehldau zusammengefasst. Das Ergebnis ist kein typisches Live-Album. Der Saxofonist und der Pianist machen die Bühne zum Studio und das Publikum zum spontanen Produzenten. Die aus dieser Spielsituation resultierende Spannung reißt die Protagonisten jedoch nicht weg. Sie nutzen diese als gestalterisches Mittel, verzichten auf Live-Rituale und spielen mit unglaublicher Konzentration. Zwar eröffnen sie ihren Reigen mit Charlie Parkers „Ornithology“, und doch nehmen sie dem Track seine elitäre Bebop-Hektik und zelebrieren ihn als vollendete Kombi aus Komposition und Intuition. Der im Jazz viel zu leichtfertig ins Feld geworfene Begriff der Improvisation fächert sich hier in spontanes Erfinden und feinsinniges Nuancieren. Entscheidend ist der Grad von Bewusstheit, mit dem all das passiert.

Brad Mehldau und Joshua Redman wissen in jedem Augenblick hundertprozentig, was sie tun. Jeder Song wirkt, als würde er in genau diesem Kontext zum allerersten Mal ertönen. Das Motto „Nearness“ trifft es perfekt. Alles offenbart sich über die Nähe. Ein alternatives Motto wäre „Respekt“, denn die beiden Musiker respektieren sich nicht nur gegenseitig mit ihren komplett unterschiedlichen Hintergründen und Erzählweisen, sondern sie bringen jedem einzelnen Song und Ton ebenso viel Achtung entgegen wie jedem Hörer, egal ob sofort im Publikum oder später unterm Kopfhörer. Diese Musik wurde nicht gemacht, um zu zeigen, dass man sie so spielen kann. Das ist weder die Nabelschau des gegenwärtigen Standes zweier Ausnahmemusiker noch das abschließende Dokument einer Tour fürs Jazz-Archiv. Nein, „Nearness“ erfüllt nur einen einzigen Zweck: diese Songs wollen gehört werden, von jedem, der dafür offen ist, denn sie sind voller Tiefgang, Kraft, Leidenschaft, Sehnsucht und unbeschreiblicher Schönheit.

mehr »

Laszlo – Herzschlag

laszlocover (Warner Music, VÖ: 02.09.2016)

Als Laszlo im Herbst 2013 Adoro verließ – jene Berliner Band, die in den sechs Jahren seiner Zugehörigkeit mit über 1,8 Mio. verkauften Alben zur bis heute erfolgreichsten deutschsprachigen Klassik-Pop-Formation wurde –, war die Sehnsucht nach seiner Heimatstadt Wien der Hauptgrund. Und so macht es nur Sinn, dass der Sänger nun, nach einer intensiven kreativen Phase, mit einem Album zurückkehrt, das eben jener Stadt gewidmet ist: Herzschlag lautet der Titel von Laszlos Solo-Debüt, das am 02.09. erscheint.

„Wien ist eine unnachahmliche Mischung. Hier hast du das extrem Traditionelle neben einem pulsierenden, lebendigen Modernen. Das macht diesen Ort für mich persönlich zur idealen Klassik-Pop-Stadt. Und genau diese Mischung ist so auch in mir drin, deshalb genieße und liebe ich Wien so sehr“, erklärt der Sänger. „Mein Album ist eine Liebeserklärung an meine Heimatstadt, aber auch eine Hommage an die Liebe, die ich hier erlebt habe. Ein gefühlsgeladener, moderner Soundtrack. Ohne ¾-Takt und Walzer, sondern lebendig und am Puls der Zeit.“
Dafür sorgt schon die Auswahl der Songs: 12 große, internationale Pop-Hits wie „It’s My Life“ (Bon Jovi), „Wrecking Ball“ (Miley Cyrus) oder „Angels“ (Robbie Williams) erfahren durch Laszlo eine Neuinterpretation, mit deutschen Texten und filmischen Arrangements. „Ich fand diese Art von Neuinterpretation schon bei Adoro sehr spannend“, berichtet Laszlo. „Bei meinem Soloalbum wollte ich vollkommen neue Wege beschreiten und etwas wirklich Neues erschaffen, das es in dieser Form noch nicht gegeben hat“.

mehr »

Carrousel – L’euphorie Tour 2016

carrouselcover

Tourdaten

Fr 29 Jul 2016 Bardentreffen, Nürnberg
Fr 02 Sep 2016 Kunstflecken, Neumünster
Fr 23 Sep 2016 Speicher, Bad Homburg
Mi 05 Okt 2016 Privatclub, Berlin
Do 06 Okt 2016 Nochtspeicher, Hamburg
Fr 07 Okt 2016 Hasenburg, Lüneburg
Sa 08 Okt 2016 Kniestedter Kirche, Salzgitter
Di 11 Okt 2016 Hot Jazz Club, Münster
Mi 12 Okt 2016 Kulturcafé Lichtung, Köln
Do 13 Okt 2016 Textilmuseum, Helmbrechts

Was passiert, wenn eine Sängerin und Multiinstrumentalistin aus der Heimat des Savoir Vivre mit einem männlichen Ebenbild aus dem “glücklichsten Land der Welt” (World Happiness Report 2015) zusammenkommt? Da sollte doch eine ganz schön große Portion Endorphine auf die Hörer ausgeschüttet werden, oder? Bei Sophie Burande und Léonard Gogniat ist das in der Tat der Fall. Das Duo, das vom Schweizer Jura aus kräftig die Neochanson-Szene aufmischt, hat sein neues, drittes Werk deshalb auch ganz selbstbewusst L’Euphorie genannt.

mehr »

Alexander Abreu

Als Musiker wurde Alexander über Nacht bekannt und gilt seit Jahren als die Referenz der Studiotrompeter auf Kuba. Sein beeindruckender Klang und sein Improvisationstalent bereichert unzählige Aufnahmen von Los Van Van bis hin zu Isaac Delgado.
Alexander Abreu & Havana D’Primera – die Gegenwart und Zukunft der Salsa Cubana!

Live am Freitag, 12.08. – MÜNCHEN – Muffathalle
Einlass: 20 Uhr / Beginn: 21 Uhr
Salsa DJ vor und nach dem Konzert
Vorverkauf € 28 zzgl. Gebühren / Abendkasse € 34

Karten unter:
http://www.muffatwerk.de/de/besucherservice/ticketservice

Oscar D’Leon

Oscar DLeon cover

Mit Oscar D’Leon wird in Kürze der charismatischste aller Latin Band Leader mit seinem Orchester für zwei Konzerte nach Deutschland kommen. Über zwei Stunden Non Stop Performance von einem der besten Entertainer der Welt – nicht nur für Salseros ein Muss.

11.08. HAMBRUG – Fabrik
Einlass: 20:00 Uhr
Vorverkauf: 29,00 €

Tickets unter:
http://www.fabrik.de/program/ticketbestellung.php?vid=1220

12.08. FRANKFURT – Chango Latinpalace
Einlass: 20:00 Uhr
Vorverkauf: 28,00 €

Tickets/Infos unter:
http://www.latinpalace-chango.de/index.php?id=667

Website: www.oscardeleon.de

Santiago Lara – Flamenco Tribute to Pat Metheny

Santiago Lara Cover (Warner Music, VÖ: 26.08.2016)

Eine gute Geschichte ist immer eine gute Geschichte, egal, wer sie erzählt. Der amerikanische Gitarrist Pat Metheny ist ein grandioser Geschichtenerfinder. Mit seinen weiten epischen Erzählungen schlägt er nicht nur seit über dreißig Jahren immer wieder überraschende Bögen über verschiedene Spielarten von Jazz, Rock, Folk, Country, Ambient, Avantgarde, Klassik, Minimal Music sowie alle nur denkbaren musikalischen Ethnien. Sein spezieller Sinn für dramaturgische Handlungsabläufe und eine präzise Klangoptik erinnern manchmal eher an einen Filmregisseur als an einen Musiker. Kein Wunder also, dass auch andere Storyteller zuweilen das Bedürfnis haben, ihre Version von Methenys Geschichten zu erzählen.

Flamenco ist nur einer von zahlreichen Einflüssen, die sich in Methenys spielerischem Panorama niederschlagen, aber er stand niemals so im Vordergrund wie zum Beispiel Country Music oder brasilianische Musik. Insofern werfen sie Interpretationen des spanischen Flamenco-Gitarristen Santiago Lara ein völlig neues Licht auf Methenys facettenreiche Klangbilder.

Der spanische Flamenco-Gitarrist Santiago Lara ist eine Generation jünger als Pat Metheny. Als der spätere Meisterschüler von Manolo Sancúlar 1984 geboren wurde, war Metheny bereits ein Star und das Album „Offramp“, von dem hier der Song „James“ erklingt, schon seit zwei Jahren auf dem Markt. Lara ist praktisch in die Musik Methenys hineingewachsen. Er zelebriert diese Metheny-Originale auf seiner reich gedeckten Flamenco-Tafel mit einer solchen aus sich selbst heraus leuchtenden Selbstverständlichkeit, als läge nichts näher, als sie in eben dieser Auffassung abzubilden. Mehr noch, als hätte ihnen niemals ein anderer Gedanke zugrunde gelegen als Flamenco. Lara behält den Stücken alles bei, was Methenys Musik von jeher ausgemacht hat. Sie sind farbenfroh, verspielt, lebendig, voller Luft und Bewegung und vor allem – auch in dieser spanischen Fokussierung – von kosmopolitischer Weltläufigkeit. Lara mag den Songs andere Perspektiven abgewinnen als Metheny, aber gerade darum geht es ja.

mehr »

Itamar Borochov – Boomerang

Cover boomerang (Laborie, VÖ: 02.09.2016)

Ein neuer Stern am Trompeterhimmel

In der Jerusalem Post als “a rising star in today’s jazz music world” beschrieben, bringt der Israeli Itamar Borochov seinen einzigartigen Sound überall dort mit hin, wo immer es ihn musikalisch hintreibt. Tief verwurzelt in der Tradition des Jazz sucht Itamar nach seinen persönlichen Wurzeln – eine Suche, die ihn zu einer stetig wachsenden Liebe der arabischen und pan-afrikanischen Musiktraditionen führte. Hieraus resultierten Kollaborationen mit dem großen jüdisch-marokkanischen Liturgiker Rabbi Haim Louk, Auftritte mit und Kompositionen für das New Jerusalem Orchestra und Aufnahmen mit dem israelischen Rockstar Dudu Tassa. Ein Füllhorn an Inspirationen für den im israelischen Jaffa aufgewachsenen Trompeter und Komponisten, einer Stadt, die selbst gleichzeitig muslimisch, jüdisch und christlich geprägt ist.

Borochov verliebte sich bereits als Teenager in den Jazz und verschrieb sich dessen Studium, ehe er 2006 nach New York zog, wo er die New School for Jazz and Contemporary Music besuchte und unter anderem bei Junior Mance, Charles Tolliver, Jimmy Owens und Cecil Bridgewater studierte. Schnell erlangte er internationale Beachtung als ein junger Innovator der zeitgenössischen Jazzszene und tritt weiterhin regelmäßig in den besten Clubs New York auf.

mehr »

Mockemalör – Riesen (+Tourdaten)

Mockemaloer-Riesen_cd_cover (Jazzhaus Records, VÖ: 19.08.2016)

Als die Schwarzwälder Sängerin Magdalena Ganter 2010 an der Spree auf Drummer Martin Bach und Pianist
Simon Steger trifft, wird unter dem Namen Mockemalör ein bisher unerhörter Klang geboren. Nun, sechs Jahre später, mündet er mit dem zweiten Album Riesen in einen tatsächlich großen Wurf: ein wuchtiges Plädoyer für mehr Poesie, Fantasie und Farbe.

Eigentlich hat Anton Tschechow Schuld an allem. Denn seine “Möwe” ist es, die die spielwütige Ganter in Berlin im Rahmen eines experimentellen Theaterprojekts verkörpert. Dort treffen die drei Musiker zum ersten Mal aufeinander. Beflügelt vom gemeinsamen Kreativflow beschließen sie daraufhin, ihre schöpferische Energie weiter zu bündeln. In ein völlig neues Genre zwischen Varieté, Progressiv Pop und Punk mündet das, was am Knotenpunkt von Schauspiel, Elektro und Klassik gründet. Der Clou sind zunächst Texte in Ganters Muttersprache, dem Alemannischen, allesamt zu finden auf der Debütplatte Schwarzer Wald. Und das spiegelt sich auch in diesem einzigartigen, sinnlich wie espritvollen Bandnamen wider: “Mockemalör” könnte man übersetzen mit “schönes Missgeschick”, da schwingt auch die dem Schwarzwald nahe französische Kultur mit und eine schöne Portion Understatement.

Die Sessions für die zweite Platte resultieren in elf ganz erstaunlichen Klang-Artefakten. Kein Zweifel: Als Quantensprung für die Band entpuppen sich diese Songs für den Hörer, der sie mit heruntergeklappter Kinnlade im ersten Durchlauf entdeckt. Und der dann bei jeder weiteren Wiederholung erlebt, wie sie zu den majestätischen Riesen in Ohr und Herz wachsen, als die sie der Albumtitel so treffend charakterisiert. Songs, die in Sound und Text gegen die lästigen Normen aufbegehren, energiegeladen und poetisch mit tausend schillernden Farben aus den Synthesizern und kunstvoll kargen bis kantig-gewaltigen Beats aus dem Schlagzeug melodische Capriolen schlagen, dabei auch mal laut und eruptiv werden müssen.

mehr »




SiteMeter